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Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils
 
 
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Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils [Taschenbuch]

Jens Förster
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils + Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung: Theorien, Befunde und Interventionen + Typen und Stereotypen: Die Geschichte des Vorurteils
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (16. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421042543
  • ISBN-13: 978-3421042545
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 439.919 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jens Förster
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Buch ist beides zugleich – berührender Lebensbericht von einem, der oft Außenseiter war, und glänzend geschriebenes Wissenschaftsbuch.“ (Geo )

„Förster präsentiert das komplizierte Thema, das auf den ersten Blick frustrierend erscheinen mag, in einem durchweg schmissigen Text.“ (Berliner Zeitung )

"Försters „Kleine Einführung ins Schubladen-Denken“ liest sich über weite Strecken sehr amüsant und kurzweilig. Ganz nebenbei lernt man viel – und nimmt sich vielleicht sogar vor, künftig bewusster und behutsamer mit den eigenen Vorurteilen umzugehen." (General-Anzeiger )

Kurzbeschreibung

Auch wer nicht an Vorurteile glaubt, lässt sich von ihnen beeinflussen

Mädchen rechnen schlechter als Jungen, und Blondinen sind blöd. Das sind reine Vorurteile, doch verfehlen sie ihre Wirkung nicht, wie die Sozialpsychologie herausgefunden hat. Vorurteile halten sich hartnäckig und leiten unser Verhalten – meistens mehr, als uns bewusst ist. Der Sozialpsychologe Jens Förster hat untersucht, wie Vorurteile unsere Leistung beeinflussen. Seine Theorie: Vorurteile sind Prophezeiungen, die sich selbst erfüllen. Studien zufolge schneiden Menschen mit negativen Erwartungen an sich selbst unter Zeitdruck schlechter ab als andere. Förster verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit anschaulichen Berichten von persönlichen Erfahrungen, um zu erklären, wie Vorurteile und Stereotype zustande kommen, was sie anrichten, welche positiven Auswirkungen sie mitunter haben und wie wir sie wieder loswerden können.

• Ein amüsantes Buch über Vorurteile und ihre Folgen
• Der Autor ist Experte auf dem Gebiet der Erforschung von Vorurteilen
• Das Buch vereint Forschungsergebnisse und persönliche Erfahrungen des Autors


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45 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sein Meisterwerk, 18. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine gewaltige Leistung. Es ist in der Lage, Menschen zu verändern. Es ist spannend, lustig und es verstört, irritiert.

Ich kenne Jens Förster aus meinem Psychologie- Studium in Trier. Er hat mit seinen Theaterstücken und als Regisseur eine ganze Studentengeneration geprägt. Ständig präsent, ständig provozierend, ständig aus einer anderen Ecke grüßend. Und doch immer freundlich und konzentriert. Kein blöder Macher, eher ein sanfter Streber mit drei Abschlüssen in Germanistik, Operngesang und Psychologie. Damals war es unerheblich, dass er auch Psychologe war.

Bis er Vorlesungen gab. Er vertrat mit um die 30 eine Professur in Trier und der Hörsaal war voll, nicht nur mit Psychologiestudenten. Wir saßen auf den kalten Fliesen, manchmal drei Stunden lang, denn er überzog und wir blieben sitzen. Seine Bühnenausbildung half ihm, die Stunden zum wöchentlichen Ereignis zu machen, das man sich nicht entgehen lassen wollte. Dann lehrte er nur noch in Würzburg und es gab tatsächlich einen kleinen Bus, der wöchentlich von Trier nach Würzburg zu seiner Vorlesung fuhr. Wir wollten einfach wissen, was er zu sagen hat und opferten einen Tag dafür.

Er ist ein Seiltänzer. Er riskiert viel, der Fall reizt ihn eher, als dass er Angst vor ihm hat. Er liest alles, er kennt alles, spricht zig Sprachen fließend, hat alles dreimal gecheckt, und erzählt dabei immer so, als ginge es um nichts anderes als um das Leben. In diesem Buch gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Autobiographie und wissenschaftlichem Buch. Ein spektakulärer Tanz! Wunderschön, lustig, traurig. Und zugleich deckt es die moderne Sozialpsychologie der letzten 20 Jahre ab.

Ich erinnere mich daran, wie er etwas über die Wahrnehmung von Ameisen gelesen hatte und dies zum Thema der Vorlesung 'menschliche Kommunikation' machte. Er zieht Verbindungen zwischen Forschungsbereichen, die andere nicht sehen. Ich erinnere mich daran, wie er von George Kelly sprach und seitenweise vorlas, weil er meinte, er könne das nicht besser machen, aber er könne es gut vorlesen. Er las das wie einen Krimi und wir kauften uns das Buch. Als wir es selbst lasen, verstanden wir nichts davon.

Dann war er mit 35 Professor an der International University. Und immer noch hatten wir Angst, er würde tief fallen. Offen schwul, frech, wild und missionarisch, das würde man in Deutschland nicht zulassen. Jetzt ist er in Amsterdam und lacht uns wieder alle aus. Und nebenbei singt er am Weimarer Nationaltheater oder im Mainzer Unterhaus und ich höre ihn oft im Autoradio oder sehe ihn in Talkshows.

Was hat er zu sagen? Vorurteile sind ein so umfassendes Phänomen, dass sie irgendeinen Sinn haben müssen. Er fasst die Forschung zusammen und sagt: ohne Vorurteile können wir die Welt gar nicht erfassen und wir könnten uns selbst nicht als Mensch definieren. Wir müssen die Welt sekundenschnell begreifen und dabei helfen uns grobe Kategorisierungen (Frau: die hat ein Rezept, aber sie kann nicht rechnen; Schwuler: der hat Geschmack, aber in moralischen Fragen, wenden wir uns dann doch lieber an unsere katholische Tante). Und wir müssen uns gegen andere absetzen. Es ging mir gegen den Strich, dass er seine Abneigung gegenüber Faschisten als Vorurteil definiert. Aber es ist folgerichtig. Natürlich will er diese Leute nicht kennen und er hat eine starke Emotion gegen sie. Das ist ein Vorurteil.

Das Interessante an diesem Buch ist aber das WIE des Vermittelns. Hier doziert niemand. Das hat Förster nicht nötig. Förster kreiert Lehre, er macht seine eigene Forschung, er konstruiert die Welt, kreativ, immer auf das Gute fokussierend, immer an das Gute im Menschen glaubend. Förster kann erzählen, dichten, vor allem aber verdichten. Auf seinem Seil zieht er uns tanzend Grimassen, imitiert uns, zeigt uns Wege, auf die wir ohne ihn nie gekommen wären.

Oft fragte er uns: Was ist das Paradies? Äpfel? Eva? Adam? Die Schlange? Wie langweilig. Es ist das Verbot. Es ist nicht die Idee, dass man für dieses Paradies nicht arbeiten muss. So verstanden ist das Paradies die spießigste Konstruktion der Welt, denn Jungfrauen, gebratene Tauben und besinnungsloses Saufen sind auf die Dauer langweilig. Die Erschaffung der inneren Welt und das Erkennen menschlicher Grenzen aber ist Menschsein. Das Überwinden von Gewohnheiten ist Reichtum, damit verbundene Schmerzen werden zur Erfahrung, aus der man nur lernen kann. Wir haben so viel gelacht bei ihm. Ich habe bei diesem Buch dieses Strahlen und Lachen wieder empfunden.

Die Vermittlung von Lehre kann nicht besser sein. Und die Lehre dieses Buches geht über die Vermittlung von sozialpsychologischem Wissen weit hinaus. Wenn er nicht so jung wäre, würde man das Weisheit nennen.

Das Beruhigende: Wenn er irgendwann vom Seil gestoßen wird, dann fällt er auf dieses Buch und alles wird schnell wieder gut!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Famose Mischung, 23. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Selten habe ich eine gelungenere Mischung aus wissenschaftlich-fundierten Forschungsergebnissen und persönlich-autobiographischen Erkenntnissen und Erfahrungen gelesen. Ein rundum lesenswerter Parforce-Ritt durch sozialpsychologische Experimente, Stereotype, Diskriminierungen. Jeder kann sich angesprochen, ertappt , zum Nachdenken, zum Reflektieren des eigenen Verhaltens angeregt fühlen. Gleichzeitig kommt der Autor nie oberlehrerhaft daher, vielmehr stellt er sich dem Leser - ausweislich seiner Biografie - als gänzlich unprätentiösen Zeitgenossen an die Seite, ja nimmt diesen an die Hand und schlägt ihm eine Bresche durch das andernorts undurchdringliche Dickicht wissenschaftlichen Kauderwelsches.
Man kann sich nach Lektüre dieses Buches ausmalen, wie interessant Hr. Förster seine Vorlesungen gestaltet.
So einen Professor hätte man sich damals an der Uni gewünscht.
Ich glaub, ich schreib mich zum Seniorenstudium an der Förster-Uni ein!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Wenig Neues und viele Begriffsverwirrungen, 1. November 2009
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kleine Einführung in das Schubladendenken: Über Nutzen und Nachteil des Vorurteils (Taschenbuch)
Ganz ohne Zweifel ist der Autor dieses Buches eine schillernde Person. Kabarettist, Chansonnier und in einem Alter zum Professor gekürt worden, in dem sich andere Sozialpsychologen noch immer um Assistentenstellen balgen. Dass er bei seinen Studenten gut ankommt, ist wenig erstaunlich, wenn man sich auf seiner Website umsieht, sein Bild betrachtet und an seine Formulierungskünste denkt. Und da die meisten der begeisterten Rezensionen von Lesern verfasst wurden, die sich sonst nie zu einem Buch äußern, nehme ich an, dass sie aus Jens Försters Hörerkreis stammen. Das ist selbstverständlich legitim. Aber vielleicht haben sie vor lauter Sympathie nicht gesehen, auf wessen Schultern ihr Vorbild steht. Jedenfalls trifft die Beschreibung "international anerkannter Sozialpsychologe" eher auf die von Jens Förster zitierten Kollegen als auf ihn selber zu, da der quirlige Jung-Professor einfach zu wenige Jahre auf dem Buckel hat, um viel zur Grundlagenforschung beitragen zu können. Das scheint ihn auch selber zu stören, rechtfertigt er doch immer wieder seine akademische Laufbahn, was er meiner Meinung nach gar nicht müsste.

Was ich jedoch von einem Autor erwarte, der seinen Studenten Vorlesungen über Vorurteil hält, ist mehr Klarheit. Denn immer wieder fällt Jens Förster selber in Schubladen, ohne dass er sich dessen offenbar bewusst ist. Nicht gegen Storytelling, im Gegenteil. Aber Geschichten sollten zur Veranschaulichung dienen und nicht zur Beweisführung. Thesen aufzustellen und anstelle empirischer Studien einfach persönliche Geschichten aus der eigenen Kindheit zu erzählen, halte ich für allzu saloppe Wissenschaftsvermittlung. Vor allem wenn man als Leser das Gefühl bekommt, hier arbeite jemand frühe Verletzungen und Verstörtheiten auf, indem er persönlichen Erlebnissen allgemein gültigen Charakter zuspricht. Vielleicht sollte Jens Förster sich an einem der Bücher des Nobelpreisträgers Eric Kandel orientieren, wie sich wissenschaftliche Beweisführungen und persönliche Erlebnisse besser trennen lassen.

Inhaltlich hat mich das Buch nicht überzeugt, weil dem Leser sehr viel weniger Neues geboten wird, als Klappentext, Kritik und der Autor selber versprechen. Und wenn Jens Förster seinen Lesern mitteilt, es könne sehr wohl sein, dass Vorurteile bei Peter Ustinov keine Chance hätten, so disqualifiziert sich der Autor nicht nur selber, sondern stiften damit unnötig Verwirrung. Auch wenn er dann weiter unten noch anhängt, dass ein vorurteilfreies Leben recht unwahrscheinlich sei. Das Durcheinander in der Beweisführung entsteht wohl auch deshalb, weil Jens Förster den Begriff Vorurteil nicht klar definiert, sondern immer wieder mit Diskriminierung gleichsetzt. Würde er den Berufskollegen folgen, die mit neurophysiologischen Begrifflichkeiten operieren, könnten solche Vermischungen zwischen Moral und Wissenschaft zum größten Teil vermieden werden.

Die mangelhafte Klarheit ist auch deshalb bedauerlich, weil Jens Förster mit seiner Art des Schreibens ganz offensichtlich einen großen Leserkreis erreicht, viele interessante Studien ins Gespräch bringt und auf Mechanismen aufmerksam macht, die leider viel zu wenig bekannt sind. Aber wenn seine Zuhörer dann vernehmen, dass sich Vorurteile bereits im Kindergartenalter ausbilden, entgeht ihnen dummerweise, dass viel wichtige Stereotype in einer Zeit zu Mustervorlagen werden, in der sich unser autobiographisches Gedächtnis erst langsam bildet. Und das ist alles andere als ein Detail. Wer nicht schon über ein viel Vorwissen verfügt, wird kaum unterscheiden können, was Jens Förster an Wesentlichen sagt und wo er so ungenau ist, dass Fehlschlüsse fast unvermeidlich sind. Und der Autor ist kein Wissenschaftsjournalisten, sondern Professor in dem Gebiet, über das er zu uns spricht.

Mein Fazit: Dieses Buch mit nur einem Stern abzustrafen, halte ich deshalb für unangebracht, weil er doch auf vieles aufmerksam macht, das eine breite Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen sollte. Da Jens Förster einen unterhaltsamen Stil hat, nach jedem Kapitel anschauliche Zusammenfassungen schreibt und immer wieder auf interessante Studien bzw. Experimente aufmerksam macht, runde ich auf drei Sterne auf. Die Begeisterung anderer Rezensenten kann ich jedoch nicht teilen, weil der Autor zu wenig präzis argumentiert und sogar Vorurteile festigt, von denen man sich besser trennen würde.
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