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Auch wenn man den Herausgebern bei der Auswahl der behandelten Autoren keine Einseitigkeit vorwerfen kann, hätte man sich für die Neubearbeitung doch eine Reaktion auf neuere Entwicklungen des politischen Denkens gewünscht: So findet man zwar alle Namen, die man in einer solchen Sammlung ohnehin erwartet, sogar solche, wie zum Beispiel Nietzsche, mit denen man nicht in diesem Kontext rechnen würde. Doch was ist mit dem in den letzten zehn Jahren zu neuer Prominenz gelangten Carl Schmitt? Warum wurde auf John Rawls, der längst zu den Klassikern des politischen Denkens der Nachkriegszeit gerechnet werden kann, verzichtet?
Hier haben die Herausgeber, offenbar fixiert auf das Ideal des Klassischen, wie aus der um diese Kategorie müßig kreisenden Einleitung hervorgeht, die Chance verpasst, mit den Bänden Anschluss an die neueren Diskussionen zu suchen. --Jens Kertscher
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Genau darum geht es in den Überblicksbänden von Maier/Denzer. Von Plato(n) über Rousseau bis Max Weber soll das (europäische) politische Denken in seinen Grundzügen und historischen Zusammenhängen skizziert werden. Doch ist dies nicht zu Verwechseln mit einer Geschichte der Ideen und Paradigmen, sondern vielmehr der damit verbundenen Autoren. Diese werden in ihren zeitspezifischen Kontext eingeordnet und in ihrem Wirken aus heutiger Sicht reflektiert.
Die auf 15 - 20 Seiten komprimierten Beiträge verschiedener Vertreter der Politikwissenschaft, gliedern sich jeweils in eine Zeittafel, einen Hauptteil über Leben, Werk und Wirken, sowie einen Anhang mit Literaturverweisen. Es ist sicher nicht erstaunlich festzustellen, dass die Nützlichkeit und Qualität eines Beitrags maßgeblich von seinem Autor bestimmt wird. Alle Beiträge sind verständlich und informativ geschrieben, doch fallen die oftmals sehr unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen ins Auge. So werden einige der Klassiker vor allem biographisch und zeithistorisch dargestellt, ohne den Inhalt ihres Werkes, ihre Thesen ausreichend zu skizzieren. Bei anderen Beiträgen verhält es sich umgekehrt. Hier wäre mehr Systematik und Vergleichbarkeit gefragt gewesen.
Letztendlich lässt sich resümieren, dass trotz des Fehlens einiger Denker (vor allem aus dem 20. Jahrhundert: wo sind Carl Schmitt und Hannah Arendt?), hier ein gelungenes zweibändiges Nachschlagewerk vorliegt. Es erlaubt den schnellen Einstieg in das politische Denken verschiedener Klassiker, dient ausgezeichnet der Vorbereitung auf ein Seminar oder auch der anregenden Lektüre aus Interesse.
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