"Klassenleben" ist derzeit in der Sonder- und Allgemeinpädagogik meistdiskutierte und -gezeigte Film zum Thema "Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer". Und das ohne den pädagogischen Zeigefinger zu heben und unter Verzicht auf didaktischen Kommentar. Das Leben ist mal wieder spannender und lehrreicher als jeder Vortrag - konkret das Eigenleben der Schüler, ihre Ideen und Eigenheiten, ihre Widersprüche und Gemeinsamkeiten, die KLassenleben eben ausmachen.
Besonders positiv ist das Regisseur Hubertus Siegert ganz auf die Kraft der Sicht der Schüker setzt, im besten Sinne dokumentiert, ohne zu moralisieren .
Der Film trägt in überzeugender, spannender und unterhaltsamer Weise dazu bei, zu verstehen, dass Vielfalt von Kindern hinsichtlich Leistungen, Interessen, Beeinträchtigungen, familiärem Hintergund uws. eine Herausforderung, vor allem aber eine Chance darstellt. Und er zeigt, dass Lernen und Leistung etwas individuell sehr unterschiedliches ist. Dabei verdient jede Leistung eines Kindes ihre Anerkennung - in der Klasse, in den Beurteilungen und Noten und vor allem im Schulsystem durch Nicht-Aussonderung. Dass dies nichts mit "pädagogischer Kuschelei", sondern mit Anerkennung von Vielfalt zu tun hat, zeigt der Film eindrücklich.
Also sehen sie selbst!
Die hervorragende DVD wird durch Specials wie zusätzliche Szenen, Interviews und Diskussionen mit Schülern, Lehrern, Regisseur sowie Schulforschern und -politikern abgerundet