Juhu, endlich hat jemand das Hörspiel wahrgenommen!
Was der Buchhandel schon seit den 90ern bemerkt hat, ist endlich auch der Wissenschaft aufgefallen: Das Hörspiel lebt!
Wie es dazu gekommen ist, trägt Hans-Jürgen Krug eindrucksvoll in seiner Chronik zusammen. Dafür verwendet er die bekannten Historien von Fischer, Knilli, Schwitzke und Klippert als Ausgangsbasis - dem interessierten Leser werden diese Chroniken, die nur maximal bis zu den 80er Jahren reichen, erspart.
Einziges Manko: Der populäre Hörtext, der heute einen Großteil des Sortiments ausmacht, verschwindet hinter dem künstlerischen Hörspiel. Außerdem wird das Hörbuch nur marginal verhandelt, obwohl es der am meisten produzierte Hörtext ist. Und überhaupt: Hörspiel, Hörbuch, Audiobook - Krug verzettelt sich, wie übrigens alle anderen wissenschaftlichen Theorien, in Begriffsungenauigkeiten.
In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Buch die einzig brauchbare Geschichte des Hörspiels bis zum Jahr 2003 ist, kann diese Schwäche jedoch nur einen kleinen Kritikpunkt bilden.
Für alle, die sich mit dem historischen und modernen, künstlerischen und populären Hörtext beschäftigen: Pflichtlektüre!