Die Herausgeber Brockmann und Reichelt haben auf 287 Seiten eine sehr überzeugende Auswahl von über 350 Fotos und sonstigen Abbildungen, z.B. Filmplakaten, zu Leben und Werk von Klaus Kinski zusammengetragen. Der Schwerpunkt liegt dabei ganz eindeutig nicht auf den kenntnisreichen Textbeiträgen ("er war unfähig, mit halber Kraft zu arbeiten"), darunter ein sehr schwungvoller und süffisanter Artikel aus dem SPIEGEL von 1961 namens "Abende eines Fauns". Im Mittelpunkt steht Kinski in nahezu allen Lebenslagen: auf der Bühne, als Deklamator, in seinen guten und trashigen Filmen, während Drehproben und Bühnenpausen und natürlich als Privatmann. Zweck der Übung: So viel von seiner Ausdruckskraft wie möglich einzufangen, und das ist in vollem Umfang gelungen.
Vom Schallplattencover zu "Kinski spricht Villon" über die unfreiwillig komischen Filmszenen und -plakate zu "Der Android" oder "Dracula im Schloss des Schreckens" ist hier alles versammelt, was dem Komplettüberblick dient, samt einer kleinen Entstehungsgeschichte von "Paganini". Ein beeindruckendes Foto jagt das andere. Und natürlich fehlen weder "Woyzeck", "Nosferatu" noch das Thema Werner Herzog. Darüber hinaus fällt die wertige Aufmachung des Buches auf, die sicher auch einen höheren Preis rechtfertigt.
Insgesamt ist "Ich bin so wie ich bin" also weit mehr als ein Bilderbuch zu "Ich brauche Liebe", sondern der ernsthafte und erfolgreiche Versuch, die wichtigsten Meilensteine von Kinskis Schaffen in Bildern zusammenzutragen und auf den Punkt zu bringen.