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Klaviermusik

Severin Von Eckardstein , Nikolai Medtner Audio CD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 20,63 Kostenlose Lieferung. Details
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Komponist: Nikolai Medtner
  • Audio CD (28. September 2007)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Mdg (CODAEX Deutschland)
  • ASIN: B000VOEI6W
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 198.591 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Canzona Matinata G-Dur Op.39 Nr. 4
2. Sonata Tragica C-Moll Op. 39 Nr. 5
3. Nr. 1 Hymne Vor Der Arbeit: Allegretto Molto Tranquillo
4. Nr. 1: Allegretto Frescamente
5. Nr. 2 March Of The Paladin: Allegro Marciale
6. Houmoresque
7. Nr. 3: Narrante A Piacere
8. Stimmungsbild Op. 1 Nr. 5
9. Nr. 4: Allegro Appassionato E Tempestoso
10. Leichtes Klavierstück Nr. 1
11. Albumblatt
12. 1. Introduzione: Andante Con Moto - Allegro
13. 2. Allegro Molto Sfrenamente, Presto

Kundenrezensionen

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5.0 von 5 Sternen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für einen vergessenen Komponisten 27. September 2009
Der junge deutsche Pianist Severin von Eckardstein ist mir im Laufe seiner bisherigen Karriere nicht nur durch seine musikalischen und pianistischen Fähigkeiten positiv aufgefallen, sondern auch durch sein außerordentlich breit gefächertes Repertoire, welches von Bach über Beethoven, Chopin und Schumann bis zu Prokofiev und zeitgenössischen Werken reicht. Von Eckardstein hegt auch ein starkes Interesse an Stücken abseits ausgetretener Pfade - in seinem ersten Rezital, welches ich besuchte, interpretierte er beispielsweise die "Grande Sonate" von Charles-Valentin Alkan. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er sich den Werken des russischen Komponisten Nicolai Medtner widmete: Zeitgenosse und Freund Rachmaninovs, wurde er in den letzten 50 Jahren sowohl bei Plattenaufnahmen als auch im Konzertbetrieb nahezu vollständig ignoriert, obwohl dies durch die durchweg außerordentliche Qualität seiner Kompositionen nicht gerechtfertigt ist. Erklären ließe sich dies durch das Festhalten Medtners an der Harmonik und Ablehnung der Zwölftonmusik, was ihm den Ruf eines rückwärtsgewandten Traditionalisten einbrachte. Im Gegensatz zu Rachmaninov, welcher diesem Vorwurf ebenfalls ausgesetzt war, sind die Werke Medtners nicht ganz so einfach erfaßbar und fordern in ihrer komplexen Rhythmik und Harmonik die Aufmerksamkeit des Zuhörers heraus. Wer sich jedoch ein wenig näher mit seiner Musik beschäftigt, wird durch die Erfahrung einer reichhaltigen und faszinierenden Klangwelt belohnt. Glücklicherweise integrieren mittlerweile eine ganze Reihe bekannter Pianisten seine Werke in ihre Konzertprogramme und CD-Aufnahmen (Hamelin (Die Klaviersonaten), Demidenko (Klaviermusik), Berezovsky (Märchenerzählungen & Lieder), was neben der mittlerweile sichergestellten Verfügbarkeit des Notentextes (dies war in früheren Jahren ein erhebliches Problem) zu einem vermehrten Interesse an seinen Werken geführt hat.

Die vorliegende CD bietet einen gelungenen Querschnitt der wichtigsten Werke-Zyklen Medtners und beginnt mit zwei Stücken aus den "Vergessenen Weisen" op. 39 - der zurückhaltend-lyrischen "Canzona Matinata" und der aufwühlenden "Sonata Tragica". Von Eckardstein überzeugt im ersten Stück mit einem sensiblen, fein nuancierten Anschlag und einer kleinen Portion Melancholie, im zweiten durch kraftvoll-packenden Zugriff, einem exzellenten Sinn für dramatischen Spannungsaufbau und einem auch bei großer manueller Beanspruchung durchsichtigen Spiel, das die teilweise komplexe Stimmenführung fast spielerisch bewältigt.

Neben den "Vergessenen Weisen" sind die diversen Sammlungen von "Skazka" oder Märchen ein zentraler Bestandteil im Schaffen von Medtner und haben ihn - ähnlich Griegs "Lyrischer Stücke" oder Mendelssohns "Lieder ohne Worte" - sein gesamtes Leben beschäftigt. Mit den vorgenannten Zyklen haben Medtners Skazka nur die relative Kürze gemein, übertreffen diese jedoch an technischer Schwierigkeit und musikalischer Komplexität erheblich. Einigen sind bezeichnende Namen gegeben, wie etwa dem "Marsch der Paladine" op. 14 Nr. 2, das von Eckardstein spitzfingrig, mit wohldosiertem Pedaleinsatz (höre etwa bei ca. 2.50) und motorischem Drive interpretiert wird; wieder andere sind kantabel-klangschön orientiert, wie beispielsweise das verträumt wirkende op. 26 Nr. 3 oder auch op. 26 Nr. 1, das von Eckardstein mit sehr gelungenen Echo-Effekten interpretiert. Höhepunkt der Skazka auf dieser CD ist aber unzweifelhaft das op. 35 Nr. 4, dem ein Zitat aus Shakespeares "King Lear" vorangestellt ist ("Blow, winds, and crack your cheeks!"), und welches in einem Maelstrom aus Noten den imaginären Kampf des verrückten Königs mit den Naturgewalten darstellt. Hier gelingt es von Eckardstein mit bewundernswerter Übersicht, die diversen Ausformungen des Themas auch bei höchster manueller Beanspruchung noch klar zu gestalten und durch seine technische Souveränität und mittels einer intelligenten Ausnutzung der gesamten dynamischen Bandbreite des Konzertflügels, im Stück eine unwiderstehliche Dramatik zu entfalten.

Wichtigstes Element in Medtners Oeuvre sind jedoch die Sonaten - seit Beethoven hat sich kein Komponist diesem Genre in ähnlichem Umfang gewidmet. Neben eher kurzen Werken wie etwa die vorgenannte "Sonata Tragica" finden sich dort auch Stücke wie die hier eingespielte "Nachtwind"-Sonate op. 25 Nr. 2 mit einer Spieldauer von gut 30 Minuten. Aufgrund ihrer Weitläufigkeit, harmonischen Komplexität und sehr hohen Schwierigkeitsgrades nur selten gespielt, erinnert sie in diesen Eigenschaften bisweilen an Rachmaninovs erste Klaviersonate (so etwa ab ca. 6.25 im ersten Satz), läßt jedoch die ganz individuelle Klangsprache Medtners bereits in den ersten Takten deutlich erkennen. Die "Nachtwind"-Sonate vereint in einem untypisch zweisätzigen Gerüst introvertierte Momente mit weit ausgreifenden, wuchtigen Zuspitzungen und einem melancholischen Unterton mit Scherzo-ähnlichen Einwürfen. Rachmaninov hielt Medtner für den besten lebenden Komponisten, und es spricht für diese Einschätzung, mit welcher strukturellen Übersicht und dennoch hoher Emotionalität diese Sonate geschrieben ist. Von Eckardstein gelingt hier eine großartige Interpretation, die absolute intellektuelle und manuelle Souveränität mit einem natürlichen Gespür für das Gestalten von Spannungsbögen vereint (man höre etwa das zielsichere Steigern ab ca. 13.40 im ersten Satz), und sich in den poetischeren Momenten auch zurückzunehmen weiß.

Wie bereits in der vorangegangenen Aufnahme (mit Werken von Skrjabin) spielt von Eckardstein auf einem knapp 100 Jahre alten Steinway, dessen warmer, bronzener Klang im Verein mit einer exzellenten Klangqualität Sound-technisch nichts zu wünschen übrig läßt. So ist die vorliegende CD unter allen Gesichtspunkten eine Bereicherung für jede CD-Sammlung und eine hervorragende Gelegenheit für eine erstmalige Beschäftigung mit dem Werk des russischen Komponisten für diejenigen, die ihn bislang nicht kannten.
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