Es gibt zahllose Klavierkonzerte. Viele davon sind herausragend, aber einige sind ganz besonders, entweder aus sich selbst heraus, oder weil sie alles Nachmalige beeinflussten.
Robert Schumanns Konzert für Klavier und Orchester a moll op. 54 ist ein solches Werk. Aus der Frühromantik stammend nahmen sich zahllose Komponisten nachfolgender Generationen dieses herrliche Werk zum Vorbild. Das Stück eröffnet mit einem leidenschaftlichen, hochvirtuosen Allegro affetuoso. Nach einem Orchestertutti entwickelt sich das zarte, pittoreske und tief empfundene Hauptthema. Der Satz offenbart sich als ein wilder Ritt durch die Gefühlswelten des Menschen.
Verschnaufen kann der Hörer nur kurz, dafür ist das Intermezzo nicht üppig und tiefsinnig genug. Zügig mündet es ins Finale, ein pathetisch ausladendes Allegro vivace. Es ist durchaus nicht vermessen zu behaupten, dass sich Schumann hier am Gipfel seines Schaffens befindet.
Und so verhält es sich auch mit dem Klavierkonzert a moll op. 16 von Edvard Grieg: Es ist der Höhepunkt seines Schaffens. Das große Schumann Konzert war sein großes Ideal. Häufig in der Literatur hat man es erlebt, dass ein Werk, das einem anderen nachempfunden ist, mit dem Original nicht mithalten kann. Ich möchte behaupten, dass Grieg Schumann mit seinem wundervollen Konzert sogar noch übertroffen hat.
Nach einem eindrucksvollen Paukenwirbel eröffnet das Klavier schichsalsschwer und typisch nordisch. Auch dieser Satz entwickelt ein zartes, expressives Thema. Der zweite Satz ist ein empfindsames, getragenes Adagio.
Im Finale setzt Grieg zunächst ein marschähnliches Thema, das er schließlich in einen hitzigen Höhepunkt manövriert. Abgeschlossen wird dieses grandiose Oeuvre durch einige beeindruckende Maestoso Akkorde.
Krystian Zimerman spielt diese beiden hochvirtuosen, anspruchsvollen Werke technisch perfekt und verleiht den Werken die rechte Würze. Herbert von Karajan begleitet den Polen mit den ausgezeichnet spielenden Berliner Philharmonikern scharf akzentuiert, charaktervoll und unprätentiös. Die Tonqualität ist hervorragend.
Fazit: Eine Jahrhunderteinspielung! Zwei ausgezeichnete Klavierkonzerte in phänomenaler Einspielung!