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Wie aus dem Nichts zaubert Martha Argerich die ersten Takte des Klavierquartetts Nr. 1 g-Moll op. 25 hervor. Klänge aus einer anderen Welt scheinen es zu sein. Langsam baut sich das Ganze aber zu einer handfesten, dramatischen, immer wieder melancholischen Architektur zusammen. Hier die jubilierende, aber nie zu aufsässige Violine, da die wunderschön singende Viola. Hier der Halt gebende, aber unheimlich flexible Cello-Sound, da das immer wieder führende und vor Fantasie nur so sprudelnde Piano. Bis sich im ersten Satz zum Schluss wieder alles im Nichts verliert. Vibrierend der zweite Satz, herzzerreißend schön der dritte und im vierten und letzten Satz wird noch ein richtiges Feuerwerk gezündet.
Die Fantasiestücke op. 88 von Robert Schumann für Violine, Violoncello und Piano werden vom Star-Trio sehr lebhaft, aber in den entscheidenden Stellen auch äußerst fein und sensibel interpretiert. Das "Duett", in dem die Violine und das Cello, eingebettet in eine zurückhaltende Klavierbegleitung, miteinander dialogisieren, ist einer der Höhepunkte auf dieser Platte. Überhaupt bewegt sich die ganze CD auf höchstem Niveau, was ja auch durch eine Ansammlung von Stars nicht unbedingt Voraussetzung ist. Diese vier erstklassigen Solisten haben es aber geschafft, überaus konzentriert, pointiert, auch mit Witz, aber mit ebenso großer Ernsthaftigkeit zu musizieren. Ohne Effekthascherei sind ihnen einprägsame Interpretationen gelungen. --Rudolf Kamm
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Davon ist auf der vorliegenden CD, deren Erscheinungsdatum mehrfach verschoben wurde, glücklicherweise nichts zu merken. So sehr man auch die Entscheidung Martha Argerichs, solistisch kaum mehr aufzutreten, bedauern mag, stellt dies einen großen Glücksfall für die Kammermusik dar. An der Seite solch erstklassiger Musiker wie Itzhak Perlman oder eben den hier vereinten Kremer, Maisky und Bashmet entstanden schon eine Vielzahl hervorragender Konzerte und Aufnahmen. Erstaunlich insbesondere für denjenigen, der die Pianistin etwa aus Klavierkonzerten von Liszt oder Tschaikowsky kennt, ist auch auf der vorliegenden Einspielung ihre Fähigkeit, sich in Klangvolumen und Gestus an die kammermusikalischen Gegebenheiten anzupassen. Auch wenn sie naturgemäß eine führende Rolle einnimmt, spielt sie keineswegs ihre Partner an die Wand. Eben dieses Miteinander, die Integrationsfähigkeit auch der anderen Musiker ist bewundernswert, denn diese vier spielen ja im Gegensatz zu anderen Ensembles nur verhältnismäßig selten zusammen. Dennoch vereint sie eine ähnliche musikalische Herangehensweise, die weniger von intellektueller Durchleuchtung und strengem Strukturbewußtsein als vielmehr von Spontaneität und emotionaler Hingabe geprägt ist. Dies führt zu einem fast blinden gegenseitigen Verständnis im Zusammenspiel und einer vitalen, spannungsgeladenen Interpretation des Klavierquartetts. Dieses wohl bekannteste des Komponisten (Schönberg hat es später orchestriert) wird schon im ersten Satz mit drängender Leidenschaft angegangen, ohne jemals überhastet zu wirken. Hier und auch im zweiten Satz beeindruckt insbesondere die Fähigkeit der vier Musiker, mit ungemein frei wirkenden Rubati und Tempovariationen sowie einer reichhaltigen dynamischen Bandbreite den Spannungsbogen des Stückes zu gestalten. Auch das „Andante con moto" gerät zu einem mal zurückhaltend, mal auftrumpfend (4:40), immer aber aufregenden Wechselspiel. Fulminanter Höhepunkt der Einspielung stellt das unglaublich schwungvolle „Rondo alla Zingarese" dar, das mit einer ansteckenden Spielfreude aufwartet. In welchem Tempo die Argentinierin mit höchster Klarheit auch im pianissimo noch Läufe spielen und vor allem gestalten kann und mit welcher Verve ihr die drei anderen folgen und brillant gegenhalten, ist schlichtweg phänomenal. Dagegen wirken etwa die Interpretationen von Perahia (Sony) oder Rubinstein (RCA) langweilig, und auch Gilels (DG) muß spätestens in der fast rauschhaft gesteigerten Schluß-Stretta (ab 6:55) die Waffen strecken.
Die vier in Klaviertrio-Besetzung komponierten Fantasiestücke von Schumann zeigen die Interpreten auf ähnlich hohem Niveau, auch wenn hier der Ton Gidon Kremers manchmal etwas grell wirkt. Der samtige Klavierton Martha Argerichs und die Klangfülle Mischa Maiskys fangen dieses kleine Defizit aber ohne weiteres auf.
Die Tonqualität und auch die Balance zwischen den Instrumenten ist hervorragend eingefangen worden. Das mäßig informative Booklet kann an einer Kaufempfehlung für alle Musikbegeisterten nichts mehr ändern.
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