oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Klasse Burschen
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Klasse Burschen [Taschenbuch]

Josef Haslinger

Preis: EUR 17,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 2 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Freitag, 1. Juni: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation


Mehr über den Autor

Josef Haslinger
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Josef Haslinger auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

"Klasse Burschen", das sind nicht nur die Österreicher, die mit ihrer Selbstinszenierung gerne den Tatsachen und der Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte aus dem Weg gehen, sondern letztlich all jene Europäer, die lieber tief gebückt den eigenen Garten bestellen als über den Zaun zu schauen.

Haslinger legt mit seinem neuesten Essayband eine Sammlung gesellschafts- und sozialpolitischer Betrachtungen und Hintergrundanalysen vor. Auch wenn er in erster Linie auf die Lage in Österreich eingeht, um die aktuelle politische Situation aufzuarbeiten und zu hinterfragen -- "uns ist alles recht außer Widerspruch" -- zeigt er doch auch über die engen Grenzen Österreichs hinweg genauso klar und unbarmherzig die soziologischen und politischen Entwicklungen und deren Hintergünde auf.

Haslinger ist ein zutiefst "moralischer" Schriftsteller -- auch wenn diese Moral keine vordergründige, bürgerliche ist, sondern sich auf eine humanistische, "menschliche" Sicht der Dinge gründet, zu der auch eine realistische, nicht beschönigende Analyse der europäischen, vor allem der mitteleuropäischen Geschichte des letzten Jahrhunderts zählt. Seine Betrachtungen beschränken sich dabei keineswegs auf Politik, sondern beziehen alle Aspekte des "modernen" Lebens ein: Wirtschaft, Kultur, Literatur, Kunst, die zunehmende Technologisierung der Welt, das Internet ("Wir haben es nicht, wie man angesichts der gleichzeitigen Bilderflut meinen könnte, mit einer Illiterarisierung zu tun, sondern mit einer Literarisierung der Welt. Wer im Internet chattet, geht einer literarischen Tätigkeit nach. Er schreibt Rollenprosa.").

Mit seinen Essays gelingt es ihm, nicht zuletzt aufgrund der Einheit von Stil, Ausdruck und Inhalt, in einen Dialog mit dem Leser zu treten; Es ist keine schwerverdauliche Literatur -- es liest sich "leicht" und hinterlässt dennoch einen nachhaltigen und tiefen Eindruck. Seine Analysefähigkeit und die klare Sprache nehmen gefangen und zwingen dazu, sich Gedanken über Dinge zu machen, die jeder von uns selbst gern verdrängt. --Lisbeth Legat

Neue Zürcher Zeitung

Chronik einer politischen Amnesie

Josef Haslingers fortgesetzte Österreich-Essays

Es gibt sie, diese Essays, welche ihre Anliegen so sehr in die Titel einbrennen, dass schon deren Nennung genügt, ein ganzes System von Argumenten in Aufruf, ja Aufruhr zu bringen. Wurde für das Nachdenken über die Schweiz und ihre Künstler Paul Nizons «Diskurs in der Enge» (1970) zum Meilen- und Stolperstein, an welchem es lange Zeit kein Vorbeidenken gab, so war dies im Hinblick auf das politische Österreich Josef Haslingers «Politik der Gefühle». Verfasst im und zum «Waldheim-Jahr» 1986, reflektierte der Schriftsteller darin als einer der Ersten die «Politik als ästhetisches Verfahren» und als Affäre der Produktwerbung. Mit Verblüffung kann man dort jene Diagnosen vor- und vorausgedacht finden, welche die veröffentlichte Meinung heute geläufig und wohlfeil zu Markte trägt: «Politik als moralisches Phänomen ist unfassbar geworden, weil kein Politiker mehr eine historische Verantwortlichkeit empfindet.»

Seither hat sich Haslinger auf das Gelände der Genreliteratur begeben und mit «Opernball» (1995) einen veritablen Reisser, mit «Das Vaterspiel» (2000) ein ambivalent aufgenommenes Roman-Kammerstück publiziert. Als «Hausdurchsuchung im Elfenbeinturm» (1996) liess der Professor für literarische Ästhetik und nunmehrige Leiter des Leipziger Literaturinstituts Überlegungen zur Dreifaltigkeit von Politik, Pop und (Hoch-)Kultur folgen. Wenn er nun unter dem Titel «Klasse Burschen» als kritisch-politischer Essayist wiederkehrt, knüpft Haslinger dort an, wo er mit der «Politik der Gefühle» offenen Endes verblieben war. Es ist der nämliche bedachtsame Ton, in welchem der Beobachter das schrille Schlagwort meidet. Es ist der nämliche lotende Blick, welcher die historischen Koordinaten hinter den Phänomenen zu erkunden sucht.

Da die meisten der in «Klasse Burschen» zusammengefassten Texte in nichtösterreichischen Blättern erschienen sind, sich jedoch mit der Binnenpolitik dieses Landes befassen, bedingt dies eine grundsätzliche rhetorische Entscheidung: diejenige nämlich, explikativ zu sein. Anders als in der lokalen Publizistik üblich, verzichtet Haslinger weitgehend auf die Strategie der verdeckten Anspielung, sondern erklärt einem mit den Interna weniger intimen Publikum, um welchen Komplex es ihm jeweils geht. Von daher rührt der für österreichische Argumentationsverhältnisse breite Raum, welchen Haslinger der Darstellung historischer Szenarien gewährt. Daraus ergibt sich eine Weise der Rede, welche sich nicht dem österreichischen Karl-Krausianismus unterwirft. Man darf diese Entscheidung für Klarheit und Deutlichkeit getrost eine politische nennen: Zu Zeiten der Wende von der «kritischen» zur «pragmatischen» Intelligenz scheut Haslinger nicht das Verdikt des «Gutmenschentums» und schickt sich an, Szenarien und Strukturen beschreibend zu benennen – mitunter um den Preis stilistischer Eleganz.

Josef Haslingers Essays rollen in summa die historischen Etappen der conditio Austriaca auf: vom Antritt des blau-schwarzen Kabinetts (2000) zurück zu dem 1993 von der FPÖ lancierten Anti-Ausländer-Volksbegehren «Österreich zuerst». Vom Kniefall der österreichischen Sozialdemokratie vor dem rechtspopulistischen Jargon zurück zur Selbstversorgungsökonomie des rot-schwarzen Proporz-Biotops. Von den Debatten über die EU-Osterweiterung zurück zum Verschwinden des Eisernen Vorhangs, und: Wer mag sich heute noch an jene integrative Mitteleuropa-Idee erinnern, welche unter den Auspizien des österreichischen EU-Beitritts (1995) alsbald wieder sachte entschlief?

Auf diese Weise lesen sich die Stücke als eine Chronik der politischen Amnesie, welche unter den Bedingungen des «Ich-Marketings» und der publizistischen Konkurrenz morgen vom Heute ebenso wenig wissen mag wie heute vom Gestern. Wo der Meinungsmarkt die intellektuellen Wortspender mit reichlichem Aufmerksamkeits-Kapital (Georg Franck) belohnt, wird all das zur tagesdiskursiven Praxis, was man in Amerika «to outsmart the others» zu nennen pflegt. In unmodischer Umsetzung des «Niemals vergessen» führt Haslinger die akute Krise der Sozialdemokratie auf den nie bewältigten Konflikt von 1934 zurück: Die Bedingungen von «christlichem Ständestaat» bzw. «Austrofaschismus», Nationalsozialismus sowie ein pragmatisches «Durchwursteln» während der Nachkriegszeit haben einen kritischen Dialog zwischen den politischen Reichsteilen kontinuierlich gekappt. Ein Mangel, welcher zu Zeiten des sozialdemokratischen Monopols unter Bruno Kreisky ebenso wenig behoben worden ist wie in der Epoche der «Hinterzimmerpolitik» diverser rot-schwarzer Koalitionen.

Am deutlichsten indes hat das Scheitern der Regierungsverhandlungen 1999 geoffenbart, wie mürbe Österreich durch die vielen politisch und intellektuell unterlassenen Dialoge geworden ist. Geblieben sind die populistischen Marktschrei(b)er: Aug in Aug mit einer «Widerstandsbewegung», welche sich mit «Lichtermeer» (1993), Anti-Regierungs-Aufmärschen (2000) und «Free Republic»-Paraden (2001) auf die Methoden des «body-count» zurückgeworfen sieht. In diesem Sinne könnte man in Abwandlung eines Musil'schen Wortes den Essayismus Josef Haslingers als ein Unterfangen bezeichnen, die «fahrlässigen Bewusstseinszustände der Welt» wo schon nicht «in einen Willen zu verwandeln», so doch in ein – widersprechendes – Wort.

Nicht verschwiegen werden darf, dass dem Buch eine gründlichere «Überarbeitung» zu wünschen gewesen wäre. Wo sich das versprengt Publizierte konzentriert und gesammelt zu Buche schlägt, zeitigen Haslingers Darlegungsweisen das eine oder andere Stereotyp. Was weiter fehlt, ist ein Index, eine Chronologie oder zumindest ein Kommentar, anhand dessen sich auch der weniger österreichkundige Leser über die zitierten Personen, Daten und Ereignisse orientieren könnte.

Christiane Zintzen


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags

 (Was ist das?)
Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte.
 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Noch keine Kundenrezensionen vorhanden.
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de