Kurzbeschreibung
Das Programm, das die junge Pianistin Lise de la Salle für ihre dritte CD ausgewählt hat, steht im Zeichen der Jugend. Zusammen mit dem Gulbenkian Orchester und dem Dirigenten Lawrence Foster hat sie jeweils die ersten Klavierkonzerte von Schostakowitsch, Liszt und Prokofjew eingespielt. Sergei Prokofjew war gerade 21 Jahre alt, als er sein erstes Klavierkonzert zum ersten Mal in Moskau vorspielte und damit seine kompositorische Reife bewies. Für sein Abschlussexamen am Konservatorium in Sankt Petersburg verwendete er ebenfalls dieses kühne Meisterwerk. Dmitri Schostakowitsch war lediglich fünf Jahre älter als Prokofjew, als er sein erstes Klavierkonzert 1933 komponierte. Die Besetzung für Streicher, Solotrompete und Klavier ist mehr als ungewöhnlich, und auch das Finale gleicht einer Achterbahnfahrt mit permanent unerfüllten Erwartungen, die der Pianist mit einer aggressiven Schlussparole im Broadway-Stil beendet, bevor ihn die Trompete zur Schlusskadenz treibt. Nur Franz Liszt war nicht mehr blutjung, als er 1849 eine erste Version seines Klavierkonzerts in Es-Dur fertigstellte, die er danach mehrfach (1853 und 1856) überarbeitete. Noch vor der endgültigen Fassung spielte er das Klavierkonzert Nr. 1 im Februar des Jahres 1855 in Weimar unter der Leitung von Berlioz. Es ist ein würdiges Werk mit einer ständig wechselnden Atmosphäre.
Lise de la Salle hat diese Werke mit einer unglaublichen Leichtigkeit eingespielt, denn am Klavier ist sie vollkommen in ihrem Element. Ihr Spiel besticht in erster Linie durch das Gleichgewicht zwischen technischer Beherrschung und ihrer persönlichen Fantasie bei der Interpretation.