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Klavierkonzert 3/Klaviersonate 8

Anna Gourari , Colin Davis , Sd , Gourari , Stkap.Dresden , et al. Audio CD
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Komponist: Ludwig Van Beethoven
  • Audio CD (2. Oktober 2001)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Koch Classics (Universal Music)
  • ASIN: B00005OBZ7
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 255.328 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Piano Concerto No. 3 c-Moll op. 37: Allegro con brio
2. Largo
3. Rondo. Allegro
4. 32 Variations on an original theme
5. Piano Sonata No. 8 (Pathetique): Grave – Allegro di molto e con brio
6. Adagio cantabile
7. Rondo. Allegro

Produktbeschreibungen

Amazon.de

Beim Echo-Preis der Klassik wurde sie im September 2001 zur "Instrumentalistin des Jahres" gekürt. Was auch immer das heißen soll, Anna Gourari spielt auf ihrer aktuellen CD Beethoven wie lange niemand mehr. Dem starren Klangbild der Buchbinders, Pollinis und Brendels, deren gruftige Sonaten-Testamente zu einer vorwiegend unromantischen Rezeption der Werke Beethovens heute führten, hat die junge Russin mächtig viel junges Blut in die Venen gepumpt.

Vor allem Beethovens 3. Klavierkonzert durchpflügt Gourari gemeinsam mit Sir Colin Davis und der Staatskapelle Dresden wild und virtuos. Sir Davis labt sich und damit das Orchester hier an dem Jungbrunnen, den die Pianistin darstellt. Das tut ihm gut, und man hört es. Positive Vergleiche mit anderen Pianisten seien hier vermieden. Das wird der Sache auch nicht gerecht, denn Gourari ist jung und erspielt sich hier eine Eigenständigkeit, die sich durch das individuelle Werk und nicht durch schon Gehörtes erklärt. Ein kräftiger Anschlag, trotz relativ kleiner Hände volle mehrstimmige, satte und gleichzeitig nimmersatte Akkorde. Und im zweiten Satz wunderbare Lyrik, nicht mit russischer Wodka-Melancholik, sondern mit einer eher für die langsamen Sätze bei Mozart typischen Jenseitigkeit. Im dritten Satz prescht sie dann auf und davon, das Orchester in sicherer Entfernung im Windschatten hinterher.

Danach dann die c-Moll Variationen von Beethoven. Gourari hat "zu dieser Tonart eine innige Beziehung wie zu keiner anderen". Und so erwischt sie auch hier eine kontinuierlich überzeugende, und vor allem rührende Interpretation. Nicht nur mit klaren Oberstimmen, sondern mit einem dezidiert vielschichtigen Spiel, das mit zehn Fingern eigentlich gar nicht auskommen möchte, macht sie hier klar, dass es ihr ernst ist mit Beethoven. Selten ist der Zyklus so kurzweilig und wenig verkopft zu hören. Und es ist nicht die splendide Technik allein, die hier die Läufe, Triller, Seufzerkaskaden blitzen lässt. Nein, vielmehr empfindet Anna Gourari offenbar ganz tief, was hier formal und vor allem melodiös Sache ist.

Nur der zweite Satz der nachfolgenden Sonate c-Moll Pathétique, die sie insgesamt natürlich ebenfalls bravurös absolviert, gerät ihr zu hastig. So schnell schlägt kein Herz im Adagio, auch nicht wenn es jung und temperamentvoll ist. Aber das wird der Käufer der CD gern verzeihen. Wenn man Anna Gourari zuhört, wünscht man sich, Beethoven hätte all seine Musik in c-Moll geschrieben. --Jens Peter Launert


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beethoven - Entschlackt und Wunderbar 5. Februar 2002
Wer Aufnahmen der Pathétique kennt, weiß man erwarten darf: Düstere, romantisch-verschleierte Interpretationen (bis hin zum musikalischen Gruselkabinett). Hat jemand schon einmal daran gedacht, dass Betthoven bei der Komposition der Sonate gerade mal 29 war? Also noch ziemlich jung. Ist an dieser Sonate die so beliebte historisierende Aufführungspraxis vorbeigegangen? Fast könnte man meinen, Bachs Matthäuspassion würde heutzutage immen noch in Mendelssohn'scher (üppigster) Besetzung aufgeführt.
Bei Anna Gourari klingt die Sonate ganz anders, ganz neu, wie die Musik eines jungen Menschen, voller Unruhe und Feuer.
Die Leichtigkeit der Artikulation (man höre - und staune - die wunderbar gestaltete Begleitung der linken Hand im zweiten Satz bei der Reprise des Themas, wo die Noten endlich so artikuliert werden wie es in den Noten steht. (Ein Umstand, den sogar die Guldas und Brendels dieser Welt großzügig "übersahen"). Der emotionale Sog dieser Interpretation ist vom ersten bis zum letzten Akkord zu spüren. Ein seltener Eindruck, den man nicht oft erfahren kann.
Die charaktervollen Variationen tragen auf unverwechselbare At und Weise die Handschrift einer großen Pianistin und Musikerin, die Musik-Werke mit einer unvergeleichlichen emotionalen Hingabe spielt, wie kaum eine/r (die Chopin-Scherzi sind glühende Beweise ihrer großen Kunst!).
Das Beethoven'sche 3. Klavierkonzert ist unter der souveränen Leitung von Sir Colin Davis und im Zusammenspiel zwischen Orchester und Klavierwunderschön.
Man darf hoffen, noch viele Interpretationen dieser jungen phänomenalen Klavierspielerin zu hören.
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6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unvollkommener Ausdruck, mangelhaftes Orchester 21. März 2002
Anna Gourari hat sich in der Pianistenszene (zu Recht) vor allem mit ihrer Einspielung von Skrjabin-Klavierstücken gemacht und danach mit einer unkonventionellen Deutung von Chopin überrascht. Nun ist also - als "Soundtrack" zum Film - eine Beethoven-CD entstanden. Um es vorwegzunehmen: Die hohen Erwartungen, die man aufgrund der vorigen Einspielungen haben könnte, werden leider nicht erfüllt. Im Falle des Klavierkonzerts ist dies nur zum Teil die Schuld der Pianistin, denn dort verhindert vor allem das uninspiriert, ungenau und jeder musikalischen Dramatik ausweichende Orchester ein gelungeneres Ergebnis. Welch himmelweiter Unterschied zu so vorzüglichen Aufnahmen wie mit Simon Rattle (Philips) oder Abbado (DG)! Gerade bei Beethoven dient der Orchesterpart nicht nur zur Untermalung des Solisten wie etwa bei Chopin oder Liszt, sondern beide Seiten sollen sich ergänzen, komplettieren oder wenigstens durch unterschiedliche Interpretationsansätze einen musikalischen Konflikt austragen. Nichts davon passiert hier jedoch, und das Ergebnis ist nichts als Langeweile. Ungleich spannender, vielschichtiger und frischer wirken da die Einspielungen etwa von Gerhard Oppitz (RCA), Alfred Brendel (Philips) oder Maurizio Pollini (DG), die der vorliegenden Aufnahme in allen Aspekten vorzuziehen sind.
Die Solostücke sind dann schon deutlich besser, auch wenn Anna Gourari den Titel "Pathétique" der Sonate musikalisch nicht umzusetzen vermag. Anerkennenswert ist, daß sie sich nicht zu Manierismen und überzogenen Effekten versteigt und die Musik damit verbiegt. Jedoch bleibt damit genauso der pathetische, zuweilen aufwühlende Charakter der Sonate auf der Strecke; dafür gerät dann das Adagio am Schluß überhastet.
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