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Kleine Geschichte Haitis
 
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Kleine Geschichte Haitis [Taschenbuch]

Walther L. Bernecker
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351811994X
  • ISBN-13: 978-3518119945
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,7 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 152.014 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Walther L. Bernecker, geb. 1947; Studium der Geschichte, Germanistik und Iberoromanischen Philologie; 1976 Promotion an der Universität Erlangen, 1986 Habilitation an der Universität Augsburg; seit 1988 Professor für Neue Geschichte an der Universität Bern.

Auszug

1. Die Kolonialgeschichte 1. Die Insel Hispaniola: Entdeckung und Kolonisierung

Die heutige Forschung geht davon aus, daß die Antillen in mehreren Einwanderungswellen besiedelt wurden; die Einwanderer kamen in Booten, möglicherweise aus dem Nordosten Südamerikas oder aus dem heutigen Florida. Die Bevölkerungsgruppen, die sich auf der von den Spaniern später Hispaniola genannten Insel niederließen, waren die Ciboney; sie lebten als Fischer, Jäger und Sammler, bewohnten kleine Siedlungen und wurden allmählich von einer anderen Bevölkerungsgruppe, den Arawaken, aus ihren Wohngebieten verdrängt. Die Arawaken bildeten zur Zeit der Ankunft der Spanier den größten Teil der antillanischen Bevölkerung; auf Hispaniola hatten sich die Taino niedergelassen, die wohl aus dem Gebiet des unteren Orinoco kamen (Meier: S. 205-1 1 I).

Zur Zeit der Eroberung durch die Spanier war die Bevölkerungsdichte auf den Großen Antillen wahrscheinlich ziemlich hoch. Die Gesellschaft war hierarchisch organisiert; an ihrer Spitze standen lokale Könige, die obersten Kaziken. Offensichtlich war bei den Taino die gesellschaftliche Schichtung besonders stark ausgeprägt: Auf die obersten Kaziken folgten solche mit niedrigerem Rang und Adelige, danach kamen das gemeine Volk und schließlich die Unfreien (naborios). Die Kaziken verfügten über zahlreiche Privilegien: Sie wurden in Sänften transportiert, schliefen auf besonderen Betten, trugen Goldschmuck, hatten mehrere Frauen, wohnten in rechteckigen Häusern (im Unterschied zu den Rundhütten des einfachen Volkes). Sie erhielten zwar keine Tributabgaben von ihren Untergebenen, konnten aber fallweise Nahrungsmittel und Kriegsdienste anfordern. Amt und Privilegien wurden matrilinear vererbt, d. h. der älteste Sohn der ältesten Schwester des Kaziken trat in die Erbrechte ein. Kaziken übten religiöse, militärische und Verwaltungsfunktionen aus (Dyckerhoff: S. 1 25). Als die Spanier die Insel besetzten, gab es dort fünf Kaziken. Sie beherrschten fünf »Reiche«, die nur im Schiffsverkehr über See miteinander in Verbindung standen.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Neuauflage wünschenswert 19. September 2011
Von Melanie
Ein sehr interessantes und informatives Buch über die Geschichte Haitis, von der Entdeckung der Insel über die Kolonialgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Schade, dass es bisher keine neue Auflage gibt.
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Haiti besser verstehen 8. Juli 2011
Warum nur wird dieses Buch nicht neu aufgelegt?
Wer den heutigen Zustand dieses Landes verstehen will, sollte mehr über die Geschichte dieser ehemals französischen Kolonie wissen. Die Auseinandersetzung zwischen "Schwarz" und "Weiß". Das Verhältnis der "Schwarzen" zu den Mulatten. Das Scheitern fast aller Präsidenten. Der Einfluss der USA.
Wenn man diese "kleine Geschichte Haitis" liest, versteht man die Hoffnungslosigkeit der Elite dort und warum sie sich in die USA oder nach Kanada absetzt.
Man hätte es allen Helfern nach dem Erdbeben vor dem Abflug als Pflichtlektüre in die Hand drücken sollen!
Daher nochmals:"Bitte neu auflegen"!
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