Der Name von Klaus Steinmetz steht im deutschen Motorsport für Fahrzeuge der Marke Opel, die von 1970 bis 1974 durchaus erfolgreich bei zahlreichen Rundstreckenrennen und Rallies zum Einsatz kamen oder einfach Opel-Kunden mit deutlich höhrerer Motorleistung und verbessertem Fahrwerk begeisterten. Allerdings erschöpft sich die Karriere von Klaus Steinmetz bei Weitem nicht in seinem Wirken für die Rüsselsheimer Marke. Nach der Ausbildung zum Diplomingenieur arbeitete Steinmetz 1960 zunächst für Porsche, bevor er von 1961 bis 1966 bei Abarth in Italien im Fahrversuch, der Entwicklung der siegreichen Rennwagen und als Rennfahrer tätig war. Bei BMW betreute er das Rennprogramm von 1966 bis 1969 und war für Einsätze bei den Tourenwagen und in der Formel 2 sowie der damals noch renommierten Europa-Bergmeisterschaft verantwortlich. 1970 gründete er mit der "Steinmetz Automobil GmbH" sein eigenes Unternehmen, mit dem er durch Entwicklung und Einsatz der Sportfahrzeuge auf Opel-Basis gewissermaßen als Initiator und Katalysator für den gesamten Opel-Motorsport der Folgejahre wirkte. Nach 17 Gesamt- und 99 Klassensiegen ging sein Unternehmen 1974 im Zuge der Ölkrise in die Insolvenz. Steinmetz blieb dem Motorsport jedoch bis heute in den verschiedensten Funktionen - zwischenzeitlich bei Alfa Romeo - treu und setzte sich als Funktionär in mehreren Organisation verdienstvoll für die Sicherheit im Motorsport ein. Das vorliegende von Klaus Steinmetz selbst und seinem Sohn Oliver herausgegebene Buch beleuchtet die gesamte motorsportliche Laufbahn dieses Urgesteins des deutschen Motorsports und gibt so höchst interessante Einblicke in die Geschichte des Automobilsports zwischen 1960 und 1975. Die Texte lesen sich überaus flüssig und unterhaltsam, enthalten unzählige Anekdoten und Hintergrundgeschichten und sind mit den persönlichen Erinnerungen von Klaus Steinmetz angereichert. Insbesondere die heute vielleicht etwas in Vergessenheit geratene Zeit bei Abarth und BMW wird sehr informativ geschildert. Die auf bestem Hochglanzpapier reproduzierten rund 280 Fotos gefallen überaus, auf eines sei besonders hingwiesen - es zeigt einen jugendlichen Ferdinand Piech als Chef des Porsche-Rennteams beim Freiburger Schauinsland-Bergrennen im lässigen Netzhemd und mit Cowboy-Hut. Das in zwölf Kapitel gegliederte Buch wird durch einen Statistik-Teil mit allen Rennergebnissen abgerundet.