Es ist schon bemerkenswert, wie Aufnahmen heute restauriert werden können. Berlin 1935, restauriert von einer Platte mit 78 Umdrehungen. Das Orchester klingt natürlich deutlich reduziert, ist aber beim zweiten Satz von op. 73 und beim vierten Konzert nicht unbedingt ein Mangel. Der Klavierton ist erstaunlich gut erhalten auch wenn bei der Aufnahme von 1935 ein Grundrauschen wohl nicht herauszufiltern war. Kempff war ein Poet. Das kommt dem zweiten Satz des fünften Konzerts sehr zu gute, auch dessen lyrischen Passagen im ersten Satz und dem vierten Konzert ohnehin. Bemerkenswert, mit welchen hellen, munteren Klavierklang er den dritten Satz von op. 58 spielt. Einer der Lordsiegelbewahrer des Beethovenspiels. In Wirklichkeit ein Anschlagskünstler, Trillerketten im zweiten Satz des fünften Konzerts- unglaublich gleichmässig, mit delikatem Anschlag.Nach wie vor eine der ganz grossen Wiedergaben dieses wunderbaren Satzes. Ein wichtiges historisches Dokument.