Nein, es ist doch immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Klavier gespielt wird. Technische Solidität ist eine Voraussetzung - aber dazu gehört eben viel mehr als nur flink zur rechten Zeit die richtigen Tasten zu treffen. Und auch wenn sie behauptet,den Cziffra/Korsakow - Hummelflug am schnellsten zu spielen (Cziffra spielt schneller und besser), ist das bestenfalls mehr etwas fürs Auge als für die Ohren.
Nun, Beethoven zu spielen ist da aber etwas anderes als wüst Etüden herunter zu donnern - zwar fehlerfrei aber höchst fragwürdig in der Wiedergabe. Bei diesen Sonateneinspielungen zeigt sich eine übliche Tendenz asiatischer Pianisten - flinke Finger, absurde und unausgereifte Interpretationen (es werden Melodien aus Begleitungsstimmen "erfunden" und wichtiges dafür fallen gelassen, Rubati an unmöglichen Stellen geschmacklos dem Werk aufgedrängt und auch eigenwillige-fern jeder Tradition stehende Tempi gespielt......usw).
Diese Pianistin ist keine "Phänomenale". Einem so zügellos, gegen jedes Regelwerk verstoßendem Kleinkind würde man antiautoritäre Erziehung unterstellen und die Eltern mit Argwohn betrachten. Regeln zu überschreiten, ohne dabei die Basis - die Regel zu brechen - das ist die Kunst; und nicht altes "über Bord" werfen und vollkommen unfundiert Neues aufzustellen - und das alles aus fehlender Bildung - das ist wahre Meisterschaft, bzw. phänomenal. Ihr fehlt es eindeutig an einer starken Lehrerpersönlichkeit. Auch in der Botanik muss man Formen, sonst wird es wildes Gesträuch.
Nein - es gab in den vergangenen Jahren wahrlich phänomenalere Neueinspielungen - diese ist da überflüssig. Es ist ohnehin sehr bedenklich, dass Plattenfirmen derartiges herausbringen - es spricht sehr für Ahnungslosigkeit, schnelles Geld machen durch "aussaugen" eines selbstgemachten "Phänomens" und anschließendes Fallenlassen ins Nichts. Das kommt aber noch...garantiert.
Herzliche Grüße,
Klavierprofessor