Diesem Kriminalroman verdanke ich eine (beinahe) schlaflose Nacht!
Er ist weder von besonderer literarischer Qualität, noch ist die Geschichte wirklich neu!
Und trotz aller Vorhersehbarkeit - die natürlich im Verlauf der Geschichte doch immer wieder wechselt - ist dies ein Thriller, für den man alles stehen und liegen lässt und nicht eher Ruhe findet, bis die letzten Zeilen atemlos verschlungen sind.
Das schafft Simone van der Vlugt, eine Niederländerin, die bislang vorallem historische Jugendromane veröffentlicht hat, mit relativ einfachen Mitteln und vorallem, ohne Blut fließen zu lassen!
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Sabine Kroese, eine ziemlich verunsicherte junge Frau, die gerade ein Burn-Out Syndrom bewältigt hat. Immer wieder bedrängen sie Bilder aus ihrer Schulzeit. Ihre einst beste Freundin Isabel verschwand spurlos an einem warmen Maitag und Sabine hat die Erinnerung an dieses Verschwinden so erfolgreich verdrängt, dass sie erst in einen Ereignisstrudel gerissen werden muss, bis sie schließlich die Gedächtnislücken schließen kann.
Denn als Isabel verschwand, war sie nicht mehr mit Sabine befreundet, im Gegenteil, Sabine wurde von ihr immer mehr aus der neuen Clique ausgestoßen und gemobbt.
Nun, neun Jahre später, lebt Sabine in Amsterdam.
In der Bank, in der sie arbeitet, wird sie erneut zum Mobbing-Opfer und während sich die Geschichten von damals zu wiederholen scheinen, kehrt allmählich ihr Gedächtnis zurück...
Simone van der Vlugt gelingt es, Sabine dem Leser so nahe rücken zu lassen, dass man sich dem starken Sog dieses Kriminalromans nicht entziehen kann.
So empfehle ich das Buch allen Lesern, die sich auf gutem Niveau einmal dem Alltag entziehen wollen und ein leicht zu lesendes Buch für zwischendurch suchen!