Richter's Debut in der Carnegie Hall in USA wurde zu einem durchschlagenden bahnbrechenden Erfolg, auch wenn Richter selbst es nicht so sah. Wie dem auch sei, als krönenden Abschluß spielte Richter bei jener Darbietung die Apassionata von Beethoven. Richter überzeugt durch ein furioses unbändiges und unaufhaltsames Temperament, welche in der Apassionata vor allem im Schlußsatz zur vollen Geltung kommt. Richter spielt die Apassionata atemberaubend und mit zornigem Ingrimm, dramatisch und fesselnd, bis zur alles verzehrenden Coda, dem entgültigen (Welt?-)Untergang.
Das zweite Klavierkonzert von Brahms ist ein Spätwerk von fast symphonischen Ausmaßen, wobei das Klavier keine dominierende Rolle spielt, wie es bei anderen Klavierkonzerten in der Regel der Fall ist (Zum Beispiel besitzt es keine Solokadenz). Dennoch besizt es etliche sehr reizvolle Solopassagen. Richter spielt dieses Konzert mit jugendlichem Elan, welches das ganze Konzert vorwärts treibt, so hat man jedenfalls den Eindruck. Die Klänge, welche Richter mit gewaltiger Macht aus dem Klavier donnert, wird man auf diese Weise wohl nie wieder hören, und man mag sich wundern wie wohl der alte Brahms auf solch eine feurige Deutung reagiert hätte.
Festzuhalten bleibt, daß beide Werke monumental eingespielt sind und sicherlich mit zum Besten gehören, was von Richter jemals festgehalten wurde.