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Klavierkonzert Nr.2+3 [SACD]

Scherbakov , Yablonsky , Rsso , Sergej Rachmaninoff Audio CD
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Komponist: Sergej Rachmaninoff
  • Audio CD (2. Februar 2004)
  • Hinweis: SACD-kompatible Hardware erforderlich
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Format: SACD
  • Label: Naxos Sacd (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-)
  • ASIN: B000001KMT
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 351.076 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

1. Pianokonsert Nr 2 & 3 - Scherbakov Konstantin

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3.0 von 5 Sternen Solide Interpretation, schlechte Multikanal-Tontechnik 10. Oktober 2004
Das Low-Budget-Label Naxos hat mittlerweile eine ganze Reihe von Aufnahmen der Klavierkonzerte Rachmaninovs vorzuweisen, u.a. mit den Pianisten Jenö Jando, Idil Biret und Bernd Glemser. Mit der vorliegenden Aufnahme von Konstantin Scherbakov - als Gewinner des Rachmaninov-Wettbewerbs (1983) in Moskau durchaus prädestiniert für diese Werke - kommt nun eine weitere hinzu. Da diese Einspielung die erste ist, die auf den hochauflösenden Tonträgern SACD und DVD-Audio verkauft wird, ist sie wohl als technisches Vorzeigeobjekt gedacht. Dazu ist zunächst anzumerken, daß sie nicht in DSD, dem SACD-eigenen Aufnahmestandard, entstanden ist, sondern in herkömmlichem, wenn auch hochauflösenden PCM-Verfahren aufgenommen und lediglich in DSD abgemischt wurde. Weiterhin ist bedauerlicherweise festzustellen, daß die außergewöhnlichen Möglichkeiten der neuen Tonformate in äußerst unbefriedigender Weise genutzt wurden: In der Multikanal-Version ist das Klavier so sehr in den Hintergrund gerückt, daß es an vielen Stellen kaum zu hören ist, befindet sich im Klangbild weit hinter dem Orchester und besitzt weder Brillianz noch dynamische Bandbreite. Dabei soll hier kein Plädoyer für eine unnatürliche Prominenz des Pianisten gehalten werden, wie jüngst im Falle der desaströsen Tontechnik bei Krystian Zimerman (DG). Die hier anzutreffende völlige Nivellierung und faktische Abschaffung der Solistenrolle des Klaviers erscheint als entgegengesetztes Extrem aber ebenso untauglich. Der fast gleichmäßig über alle fünf Lautsprecher verteilte Klangbrei gewinnt erst an Definition, wenn man die Stereo-Version anwählt, auch wenn selbst dann der Dynamikumfang nur durchschnittlich ist - aber zumindest ist das Klavier an einer natürlichen Stelle wahrzunehmen und geht nicht völlig unter.

Nach dieser doch recht ausführlichen technischen Beschreibung nun zu der musikalischen Seite der Einspielung. Konstantin Scherbakov hat sich in der Vergangenheit mit exzellenten Einspielungen Medtners, Schostakowitschs und Godowskys hervorgetan und konnte auch bei Liszt und Lyapunov seine hervorragenden manuellen Möglichkeiten unter Beweis stellen. Im Falle der zwei bekanntesten Klavierkonzerte Rachmaninovs wählt er insgesamt relativ breite Tempi, ohne dabei die Expansivität von Ashkenazy/Fistoulari (Decca) oder gar Rösel/Sanderling (Berlin Classics) zu erreichen. Seine von Sensibilität geprägte Herangehensweise kommt vor allem dem zweiten Konzert zugute, wo Scherbakov insbesondere im zweiten Satz eine wunderbar träumerische Atmosphäre schafft und auch im ersten Satz dem großartigen Orchesterpart Gelegenheit gibt, zur Geltung zu kommen. Überhaupt ist die Integration seines Spiels mit dem von Dmitry Yablonsky gekonnt, aber etwas routiniert geleiteten Orchesters eine der Stärken dieser Aufnahme. Man vermißt jedoch, insbesondere im dritten Satz, eine gewisse Spannung - Scherbakov wirkt hier oft zu passiv, etwas einfallslos.

Dieser Eindruck verstärkt sich noch im dritten Klavierkonzert: Während Scherbakov den manuellen Anforderungen offensichtlich ohne weiteres gewachsen ist und in den lyrischen Passagen durch sichere musikalische Instinkte und eine hohe Anschlagskultur gefällt, kommt dieser Ansatz in den turbulenteren Stellen - und ganz besonders im abschließenden Finale - zu brav daher. Ohne ihn gleich mit einer Starkstrom-Interpretation wie jener von Martha Argerich (Philips) zu vergleichen, deren atemberaubende, elektrisierende Deutung wohl kaum zu übertreffen ist, bieten auch Byron Janis (Mercury), Horowitz/Reiner, Volodos (Sony), Lugansky (Warner), Wild (Chandos) und nicht zuletzt der Hauskollege Glemser deutlich mehr an musikalischem Zündstoff. Alles wirkt stilvoll und musikalisch, aber eben auch etwas zu geradlinig.

Sollte der niedrige Preis für den geneigten Hörer ein ausschlaggebendes Argument sein, sollte man sich aufgrund der Probleme der Multikanal-Version für Glemser (Naxos) entscheiden; ansonsten stellen Richter (DG), Grimaud (Teldec) und Ashkenazy für das zweite, Janis (Mercury) und Wild (Chandos) auch für das dritte neben den schon genannten Pianisten eine musikalisch um Längen höherwertige Alternative dar. Soll es unbedingt Multikanal-Sound auf einer SACD sein, wäre Hough (Hyperion) eine ebenfalls deutlich spannendere Wahl dar.

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