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Kleidung und Mode im Mittelalter
 
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Kleidung und Mode im Mittelalter [Gebundene Ausgabe]

Margaret Scott
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Theiss (25. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3806221995
  • ISBN-13: 978-3806221992
  • Größe und/oder Gewicht: 29,2 x 22,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 175.285 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Margaret Scott
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

König, Edelmann, Bauer - das trug man im Mittelalter
Welcher "Look" war vor über 1000 Jahren der Renner und welche Schnitte waren "out"? Welche Farben, Muster, Stoffe wählte der mittelalterliche Mann von Welt, welchen Schmuck die Frau? Kleidung und Mode sind heute nahezu identisch. Ehemals berufs- oder funktionsbezogene Bekleidung ist ganz in der Alltagskleidung aufgegangen. Es gibt heute auch nur noch wenige Dresscodes, an denen sich die gesellschaftliche Stellung des jeweiligen Trägers ablesen ließe. Anders im Mittelalter: "Mode" im Sinne von bewusstem Tragen und Zurschaustellen von neuen, oft gewagten Stilrichtungen blieb den hoheren Ständen vorbehalten. Der einfache Bauer oder Handwerker trug meist schlichtere Kleidung ohne modische Zier und ohne Streben nach dem modisch Neuen. Darstellungen von Kleidung und Mode in mittelalterlichen Handschriften aus dem 9. bis 16. Jahrhundert lassen deshalb umfangreiche Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Verhältnisse dahinter zu. Margaret Scott zeigt in diesem liebevoll gestalteten, reich illustrierten Band die Zusammenhänge auf und beschreibt anschaulich, in welchem Maße darin die sozialen Unterschiede zwischen wohlhabenden und ärmeren Schichten zum Ausdruck kommen.

Über den Autor

Margaret Scott ist Philologin und Historikerin. Über mehrere Jahre war sie Leiterin der Abteilung für Dress History am Courtauld Institute of Art in London und Beraterin mehrerer Museen in Fragen der Kleidungsgeschichte.

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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein soziologisches Buch 2. Januar 2010
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Mode ist eine so unerträgliche Form der Hässlichkeit,
dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen."
(Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 - 1900)

"Kleidung und Mode im Mittelalter" ist in seiner englischsprachigen Originalausgabe unter dem Titel "Medieval dress and Fashion" bereits 2007 erschienen. Die Buchautorin Margaret Scott war mehrere Jahre als Leiterin der Abteilung Dress History am Courtauld Institute of Art in London beschäftigt. Darüber hinhaus berät die studierte Philologin und Historikerin auch andere Museen in Fragen der Kleidungsgeschichte.....

.....und macht in ihrer Einleitung klar, dass anders als in der Gegenwart, in der Mode und Kleidung häufig als Synonyme gebraucht werden, beide Begriffe im Mittelalter vollkommen verschiedene, oftmals auch konträre Verwendung fanden. Mode wurde im Sinne von "Novität" verstanden, die aufgrund ihrer Kosten und manchmal per Gesetz der gesellschaftlichen Oberschicht vorbehalten war. Der "dernier cri" war oftmals skandalöser Natur und wurde daher von Moralisten angeprangert. Dem gemeinen Volk bliebt die zweckmäßige und preisgünstige Kleidung. Anders als die meisten anderen Historiker definiert Scott das Mittelalter modemäßig und bekleidungstechnisch gesehen für den Zeitraum 840 bis 1570 n. Chr. Sie weist darauf hin, dass sich Bekleidungsstile kaum mit Architekturstilen vergleichen lassen. Auch gab es keine romanische oder gotische Kleidermode. Als Quellen und Anschauungsmaterial dienen ihr die "Illustrierten Handschriften" zwischen Mittelalter und Renissance....

.....die sie dem Leser in sechs Kapiteln vorstellt. Das erste Kapitel "Kleider für die Reichen und Berühmten (840 - 1100)" beginnt mit dem Anfang der Bekleidung, die nach der Vertreibung aus dem Paradies erforderlich geworden war (S. 11 ff.) und befasst sich mit der herrschaftlichen Bekleidung zur Zeit der Karloinger und Ottonen, die sich an den Prunk der Byzantiner anzulehnen versucht. Kapitel II ist den "Anfängen der Mode (1100 - 1300)" gewidmet, als sich Ritter und Edelfräuleins durch modische Kleidung hervortun und Eindruck schinden wollten. Der Kontakt mit dem Orient tat ein übriges, wie der Krönungsmantel König Rogers II. von Sizilien (S. 43) besonders deutlich macht. Zahlreiche Illustrationen zeigen auch, dass zum Teil auf biblische Bekleidung zurückgegriffen wurde.

"Mode und Moral" sind das Thema des 14. Jahrhunderts. Szenen von Männern, die in Unterwäsche vor einen Chirurgen treten, lassen erkennen, dass bei all der großen Sorgfalt, die auf Oberbekleidung gelegt wurde, die Unterwäsche vernachlässigt wurde (S. 67). Eng anliegende Gewänder waren wie offen getragenes Haar unverheirateten Frauen vorbehalten. Heraldisch dekorierte Frauenkleidung war macherorts weniger Audruck der Mode, d. h. Der Suche nach etwas Neuem, sondern schlicht ein Statussymbol. Darüber hinaus spielte Kleidung auch bei Zeremonien, wie einer Königskrönung eine besondere Rolle. Die Meinungen über enganliegende Wämser und Beinlinge in vertikaler Teilung (mi-parti) reichten von schick bis anrüchig. Eine besondere modische Entgleisung war der bis zu 60 cm lange Schnabelschuh, den die Ritter, um überhaupt kämpfen zu können, schließlich abschneiden mussten (S. 97).

Gleichwohl es 14. Jahrhundert auch einem prosperierenden Bürgertum, der Handwerker und Händler möglcih wurde, sich den einen oder anderen modischen Aspekt leisten zu können, blieb dies Tagelöhnern und Bauern verwehrt. Die Menge an verfügbaren Informationen über Kleidung hatte dadurch zwar quer durch alle gesellschaftlichen Schichten zugenommen, von einer "Kleidung für alle Klassen", wie die Überschrift des vierten Kapitels suggeriert, konnte jedoch noch keine Rede sein. Das sechste und letzte Kapitel "Kleidung gestern und heute" beschreibt schließlich eine "praktische Mode", die aus einer Mischung von Kleidungsstücken verschiedener Herkunft hervorgegangen ist. So wurde besipielsweise für einen Auftritt in Venedig zu einem lombardischen Sayon ein spanischer Umhang und eine genuesische Kappe getragen (S. 140). Manche Zeitgenossen besaßen sehcs oder mehr "Kleidungsensembles". Eine solche Prunksüchtigkeit wurde vom englischen Staatsmann Thomas More (1478 - 1535) als Prunksucht verurteilt. Der katholische Humanist,den König Heinrich VII. (wegen seiner Weigerung einen Eid auf die königlichen Nachkommen zu leisten) enthaupten ließ, beschreibt in seinem 1516 erschienenen Werk, wie sich die Bewohner Utopias mit einem einzigen neuen Bekleidungsstück, das sie alle paar Jahre erhielten, zufrieden gaben (S. 141). Mit der als "flandrisch" benannten Frauenkleidung in den 1570er Jahren lässt die Autoren ihr Modemittelalter in die Gegenwart übergehen, bevor ein Glossar, ein fünfseitiges, nach Themenbereichen gegliedertes Literaturverzeichnis und ein Register den mit 120 farbigen Abbildungen ausgestatteten, großformatigen Band abschließen.

Neben der Beschreibung von Mode und Kleidung ist es Margaret Scott vor allem gelungen, die dahinter stehenden gesellschaftlichen Verhältnisse auf zu zeigen. In diesem Sinne leistet ihr Buch auch einen zu beachtenden Beitrag zur soziologischen Betrachtung der Zeit zwischen 840 - 1570.

Da Mode bis heute auch als soziologisches Phänomen zu betrachten ist, gibt es 5 Amazonsterne!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gediegener Bildband 16. Dezember 2011
Von tlosi
Format:Gebundene Ausgabe
Schöne Bilder - das ist das erste, war an dem Buch von Margaret Scott auffällt. Die Ausstattung ist wirklich sehenswert, zahlreiche ganzseitige Illustrationen machen das Durchblättern zum ästhetischen Genuß. Dies allein ist mir drei Amazon-Sterne wert.
Wer sich für mittelalterliche Kleidung interessiert, der kommt nur teilweise auf seine Kosten. Sicherlich ordnet die Autorin ihre Bilder kunsthistorisch korrekt ein, gibt den einzelnen Kleidungsstücken die richtigen Nemen und sagt, in welchem Zeitraum sie in Mode kamen (Schön wäre hier noch ein Glossar gewesen). Viel mehr ist aber nicht zu erfahren. So farbenfroh der Band, so farblos die Beschreibungen. Angaben zur Herstellungstechnik, Material, Schnittführung oder Farbstoffen fehlen völlig. Aber auch die Geschichten hinter den Bildern kommen zu kurz. Wo sind die feinen Unterschiede, die modischen Seitenhiebe, die Abgrenzung oder Diffamierung? Schade, aber hier ist eine Chance verpasst worden, die wirklich wunderschönen Bilder zum Leben zu erwecken.
Als englische Kunsthistorikerin legt die Autorin ihren Fokus stark auf Westeuropa, England, Frankreich, Spanien und Norditalien sind gut abgedeckt, zu Deutschland oder Skandinavien finden sich hingegen deutlich weniger Informationen. Auch Literaturverzeichnis enthält vor allem englischsprachige Titel. Die Bilder selbst spiegeln vor allem die Mode der Oberschicht wieder, wobei die Autorin vor einer unkritischen Verwechslung von Bildern und Wirklichkeit warnt.
Lästig ist schließlich, dass der Leser ständig zwischen Text und Bildern hin und herblättern muss.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich für das Thema Kleidung im Mittelalter interessiert, dem wird durch das Buch von Margaret Scott ein wahres Schatzkästchen geöffnet. Die Autorin ist ausgewiesene Kennerin der kunsthistorischen Hinterlassenschaften der Epoche. Ich Werk bietet insbesondere einen Zugang zu den reichen Bildbeständen der British Library. Doch bezieht Frau Scott auch Zeugnisse aus nahezu allen anderen Winkeln Europas mit ein.

Wer sich gerne Bilder anschaut, ist also bestens bedient. Problematischer wird es beim Blick auf den Text. Auch hier gibt sich die Verfasserin inhaltlich kaum eine Blöße. Die ausgewählten Miniaturen beschreibt sie präzise und nimmt jeweils eine zeitliche und stilistische Einortung vor. Stark störend wirkt es aber, dass der Leser fast ständig gezwungen ist, zwischen Text und Bildern hin und her zu blättern. Oft finden sich die Abbildungen mehrere Seiten von den Beschreibungen entfernt.

Wenig Vergnügen bereitet die Lektüre des Bandes. Zieht die enge Abfolge von Bildbeschreibungen zu Beginn noch in ihren Bann, so stellt sich bald ein gewisses Gefühl der Eintönigkeit ein. Die Autorin verzichtet fast komplett auf anschauliche Quellenzitate und es gelingt ihr selten, die Geschichte hinter dem Bild sichtbar zu machen. Es entsteht der Eindruck eines bebilderten Atlas der Kostümkunde, ohne dass die Kleidung aus ihrer Zeit heraus tatsächlich mit Leben gefüllt wird.

Ein farbenfrohes Schmuckstück für jede kunstgeschichtliche Sammlung also, aber kein echter Einstieg in die gelebte Welt mittelalterlicher Mode.
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