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In den Bann gezogen..., 15. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte: Roman (Taschenbuch)
Bei der Empfehlung einer Freundin dachte ich zunächst: Tolle Maßregelung!!:Lies unbedingt das Buch "Kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte". Doch schon als ich das Buch in den Händen hielt, wusste ich: das muss ich unbedingt lesen!! Wegen der Vorder- UND der Rückseite! Edvard Munch!
Also zunächst Edvard Munch und seine Tulla: eine phantastische Geschichte, eingewoben ins Jetzt, herausgehoben aus der Zeit. Wie sprudeln da die Anregungen, auf diesen Spuren zu wandeln!
Die Beschreibung seiner Bilder - es ist umwerfend.
Sofort verspür ich den ganz dringenden Wunsch nach Oslo zu fahren!!!
Die Musik, ein ganzes Thema für sich. Beeindruckend die Genauigkeit in der Beschreibung von Spielweisen, Partituren, Instrumenten, bis hin zu einem detaillierten Hinein-Fühlen beim Musizieren. Das kann man eigentlich nur, wenn man selbst musiziert...
Das Gute an dem Roman, der sich selbst und dem Leser eingesteht: so oder ähnlich kann/könnte es gewesen sein, so oder anders laufen die Fäden der/einer Geschichte zusammen oder auseinander. Er versteht sich nicht als Ratgeber oder setzt besserwisserisch Ausrufezeichen. Er ist Anregung, Weiterbildung, Traummantel und mehr...
Gefunden hab ich ein Gedicht von Richard Dehmel darin, gefunden hab ich auch andere Zeilen, so etwa, wenn Eva sich wünscht, sie möchte jemanden finden, der mit ihr "durch die Haut spricht". Es ist ein genialer Gedanke, die Seele durch die Haut zu fühlen, ohne Worte eins zu sein...
Ich bin beeindruckt von diesem Roman, den ich langsam und gleichzeitig schnell lesen musste. Langsam, um diese einzigartigen Wendungen zu genießen und die Worte, so gesetzt, dass Freude und Traurigkeit sich die Waage halten. Schnell, um die Ereignisse einzuholen, zu erfahren, wohin es geht.
Ich habe gelacht und geweint mit diesem Roman und ich empfehle ihn JEDER weiter und JEDEM, der es wert ist!
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Plädoyer für Lebenslust und Liebe, 30. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte: Roman (Taschenbuch)
Es ist das dritte und schönste Buch von Tanja Langer, die "kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte". Die Geschichte, die so klein gar nicht ist und mehr als 500 Seiten umfasst. Doch die Seiten lesen sich wie in einem Sog. Im Mittelpunkt stehen zwei Paare um die Vierzig. Sie fahren zusammen in den Italien-Urlaub, erste Risse in den Ehen werden spürbar. Mit psychologischem Feingefühl legt Tanja Langer nach und nach die Schichten der Persönlichkeiten frei, ihre Sehnsüchte, Ängste, Hoffnungen, ihre Illusionen. Wie sieht das Leben aus, wenn sich die Jugend allmählich zu verabschieden beginnt, die Haut nicht mehr ganz glatt, die Haare nicht mehr ganz ohne Grau sind? Wie soll das Leben sein? Eine der Hauptfiguren ist Eva und eines Tages rüttelt ein Bild von Edvard Munch sie auf. Es setzt Gedanken frei und Gefühle, lässt sie auf den eigenen Herzensgrund schauen, schließlich zu den eigenen Wünschen stehen. Tanja Langer hat ein Buch über "das ganz normale Leben" geschrieben, über das Leben von Frauen und Männern, von Familien, von allein lebenden Menschen. Es ist ein dichtes, berührendes Plädoyer für Lebenslust, Liebe und Erotik. In sinnlichen Bildern gelingt es der Autorin, Atmosphären darzustellen und Stimmungen zu erzeugen. Der "Zimtgeruch ihres Haares", der Leser meint ihn selbst in der Nase zu haben. Nicht zuletzt ist der Roman ein Buch über die Kunst. Die Bilder Munchs erhalten Plastizität und Farbe durch die Worte der Autorin, das Orchester, in dem Evas Mann Stefan Klarinette spielt, beginnt zu klingen. Ein Roman, der so etwas kann, ist ein Kunstwerk für sich.
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Urteil über den Roman, 2. April 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte: Roman (Taschenbuch)
Roman von Kunst und normalem Leben, eine sehr schöne Symbiose! Tanja Langer hat ein unwahrscheinliches Wissen über den Maler Edvard Munch und die Musik. Sehr sensibel beschreibt sie die Geschichte über die Musiker, besonders über Stefan und das normale Leben von Eva, einer bezaubernden jungen Frau. Ich habe den Roman sehr gern gelesen und habe in meinen Erinnerungen Vergleiche gesucht. Hätte ich eine solche Geschichte schon früher gelesen, hätte ich vielleicht eine Hilfe gefunden, vieles in meinem eigenen Leben anders zu gestalten. Ein gutes Buch für alle im normalen Leben!
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