Seit einigen Jahren zählt der französische Pianist David Fray zu den Top-Stars der jüngeren Generation. „Klavierspiel auf höchstem Niveau“, urteilt The Guardian, und Spiegel Online lobt seinen „singenden, tastenden und dennoch erzählerisch auftrumpfenden Klavierstil“ und bescheinigt ihm, „den aufregendsten Bach seit Jahrzehnten“ zu ... Lesen Sie mehr im David Fray-Shop
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Selten gibt es Pianisten, bei denen sich geistige Durchdringung und ein Gespür für tiefere musikalische Zusammenhänge so einmütig die Hand reichen wie bei David Fray. Weder scheut der junge französische Pianist die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Klavierspiel, noch mangelt es ihm am Flügel an direkter künstlerischer Überzeugungskraft. Von Boulez über Bach und Schubert hat er jetzt zu Mozart gefunden - und zwei seiner großen Klavierkonzerte eingespielt.
"Vor allem möchte ich für eine bestimmte Vision von Musik eintreten, ohne ihren Wert oder ihre Niveauhöhe zu verändern. Musik bedarf keiner Popularisierung, denn sie ist aus sich selbst heraus für jeden zugänglich", sagt David Fray. Schon bei Schuberts Musik war ihm dies gelungen: Die Sunday Times lobte Frays Meisterschaft, "jede einzelne Note mit Bedeutung zu füllen". Mozarts Klavierkonzerte bieten hier eine ganz neue Herausforderung, stehen sie doch genau zwischen dem Ausdruck tiefer persönlicher Emotion und klassischer Repräsentation. Die Werke dieser Aufnahme entstanden in zeitlicher Nachbarschaft, in den Jahren 1785 und 1786, als Mozart auf der Höhe seines Ruhmes stand, als er selbst Triumphe als Pianist feierte und sich seine Konzerte selbst in die Finger schrieb. Viele haben Mozarts Konzerte mit instrumentalen Opern verglichen, in denen sich zwischen Klavier und Orchester ein dramatischer Dialog vollzieht. Ein weites Feld für David Fray, auch hier die Noten mit Bedeutung aufzuladen - und sein künstlerisches Selbstverständnis zu beweisen: "Ich bin ein altmodischer Musiker, ein Handwerker, der eine gut gemachte Arbeit liebt. Ich misstraue der Technik, allerdings verstehe ich, dass wir damit leben müssen. - Im Grunde mag ich aber keine Kompromisse, und so versuche ich das Unversöhnliche zu versöhnen: Freiheit und Disziplin, Gesang und rhythmische Energie, Unbeschwertheit und Ernst, Leichtigkeit und Tragödie - als Musiker und als Mensch."
Produktbeschreibungen
CD David Fray/Phil.Orch/Jaap Van Zweden
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"Lange habe ich mich an Mozart nicht so recht getraut. Zu einfach, zu kompliziert. Zu klar, zu rätselhaft."
So beginnt David Fray im Booklet zu seiner Mozart-CD. Fehlt es ihm an Demut, an gebührendem Respekt gegenüber Mozart? Eher nicht. David Fray verortet in seinem klugen Essay die beiden Klavierkonzerte zeitlich zwischen den Mozart-Opern "Le nozze di Figaro" und "Cosi fan tutte". Er betont den inhaltlichen musikalischen Zusammenhang zwischen den Opern und den Klavierkonzerten 22 und 25. Und tatsächlich hört sich beispielsweise der zweite Satz - das Andante - aus dem Klavierkonzert 25 wie eine Opernarie an. Entsprechend gesanglich gestaltet Fray seinen Ton. Und entsprechend hat er sich für ein großes Orchester als Begleitung entschieden. Niemand würde Friedrich Gulda vorwerfen, dass er seine Mozart-Klavierkonzerte mit dem Concertgebouw Orkest aufgenommen hat. Übrigens hat sich David Fray im Klavierkonzert 25 für eine Kadenz von Gulda entschieden, im Klavierkonzert 22 für eine Kadenz von Edwin Fischer. Beide Kadenzen sind musikalisch ganz verschieden, was die CD noch interessanter macht - und wirken gänzlich zeitlos. David Fray spielt sie grandios.
Was das Cover betrifft: Die Fotoästhetik der Klassiklabels hat sich bekanntermaßen in den vergangenen Jahren gewandelt. Die Fotos sind werbender und kunstvoller zugleich geworden, voller Anspielungen an die bildende Kunst. Statt Schmetterlingen über Klatschmohnfeldern oder einem Alfred Brendel in karierter Schiebermütze, was fotoästhetisch nicht gerade zu nostalgischer Rückschau einlädt, präsentieren die Plattenlabels ihre Künstler nun in artifiziellen Inszenierungen.... Übrigens auch Hélène Grimaud, deren Mann einer dieser berühmten Fotografen ist. Seltsamerweise empören sich Rezensenten nicht über die appetitlichen bis lasziven Ablichtungen weiblicher Künstler. Außerdem: Niemand käme auf die Idee, Alfred Brendel musikalischen Biedersinn vorzuwerfen, nur weil er eine solche Mütze trägt. Dieser Kurzschluss ist absurd.
Ich möchte diese neue CD wärmstens empfehlen. Ein völlig unprätentiöser, nur dem musikalischen Ausdruck sich verpflichtender junger Künstler mit nicht nur enormem Potential, sondern schon jetzt mit erstaunlicher Reife und noch erstaunlicherer Imaginationskraft hat sich dem schwierigen, wunderbaren Mozart angenähert. Wer auf arte den Film von Bruno Monsaingeon über die Aufnahme des Mozart-Klavierkonzertes Nr. 25 gesehen hat, konnte wahrnehmen, dass es David Fray in keinem Moment an Spannung im Spiel mangelt. Er sucht sorgfältig nach dem charmantesten, intensivsten musikalischen Ausdruck und hat dabei immer die gesamte Struktur des Satzes im Ohr. Alle seine Gestaltungsvorschläge bei der Erarbeitung mit dem Dirigenten überzeugen mich - und seine musikalische Energie höre ich in jedem Takt. Aber auch seine sensible Interpretation des zutiefst traurigen zweiten Satzes des Klavierkonzerts Nr. 22 berührt mich sehr. Überhaupt lernen wir mit David Frays Interpretation nicht nur einen energischen, sondern auch einen sehr verletzlichen Mozart kennen. Den Andantesatz aus dem Klavierkonzert Nr. 22 muss Mozart übrigens so überwältigend gespielt haben, dass sich seine Wiener Zuhörer, wie sein Vater an Mozarts Schwester Nannerl schrieb, eine Wiederholung erklatscht haben.Lesen Sie weiter... ›
Die Aufnahme der Klavierkonzerte Johann Sebastian Bachs war ein Geniestreich. Sein Schubert rührt zu Tränen. Auf der Bühne ist David Fray mit Recitals von Mozart und Beethoven ein Ereignis. Selten habe ich solch eine mitreißende und doch so hochsensible Waldsteinsonate erleben dürfen.
Aber dann die vorliegende Aufnahme! Ein Mozart, der gewiss tiefgründig gedacht sein mag - doch von der erhabenen Tiefgründigkeit zur Langeweile ist es oft nicht weit. Denn bei aller Gedankenschwere, bei aller erhabenen klanglichen Schönheit fehlt der begeisternde Schwung, fehlt die brillante Klarheit seiner Einspielung der Bachschen Klavierkonzerte. Und das Orchester dräut dazu bedeutungsvoll, doch leider ohne Esprit, ohne Schwung, und leider ohne auch nur einen Funken musikalischer Spannung. Wieso nicht mit den Bremer Kammerphilharmonikern, fragt man traurig? Die hätten es gewiss wesentlich besser gemacht. Aber so bleibt leider nur leicht gelangweilte Leere. Immer möchte man aufspringen und rufen: Los! Jetzt! Aber da kommt... leider nichts. Und so bleibt "leider" leider das meist gebrauchte Wort in dieser Kritik. So leid mir das für den sonst von mir so verehrten David Fray tut. Mit diesem Mozart hat er sich aus meiner Sicht völlig verhoben - das aber auf unbestritten pianistisch höchstem Niveau. Wie schade. Leider.
Mozart zu spielen,ich schreibe es immer wieder, ist mit das Schwerste, was sich ein Pianist antun kann. Man kann sich hinter Noten nicht verstecken, die eigene Tiefe wird schonungslos offenbart.
Nun fängt schon das Problem an: ich sehe das Cover, denke an den jungen Pogorelich und zugleich, was für eine Pose. Gedanke zwei, mit Posieren kann Mozart nicht gelingen. Nur der demütige, unverstellte Zugang sichert Beglückung. Deswegen hat uns Clara Haskil so beschenkt.Posen waren ihr völlig fremd. Sie hasste die Öffentlichkeit, nur wegen der Musik trat sie auf. Als Mensch verschwand sie vollkommen hinter dem Werk und SO konnte dieses leuchten.
Interpreten stellen oft sich selbst in den Vordergrund. In dem Umfang, in dem ihnen das weniger wichtig wird, gewinnt ihre Interpretation von Mozart. Am Beispiel Brendel kann man dies sehr gut nachvollziehen. Der späte Brendel, der niemanden mehr irgendetwas beweisen musste ( zB in seinen farewell-Konzerten) war bei Mozart angekommen.
Fray ist jung und wenn man ihn sieht, entweder live oder bei youtube kommt er einem vor wie eine kleine Kopie von Gould, so wie er in den Flügel völlig hineinkriecht.
In der Auseinandersetzung von dem Dirigenten von Zweeden ( der öfters mal skeptisch schaut) entwickelt Fray seinen Mozart. Nicht süsslich, teilweise sogar ein wenig schroff.
Wenn ich nun endlich zu dieser Aufnahme komme, kann ich letztlich nicht sonderlich empfehlen. Schon wegen des Orchesters. Mit einem solchen Orchester möchte ich heute Mozart nicht mehr hören. Es gibt so viele schlanke Aufnahmen mit kleineren Orchester, dass mir dieses einfach zu dick aufgetragen ist....
Zugunsten des Pianisten mochte ich schreiben, dass er sicher ein interessanter Mann ist, aber seine Mozartinterpretationen noch den Anteil an Ego haben, der beglückenden Interpretationen im Wege steht. Sehe ich mir Auszüge der Aufnahmesitzung auf youtube an, ist aber in jedem Fall der gelungene Anschlag zu geniessen und man darf getrost warten: hier ist viel Potential vorhanden.Lesen Sie weiter... ›
.. und der "Kaiser" ist doch bloss nackt ! Ich kann mich dem allgemeinen "Bohei" um diesen Herrn Fray überhaupt nicht anschließen - auch die hier von einem Vorrezensenten als derart begnadet befundenen Bach-Einspielungen missfallen mir aufs Äußerste, weil sie 1.) nichts neues oder auch nur irgendwie eigenes haben und (vor allem) 2.) von Fray derart aufdringlich und schon ekelerregend eitel präsentiert werden (s. den dabei gedrehten Film), dass es mir übel wird. Vielleicht muss man sich als junger Künstler heutzutage so darstellen, um im "großen" Musik-BUSINESS Aufmerksamkeit zu erregen...? (Ich denke das, nebenbei bemerkt, eigentlich nicht, da es auch wirklich gute Gegen-Beispiele gibt, und sage dies vielleicht mit einiger Berechtigung, da ich selbst junge Musiker ausbilde.) Das Video der Plattenfirma entblößt hier doch überdies die ganze Unternehmung als völlig fahrlässig: Da treffen sich ganz offenbar 2 vom "Betrieb" zusammen-"gewürfelte" Musiker, die gerade "in" sind, und fuhrwerkeln irgendwie pseudo-esoterisch ("Ich stell' mir das wie halb-schlafend und halb-wach vor"...hatadudadudaduda...) an den Stücken herum: Ich erkenne da (als Musiker notabene !) keine "Gestaltungsvorschläge" - wie hier zuvor positivistisch dargestellt, denn Frays Einlassungen sind immer bloss "aus dem Bauch heraus" und zuallermeist "uninformiert" und also oft haarscharf am Befund des Notentextes vorbei, der bei einiger Kenntnis der Sachlage zu deren Zeit uns vieles über seine Ausführung verraten könnte (jawohl: Auch WISSEN gehört zuallererst zur Musik !...), und ich bezweifle im übrigen auch, ob Fray sich für irgendeine "Orchesterstärke entschieden hat" (also ich als zuständiger Dirigent würde mir zumindest da nicht einfach dreinreden lassen...). Herr van Zweden guckt in dem Einspieler schon immer so, als ob er die Sache noch gar nicht beherrscht und probiert sich dann dirigentisch aus; und bei der Orchesterprobe merkt man schließlich, dass er in "seinem" Metier wirklich überhaupt nicht zu Hause ist - wobei (spätestens) der ganze Musikbetrieb schlicht zur Farce gefriert, weil deutlich wird, dass er - obwohl zweifelsohne sicher ein sehr, sehr guter Geiger (immerhin mal 1. Konzertmeister des wunderbaren Concertgebouw Orkest) - als Dirigent womöglich nur von ebendiesem Marktwert zehrt. (Warum - um alles in der Welt - werden an sich gute MusikerInnen so oft in Situationen (Rollen, Stimmlagen, Partien, Fächer...) hineingezwungen, die sie gar nicht beherrschen, beherrschen können, zu beherrschen brauchen ? Wieviel Talent auf diese Art schon missbraucht wurde seitens der Musik-FIRMEN...!?) Und David Fray imitiert ständig haltungsmäßig Glenn Gould und spielt dabei einen derart langweiligen, aalglatten und uninteressanten, zumal eben auch uninformierten Mozart herunter, was alles man aber beim Hingucken allzu leicht vergisst: Denn der Mann kann einfach genial tun, was Haarschnitt und Gebärde anbelangt. M.E. also ist da gar nichts, nicht mal was (verehrter anderer Vorrezensent) vom "jungen Pogorelich". Dies hier scheint mir reiner Hype. Um Nichts. Denn Klavier spielen können viele....Lesen Sie weiter... ›