Christian Zacharias hat vor langer Zeit Scarlatti eingespielt und wurde damals dafür sehr belobigt."Unter den Scarlatti-Interpreten am Konzertflügel ist es Christian Zacharias am überzeugendsten gelungen, die archaisierenden Modi und die tragischen Insistenzfiguren, aber auch ihre unerwartet heiteren Auflösungen, den intimen Lauten-Sound und das aristokratisch Grandiose, existenzielles Pathos und kokettes Achselzucken zu inszenieren. Zacharias lässt den Verdacht des oberflächlichen Virtuosentums, mit dem eine der Wiener Klassik verpflichtete Musikpublizistik gern Ausdrucksformen exuberanter Lebensbejahung herabwertet, gar nicht erst aufkommen. "meint Dell'Agli.
In der Tat stechen seine Interpretationen deutlich heraus; ich ziehe sie Horowitz vor, auch Clara Haskil ( da ist die Tonqualität einfach zu schlecht).
Schon länger ist Zacharias bei EMI nicht mehr Künstler. Umso erfreulicher, dass diese Aufnahmen, die nach wie vor Gültigkeit haben, zu einem vertretbaren Preis wieder auf den Markt kommt.
Bedauerlich nur, dass Zacharias sich nicht noch ein wenig mehr diesem Komponisten gewidmet hat, es hätten ja nicht gleich alle 555 sein müssen.
Für diejenigen, die die Aufnahme nicht kenne, eine unbedingte Empfehlung, für die andere sicher die Freude der Wiederveröffentlichung.