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1001 Klassik-Alben, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist: Ausgewählt und vorgestellt von 35 Musikern und Musik-Kritikern
 
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1001 Klassik-Alben, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist: Ausgewählt und vorgestellt von 35 Musikern und Musik-Kritikern [Broschiert]

Matthew Rye , Stefanie Kuballa
2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 960 Seiten
  • Verlag: Edition Olms (1. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3283011109
  • ISBN-13: 978-3283011109
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 16,2 x 5,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 68.860 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit 1001 Klassik-Alben, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist, halten Sie den Schlüssel zum Verständnis und gesteigerten Hörgenuß der klassischen Musik in Händen. Von den Madrigalen des Mittelalters bis zu bedeutenden zeitgenössischen Komponisten wie Steve Reich und Philip Glass ist alles vertreten - auch die großen Namen, von denen oder über die man schon viel gehört hat, ohne ihren Werken einmal selbst aufmerksam gelauscht zu haben: Brahms, Bruckner, Antonín Dvorák, Mahler, Sibelius...
Die wichtigsten Informationen zu den Hauptwerken der größten Komponisten aus Vergangenheit und Gegenwart in einem handlichen Band! Berauschende Sonaten, bewegende Arien und Opern, erhebende Choräle und dramatische Sinfonien - 35 Musiker und Musik-Kritiker besprechen die Kompositionen und vor allem: Sie empfehlen die besten Interpretationen, die besten Aufnahmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Nachschlagewerken zur klassischen Musik zeigt der vorliegende Band die Plattencover, hebt empfehlenswerte Veröffentlichungen hervor und steuert treffende Zitate bei. Egal ob Klassik-Neuling oder erfahrener Konzertbesucher - dieses Werk liefert Ihnen einen einzigartigen und kompakten Wegweiser durch die Welt der klassischen Musik.

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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der opulent gemachte Band besticht zunächst durch seinen Umfang von 960 Seiten und seine ansprechende Bebilderung. Eher unangenehm berührt war ich von dem flapsigen Buchtitel: "1001 Klassik-Alben, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist". Diese despektierliche Anmache mag vielleicht werbetechnisch in unsere Zeit passen, einen seriösen und unparteiischen Eindruck vermittelt diese Formulierung zunächst nicht. Heißt es denn, wenn ich dem Diktat der "1001 Klassik-Alben"-Empfehlungen nicht folgen oder sogar andere Aufnahmen bevorzugen würde, dass ich dann etwas verpasst hätte? Oder ist nicht auch die Welt der klassischen Musik vielfältig und bunt, nach dem alten Spruch: "Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall"?

Doch zurück zum Inhalt: 35 Musiker oder Musik-Kritiker stellen ein breites Spektrum von Musikaufnahmen vor, das, chronologisch geordnet, von den Madrigalen des Mittelalters bis zur Avantgarde der Gegenwart reicht. Allerdings wird in den meisten Fällen in den halbseitigen Besprechungen nur eine einzige Aufnahme empfohlen, bei den wenigen ganzseitigen Besprechungen (schätzungsweise ein knappes Drittel des Buches) werden jeweils noch drei weitere Einspielungen genannt.

Die Subjektivität bei der Auswahl der vorgestellten Werke ist bei 35 Autoren nicht zu übersehen, vielleicht sogar - durch die gewollte Struktur des Buches und dem weit gespannten zeitlichen Bogen - unvermeidbar. Dennoch mag man bei der Bewertung mancher Aufnahmen nur den Kopf schütteln.

Beispiele: So wurde bei Beethovens Violinkonzert Perlmann mit Barenboim der erste Platz eingeräumt, auch unter den drei nachfolgenden Empfehlungen vermisst man herausragende Referenzaufnahmen, etwa jene von Schneiderhan oder geschweige gar die von Hilary Han. Weder bei den frühen, mittleren oder späten Beethovenschen Streichquartetten wird eine Empfehlung für das Juilliard-Quartett gegeben! Bei den Bachschen Suiten für Cello Solo keinerlei Empfehlung für Starker oder Casals. Befremdlich ist darüber hinaus das Fehlen mancher Komponistennamen - etwa der von Albinoni - oder gar das Fehlen wichtiger Werke. Kein Hinweis für das Cellokonzert von Schumann! Dennoch sind diese stichpunktartig herausgegriffene Kritikpunkte am ehesten verzeihlich, sind doch je nach Erfahrungsstand und Gusto des Rezensenten immer unterschiedliche Bewertungen möglich. Wer es fundierter wissen oder seine Kenntnisse vervollkommnen möchte, der sollte doch zusätzlich zu den erprobten, aber mittlerweile vergriffenen und auch antiquarisch nur schwer beschaffbaren Werken greifen, etwa zu der zweiten Auflage des "Penguin Stereo Record Guide" (1979) oder zur seriösen und kenntnisreichen "Schallplatten Klassik/Auslese" (1979) von Ulrich Schreiber.

Wen man Ryes "1001 Klassik-Alben" wiederholt zur genaueren Recherche in die Hand nehmen will, zeigt sich ganz schnell ein weiterer gravierender Mangel: Das "Verzeichnis der Komponisten" ist etwas zu klein gedruckt, man hat Mühe, sich zurecht zu finden. Zudem ist es teilweise verwirrend oder befremdlich alphabetisch geordnet. Beispiele: nach "Schütz" folgt "Skrjabin", darauf geht es weiter mit "Sculthorpe"; oder: der Buchstabenblock "K" beginnt irrtümlich mit einem fett gedrucktem "C" (beginnend mit "Chatschaturjan", danach geht es richtig weiter mit "Knussen"; oder: nach "Massanet" folgt der Komponist mit dem Doppelnamen "Maxwell Davies" (hier steht aber "Davies" als Familienname im Vordergrund), danach geht es weiter mit "Mendelssohn"; oder: "Schostakowitsch" wurde fälschlich nach "Schtschedrin" eingeordnet, usw. Ebenfalls im Schriftgrad zu klein geraten ist das "Titelverzeichnis" am Anfang des Buches. Ganz schmerzlich vermisst man im Buch einen Index der Interpreten.

Bei aller angebrachter Kritik ist dieses Buch durch seine Einmaligkeit, durch seine ausgewogene und ansprechende Bebilderung und durch die große zeitliche Spannweite der besprochenen Werke sehr zu empfehlen (Unter den Blinden ist der Einäugige König). Es macht neugierig, Neues zu hören, besonders bei den zahlreich vertretenen zeitgenössischen Komponisten. Manche Ungereimtheiten könnten bei einer zweiten Auflage leicht korrigiert werden.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Thema verfehlt 10. Juli 2011
Von Serse53
1001 Klassik-Alben ist ein hervorragendes Buch mit Beprechungen klassischer Musik auf Tonträger, das auf englisch und in Großbritannien erschienen ist und das hervorragend geblieben wäre, hätte man es in englisch und in Großbritannien belassen. Leider hat man aber den Versuch gemacht, es ins Deutsche zu übersetzen und auf den deutschsprachigen Markt zu bringen. Und genau damit beginnen die Probleme, denn das Buch ist - ganz einfach gesagt - geprägt von angelsächsischen Nationalismus, Patriotismus oder - einige würden sogar sagen - unsäglichen Chauvinismus. Das Buch ist ausschließlich für den angelsächsischen Markt interessant und hat wenig Bezug zum zentraleuropäischen Musikgeschmack: englische Komponisten, englische Interpreten, Orchester, Chor- und Orchesterleiter, englische Plattenfirmen dominieren das Buch weitgehend.

Zum Beispiel werden auf den ersten 70 Seiten (Musik bis 1700) 78 englische Interpreten, Ensembles und Ensemble-Leiter besprochen, aber nur 27 Aufnahmen aus dem Rest der Welt. Ein Rattle (sicherlich ein hervorragender Dirigent) ist öfter vertreten als Karajan, Boulez, Abbado und Janssons zusammen. Die Londoner Orchester werden sicherlich öfter empfohlen als die Wiener, Berliner, Leipziger, Amsterdamer oder Münchener Orchester zusammen. Unzählige Male sind die BBC Orchester empfohlen (kein Wunder, viele der Rezensenten arbeiten für den BBC oder für das BBC Music Magazin). Warum werden unzählige Aufnahmen mit Boult, Barbirolli, Beecham, Hickox oder Handley empfohlen aber wenig Aufnahmen mit deutschen Dirigenten (ein Harnoncourt kommt dreimal vor, kein Thielemann, kein Celibidache, wenig Gielen, Wand, Böhm, Kegel). Warum werden mehr Aufnahemn von Boult empfohlen als von Furtwängler und Toscanini zusammen? Ein Pianist Peter Hill wird öfter erwähnt als ein Pollini, ein Stephen Hough öfter als Svatoslav Richter. Die großen Aufnahmen von Richter, Gilels, Pollini, Michelangeli, Sokolov, Arrau (um nur einige zu nennen) werden zugunsten englischer Künstler (die hierzulande zum Teil gar nicht bekannt sind) ignoriert. Vom englischen Florestan-Trio ist praktisch jede Aufnahme empfohlen, französische oder deutsche Klaviertrios sind fast non-existent. Bei den Sängern wimmelt es von Aufnahmen mit Maltmann, Finley, Bostridge, Baker (fürwahr, alles gute Sänger), aber warum wenig Fischer-Dieskau, kein Quasthoff, keine Fassbaender, keine Janowitz, kein Goerne, kein Schreier? Warum werden bei einigen Werke von den vier Vergleichsaufnahmen gleich vier englische Aufnahmen (zum Teil mit dem gleichen Orchester) angeboten? Warum wird Isserlis (ein durchaus hervorragender Cellist, der im Übrigen das Vorwort zum vorliegenden Buch schrieb) häufiger erwähnt als Rostropovich, Maisky, Geringas, Casals und Shafran zusammen? Warum werden bei gleich zwei Sinfonien Shostakovichs ein Dirigent Mark Wigglesworth empfohlen (ich habe in eine der Aufnahmen hineingehört und könnte sicherlich zahlreiche bessere nennen, auch wenn man über "besser" oder "schlechter" reiflich diskutieren kann, da Musik nun nicht einmal ein 100m-Lauf ist, wo eindeutig einer als Sieger ins Ziel kommt). Wen interessieren Henry Woods Aufnahmen von 1938 (die meisten deutschen Klassikhörer werden wohl fragen, wer war das denn?).

Ein anderes Beispiel: von Aufnahmen mit Svatoslav Richter aus den 50iger oder 60iger Jahren wird explizit abgeraten, WEIL die Klangqualität so schlecht sei; bei englischen Interpreten (z.B. eine Aufnahme von Henry Woods von 1938, bei Aufnahmen von Boult, Beecham und Barbirolli) werden Aufnahmen empfohlen, OBWOHL die Klangqualität so schlecht ist.

Natürlich ist die Auswahl von Komponisten und Werke immer willkürlich und vom Geschmack des Herausgebers bestimmt, aber warum lokale Komponisten wie Milton Babbit, Arnold Bax, George Benjamin, Frank Bridge, George Butterworth, Eugene Goosens, Ross Edwards, Percy Grainger, Ivor Gurney, John Ireland, Peter Warlock, John Stainer oder Herbert Howells? Welche Rolle spielen die hier in Zentraleurope? Ein Arthur Sullivan ist zweimal besprochen, ein viel bekannterer (und besserer) Komponist wie Johann Strauss auch nur zweimal (und seien wir mal ehrlich; wen interressiert hier im deutschsprachigen Raum ein Arthur Sullivan?). Das Überbetonen englischer Komponisten zeigt sich auch hier: 6 mal Tippett, 10 mal Vaugham Williams, 6 mal Walton, 9 mal Elgar, 3 mal Holst, 2 mal Finzi, 2 mal Maxwell Davies, aber nur 7 mal Dvorak, 7 mal Janacek, 1 mal Pfitzner, 2 mal Hindemith, 1 mal Reger, 2 mal Korngold, 4 mal Berg, 2 mal Busoni. Ist Edvard Elgar tatsächlich doppelt so interessant wie Alban Berg? Ich bezweifle das. Warum Lieder von Finzi, Bolcom, Grainger, Maxwell Davies, Parry, Butterworth aber keine von Pfitzner, Busoni, Eisler, Reimann, Rihm?

Weiter: Englische und amerikanische Plattenfirmen dominieren das Buch: haufenweise CDs von Chandos, Hyperion, Maxopus, Bridge, Unicorn Kanchana, NMC, Guild, Albany, Phonix, ABC, Tall Poopies, obwohl einige von denen hier in Deutschland fast nicht oder nur sehr aufwändig greifbar sind.

Grotesk und skurril wird es dann, wenn Opern auf italienisch, französisch, russisch oder deutsch in englischer Übersetzung empfohlen werden (wie "Eugen Onegin", "Boris Godunow"). Welcher deutsche Hörer wird sich wohl Wagners Ring oder Alban Bergs Lulu in englischer Sprache kaufen oder anhören wollen? Wen interessiert Prokofieffs "Peter und der Wolf" in englisch, wenn es doch gute deutsche Aufnahmen (etwa mit Loriot) gibt, zumal das Stück gerade Kinder ansprechen soll.

Die Übersetzungen sind zum Teil grauenhaft schlecht: was ist denn ein "Wanderorchester" oder ein "Chef-Pferdewirt"?. Ein Igor Strawinsky wird als "eine Komponistin" bezeichnet. Es wimmelt von Schreibfehlern ("bereist" statt "bereits", "Im zweiter Zeil" statt "Im zweiten Teil", Shostakovich schrieb keine "Sieder", sondern Lieder)

Zudem kommt eine schludrige Recherche: den Werken sind falsche CD-Hüllen zugeordnet (Strawinskys Agon), im Kommentar werden Interpret und Komponist verwechselt (Schostakovich: Cellokonzert, Schtschedrin: Carmen-Suite), ein Bele Bartok schrieb auch keine 1. Sinfonie oder eine Suite für Cello solo, wie ein Artikel behauptet.

Kommen wir zum Positiven: erfreulicher Weise ist Musik aus dem 20. Jht. vielfältig vertreten, allerdings tauchen hier wieder die gleichen Probleme auf. Warum Werke von Jonathan Harvey aber keine von Kancheli, warum George Benjamin aber kein Reimann, warum 3mal Taverner, aber keine Saariaho, kein Cerha. Warum ein Werk von Ross Edwards (Gewissensfrage: wer kennt den?) und nur eines von Henze oder Schnittke? Warum keine Oper von Henze? Warum zwei Werke von Turnage (wobei bei einem die Eloge auf den Komponisten schon direkt peinlich wirkt und an die Huldigungshymen aus vergangener Zeit erinnern).

Das Werk ist laut Umschlag für "Klassik-Neulinge und erfahrene Konzertbesucher" geeignet - das mag wohl auf die englsiche Ausgabe zutreffen. Für Mitteleuropäer ist ein Großteil des Buches in keinester Weise interessant und relevant. Es zeigt sich, dass im kulturellen Bereich eine völlig unbearbeitete Übernahme solch eines Werkes, vollkommen unsinnig ist: in der Schule würde man sagen: setzen, sechs, Thema verfehlt.

Das Bedenkliche an der ganzen Sache ist allerdings, dass es ein Kulturraum wie der deutschsprachige, über Jahre nicht zustande bringt, einen Klassik CD-Führer für den heimischen Markt zu produzieren. Nur aus diesem Grunde hat "1001 Klassik-Alben" überhaupt eine Existenzberechtigung. Für gut englischsprechende Klassik-Interessierte empfehle ich die Gramophone Classical Music Guide: der ist zwar auch sehr Britannien-lastig, aber die Interpretenauswahl scheint mir ehrlicher und weniger von nationalistischen Interessen bestimmt.
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