Dem Liebhaber englischer Spätromantiker wird Harty längst ein Begriff sein - entweder als Dirigent oder als Komponist. Daß Harty neben Ernest J. Moeran zu den "irischsten" Stimmen gehört wird wohl auf dieser CD am deutlichsten. Die "Comedy Overture" ist ein wunderbares rud 13 Minuten langes Stück, in dem Harty gekonnt irische Traditionals und eigene Ideen verschmilzt. Auch in den "Fantasy Scenes", basierend auf orientalischen Motien, hört man irische Themata durch. Doch am deutlichsten schlägt Irland im wunderbaren Klavierkonzert durch, hier erstklassig durch Peter Donohoe eingespielt. Oszillierend zwischen Rachmaninov und irischer Volksmelodie nimmt dieses Werk unmittelbar gefangen, bezaubert im Mittelsatz durch impressionistische Farbigkeit und tänzerischen Elan im Schlußsatz.
Wieder eine wunderbare Veröffentlichung der Reihe "British Piano Concertos", der man eine lange Lebensdauer wünscht. Nun müßten auch noch Geheimtips, etwa George Lloyd, Wiliam Busch, Armstrong-Gibbs und Duncan folgen...