5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein schönes Kinderbuch für Erwachsene, 6. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Kleine Feder McAbony oder Wie man die Herzen der Menschen liest (Gebundene Ausgabe)
Wie man die Herzen der Menschen liest, der Untitel des Buchs, gibt einen gewissen Vorgeschmack auf das Buch. Der eigentliche Titel dieses Kinderbuchs für Erwachsene ist nicht ganz selbsterklärend: Schottische Einwanderer und ihre indianischen Verfolger werden zu Zeiten des Wilden Westens in ein schmales Tal gesperrt und dort von den Umständen dazu gezwungen, zweihundert Jahre friedlich zusammenzuleben. Diese Zeitmaschinenkonstruktion schleudert einen kleinen Jungen des titelgebenden Namens in die Gegenwart, der durch seine wunderbar einfühlsame Art und seine ganz eigene Welterfahrung die Herzen der Menschen berührt und harte Kerle wie Butter schmelzen läßt, so daß einige ihn sogar für einen neuen Messias halten.
Dieses Buch hat einen schönen roten Faden als altmodisches Lesezeichen. Es liegt bei mir bei Seite 175. Bis dahin, so meine Empfehlung, sollten Sie das Buch lesen, unbedingt. Dann sollten Sie eine lange Pause machen, und noch den zwei Seiten langen Epilog lesen. So werden Sie das Buch in angenehmer Erinnerung halten, auch ohne zu wissen, wie es ausgeht (es geht so aus, wie moderne Märchen allzu oft ausgehen).
Dazwischen liegen noch ungefähr 75 weitere Seiten, sie sind auf ihre Weise auch nicht schlecht. Irgendwie können sie aber mit der ganz eigenen Qualität des ersten Teils nicht Schritt halten, hier merkt man manchmal allzu deutlich, daß der Autor Philosophie und Marketing studiert hat, eine gefährliche Mischung, wie ich finde.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Indianer sind ja so anders!, 6. Mai 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kleine Feder McAbony oder Wie man die Herzen der Menschen liest (Gebundene Ausgabe)
Kleine Feder McAbony heißt der Knabe, den es gibt, weil vor mehr als 100 Jahren ein Steinschlag seinen indianischen und schottischen Vorfahren die Ernte verhagelte und sie sich - statt sich lustvoll zu bekriegen - anfreunden mußten, damit sie überlebten.
Indianer, das wissen wir spätestens seit Karl May, haben ganz andere Fähigkeiten als wir armen, von der Zivilisation verdorbenen Weißen, sie sind naturverbunden, nehmen alles viel intensiver wahr und sind überhaupt und grundsätzlich 'Edle Wilde'. Tja. In diesem Pseudomärchen für Erwachsene wird es einem beim Lesen sehr schnell zu viel - zu viel an Naivität und Künstlichkeit. Marshmallows schmecken bitter gegen diese Lektüre!
Ich würde es unter Mittelmaß ablegen, wäre da nicht der unverzeihlich schlechte Schluß - schlecht im Sinne von Handwerk. Das Buch fällt für mich in die Kategorie: Und dann wußte der Autor nicht mehr weiter und schon gar nicht, wie er seine Geschichte zu Ende bringen sollte. Weswegen er er einen der ältesten Mechanismen namens Deus ex machina aktivierte - hier in Gestalt eines Flugzeugs im Sturm. Das ist schon eine Beleidigung des Lesers.
Wer wirkliche Tiefe und Nachdenklichkeit sucht, der nehme sich doch wieder mal "Der kleine Prinz" vor und lese es (oder lasse es sich vorlesen, es gibt ein sehr gutes Hörbuch). Sogar ein Spiel zum Kleinen Prinzen gibt es (beim Kosmos Verlag). Dieses Buch hier ist eine plumpe Kopie des "Kleinen Prinzen" - allein, man merkt die Absicht und ist verstimmt ... Bleiben Sie beim Original!
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