Die Zusammenstellung an sich in diesem Buch ist gut gelungen. Viele bekannte Titel, darunter auch klassische Themen von Schubert und Beethoven, die aus Filmen sind, deren Namen ich nie zuvor gehört habe.
Aus meiner Sicht gibt es allerdings reichlich Punktabzug: Heumann kannte ich bisher als Arrangeur, der seine Bearbeitungen gut spielbar und dennoch sehr klangvoll macht. Das Klangvolle ist hier zweifelsohne auch gegeben, aber selbst für mich als Fortgeschritten sind lediglich "Fluch der Karibik" und "Conquest of Paradise" gut vom Blatt spielbar.
Scheinbar gar nicht großartig bearbeitet wurde z. B. "Clair de Lune" von Debussy - da hätte ich mir gleich das Original kaufen können.
Als ungünstig arrangiert empfinde ich, was sehr schade ist, die "Zither-Ballade", das Harry-Lime-Theme aus "Der Dritte Mann". Nahezu kontinuierliche Viertel bei schnellem Tempo in der rechten Hand und dazu natürlich noch die Melodie, dann meist gespielt von Ring- und kleinem Finger. Als vierhändige Bearbeitung wäre das ok, aber so nicht.
Auch die erwähnten Themen von Schubert ("Unvollendete") und Beethoven (Sinfonie 7) haben einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad. Im ersten Fall setzt Heumann das Streichertremolo in 16teln gekoppelt mit der Melodie wieder in die rechte Hand (zu schwer bei diesem Tempo) und bei Beethoven springt er am Schluss plötzlich über fast drei Oktaven in Achteltriolen in der linken Hand - m.E. viel zu übetrieben.
Fazit: Eigentlich eine sehr schöne Zusammenstellung, die allerdings nur für absolute Könner (abgesehen von einem halben Dutzend Ausnahmen) spielbar sind - SCHADE! :-(