"Es gibt vier Götter für mich: Johann Sebastian Bach, Wolfgang Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Das sind meine Hausgötter, und zwar so absolut, dass ich alle anderen beinah lassen könnte....
die letzten drei Sonaten, dann die G-Dur-Sonate, die D-Dur-Sonate und die große a-moll-Sonate, das sind alles gigantische Stücke......
Schubert interessiert mich da, wo sich seine Seele in der Musik spiegelt. ....Mein Schubert ist sehr wienerisch. Die meisten Schuberts, die ich höre, sind überhaupt nicht wienerisch.Ich kann nicht sagen, wie ich Schubert spielen würde, wenn ich nicht in Wien gelebt hätte, aber dieser Ländlerrhythmus und diese harmonischen Wendungen, zu denen Schubert von der lokalen Musik inspiriert worden ist, diese Klangfarben und emotionalen Farben die sind sehr wienerisch"
Diese Aussagen aus einem Interview mit Uchida. Sie spielt einen Schubert, der Zeitgenosse von Beethoven war, mit Ecken,Kanten und Leidenschaft. Deswegen ist das überzeugendste Stück auf dieser CD das Klavierstück D 946 Nr. 1. Ihre Leidenschaft, der entschiedene Zugriff prägt die Interpretation und macht diese spannend.
Ihre Interpretation der B-Dur Sonate sagt mir weniger zu. Mit dieser Zugehensweise kommt man bei dieser Sonate nicht weiter. Diese Interpretation , gerade des ersten und zweiten Satzes ist für mich merkwürdig diffus. Es ist eine sehr verschleierte Melancholie, irgendwie dumpf. An der Akustik kann es nicht liegen, denn die Klavierstücke auf der gleichen CD klingen anders und sind sicher mit dem selben setting aufgenommen. Vielleicht ist es ein Stück, das Frau Uchida nicht so liegt ? Bei der B-Dur Sonate ist ein Korstick, ein Rubinstein, ein Zacharias oder ein Brendel überzeugender.
Eine CD, die sehr unterschiedliche Eindrücke hinterlässt.