Argerich und Mozart ? An anderer Stelle hatte ich schon einmal meiner positiven Überraschung Ausdruck gegeben, wie intensiv sie dem d-moll KOnzert Kontur gibt.
Hier soll es um das Doppelkonzert KV 365 gehen, dass sie mit Rabinovitch spielt. Vor allem um die Frage des Tempos.
Martha Argerich ist als eine äusserst temperamentvolle Pianistin seit Jahrzehnten bekannt. Dies Temperament zeigt sich häufig in äusserst angezogenen Tempi. Bei vielen Werken kann man ihr gut folgen. Die Geschwindigkeit beeinträchtigt nicht das Stück. Es kann diese Leidenschaft im ICE Tempo vertragen.
Bei Mozart finde ich diese Tempi gar nicht angemessen,wohl wissend, dass die Frage nach dem " richtigen" Tempo nicht beantwortet werden kann und die Einschätzung " zu schnell" oder " zu langsam" höchst subjektiv ist.
Ich würde nicht einmal von einem " Mozart-Tempo" schreiben. Dies gibt es nicht. Es kann sehr zügige Aufnahmen geben, die durchaus überzeugen, wie diejenigen von Jacobs mit den letzen Sinfonien von Mozart.
In der Aufnahme von KV 365 klingt es aber gehetzt, zwar mit erheblicher pianistischer Brillianz, die aber das Stück erschlägt. Das Tänzerische, das Leichte, das freudig-fast neckische Spiel miteinander geht verloren. Hinrichs und Zacharias haben vorgeführt, wie dies optimal gelingt.
Argerich und Rabinovitch spielen drüber weg. Schade.