Nun hat also auch das Label Naxos den russischen Meister des 20. Jahrhunderts entdeckt.
In hervorragender Aufnahme- und Interpretationsqualität werden hier drei besonders schöne und wichtige Werke von Boris Tschaikowsky vorgelegt.
Das Klavierkonzert aus den 70igern stellt nicht nur eine Emanzipations des Rhythmus dar, sondern zeigt das Klavier in all seinen perkussiven und lyrischen Elementen. Das Konzert ist mitreisend und immer wieder rätselhaft. Es präsentiert wieder aufs Neue den unglaublichen Einfallsreichtum und die Farbkraft der Orchestration des Genies aus Moskau.
Die Kantate für Sopran und Orchester "Tierkreiszeichen" ist ein Schlüsselwerk Tschaikowskys. Hier werden nicht nur textlich die Grenzbereiche der menschlichen Existenz angesprochen. Besonders eindrucksvoll für mich - die Vertonung des Gedichts von Marina Zwetajewa "Kreuzung der 4 Wege".
Den effektvollen Abschluss bildet das kurze aber eindrucksvolle Klarinettenkonzert aus den 50iger Jahren. Neben dem Soloinstrument werden lediglich drei Trompeten als Vertreter der Bläsergruppe eingesetzt, was dem Werk eine besondere Note verleiht. Es sprudelt nur so vor Farbigkeit und Melodien.