Wie man die Herzen der Menschen liest, der Untitel des Buchs, gibt einen gewissen Vorgeschmack auf das Buch. Der eigentliche Titel dieses Kinderbuchs für Erwachsene ist nicht ganz selbsterklärend: Schottische Einwanderer und ihre indianischen Verfolger werden zu Zeiten des Wilden Westens in ein schmales Tal gesperrt und dort von den Umständen dazu gezwungen, zweihundert Jahre friedlich zusammenzuleben. Diese Zeitmaschinenkonstruktion schleudert einen kleinen Jungen des titelgebenden Namens in die Gegenwart, der durch seine wunderbar einfühlsame Art und seine ganz eigene Welterfahrung die Herzen der Menschen berührt und harte Kerle wie Butter schmelzen läßt, so daß einige ihn sogar für einen neuen Messias halten.
Dieses Buch hat einen schönen roten Faden als altmodisches Lesezeichen. Es liegt bei mir bei Seite 175. Bis dahin, so meine Empfehlung, sollten Sie das Buch lesen, unbedingt. Dann sollten Sie eine lange Pause machen, und noch den zwei Seiten langen Epilog lesen. So werden Sie das Buch in angenehmer Erinnerung halten, auch ohne zu wissen, wie es ausgeht (es geht so aus, wie moderne Märchen allzu oft ausgehen).
Dazwischen liegen noch ungefähr 75 weitere Seiten, sie sind auf ihre Weise auch nicht schlecht. Irgendwie können sie aber mit der ganz eigenen Qualität des ersten Teils nicht Schritt halten, hier merkt man manchmal allzu deutlich, daß der Autor Philosophie und Marketing studiert hat, eine gefährliche Mischung, wie ich finde.