Wer seine Freude an den bekannteren Klaviersonaten Beethovens (Apassionata, Pathetique) hat, wird sich schnell mit dem Gedanken tragen, sich eine Gesamtaufnahme aller Sonaten für Klavier zuzulegen, und hier ist die Auswahl groß und schwer, denn wie der Autor dieser Zeilen selbst lernen mußte, hat man schnell viel Geld für etwas ausgegeben, daß einem dann doch nicht gefällt. Schließlich hat sich die Ashkenazy-Aufnahme als erfreuliche (und auch preislich als lohnenswerte) Wahl herausgestellt. Die Interpretation stellt einen gelungenen Kompromiß zwischen zu großer Zurückhaltung und Sterilität auf der einen Seite und vielleicht übertriebenem Pathos auf der anderen Seite dar. Das ist immer auch Geschmackssache, aber Ashkenazy scheint hier den idealen Mittelweg zu finden. Das soll aber wirklich nicht bedeuten, daß er an den Stellen, bei denen kraftvolles und intensives Spiel notwendig ist, sich irgendwelche Zurückhaltungen auferlegt. Sein Spiel ist leidenschaftlich, ohne übertrieben zu wirken, was für den überaus positiven Eindruck dieser Gesamtaufnahme mit ausschlaggebend ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)