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Klass - Chronik einer Katastrophe
 
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Klass - Chronik einer Katastrophe

Vallo Kirs , Pärt Uusberg , Ilmar Raag    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Vallo Kirs, Pärt Uusberg, Lauri Pedaja
  • Regisseur(e): Ilmar Raag
  • Komponist: Martin Kallasvee, Paul Oja, Timo Steiner
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Ascot Elite Home Entertainment
  • Erscheinungstermin: 18. März 2010
  • Produktionsjahr: 2007
  • Spieldauer: 98 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0031NAVSE
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.977 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Schulneuling Kaspar sieht nicht ein, beim Klassensport Mobbing an dem passiven, nachgerade halbautistischen Joosep mitzumachen. Zunächst kommt er deshalb Thea näher, auf die aber ebenfalls das aggressive Alphamännchen Anders sein Auge geworfen hat. Deshalb fängt der an, auch Kaspar zu schikanieren - mit freundlicher Unterstützung der ganzen Klasse. Je mehr Kaspar für Joosep eintritt, desto drastischer werden die von Lehrern und Eltern unbemerkten Demütigungen. Bis die Situation völlig eskaliert.

Video.de

Schonungslos seziert das packende estnische Jugenddrama das perfide System des Schulmobbings, an dem alle entweder passiv oder aktiv beteiligt sind. Die moralische Bankrotterklärung einer ganzen Generation schlägt sich mit zeitgeistigem Stil auf die Seite der beiden Opfer, die so lange gedemütigt und geprügelt werden, bis nur ein Amoklauf als erbarmungslose Konsequenz bleibt. Aufrüttelnd beschreibt Ilmar Raag eine menschlich verkommene Gesellschaft, als würde Hanekes "Das weiße Band" an einer Schule spielen.

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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schockierend und realistisch 28. Februar 2010
Von Marc Jozefiak TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Wegschauen oder eingreifen? Mitmachen oder sich in den Weg stellen? Auch wenn das eigene Leben in Gefahr gerät? Joosep ist der Prügelknabe der Klasse. Auch für Kasper. Doch eines Tages kommt Kasper seinem Klassenkameraden zu Hilfe und gerät damit ebenfalls in die Schusslinie. Ein System von Demütigungen und Gewalt wird in Gang gesetzt. Schließlich sehen die beiden Jungen nur noch einen Ausweg. KLASS erzählt in dokumentarisch anmutenden Bildern die ebenso beunruhigende, wie erschütternde Vorgeschichte eines Amoklaufs, bei der die Grenzen zwischen Opfern und Tätern fließend sind.

Die Chronik eines Amoklaufs

Wie oft ist man in den letzten Jahren mit Amokläufen an Schulen konfrontiert worden, so das schon teilweise der Eindruck entstanden ist, das es sich um eine Art neuen Volkssport handelt? Und immer wieder trauert man um die Opfer, die aus scheinbar nicht nachzuvollziehenden Gründen ihr junges Leben lassen mussten. Die Täter hält man für psychisch krank und sieht in ihnen zumeist seelenlose Monster, die sich anscheinend einen Spaß daraus machen, ihre Mitschüler scheinbar mutillig und vollkommen willkürlich zu töten. Das eine solche Tat aber auch aus vollkommen anderen Beweggründen geschehen kann, zeigt dieser estnische Beitrag auf sehr schockierende, aber auch äusserst eindrucksvolle Art und Weise. Bei "Klass" bekommt es der Zuschauer mit einem Jugenddrama zu tun, das schonungslos das perfide System des Schulmobbings durchleuchtet und dabei eine so ungeheure Intensität entwickelt, das einem die Haare zu Berge stehen. Wenn man diesen Film gesehen hat, gibt es zwar immer noch keinen Grund, die Taten eines Amokläufers zu rechtfertigen, aber man ist doch dazu in der Lage, eine gewisse Art von Verständniss dafür aufzubringen, ohne jedoch die Taten gutzuheissen.

Im Vordergrund der Geschichte steht nicht die Tat an sich, sondern vielmehr eine Chronik der Geschehnisse, die zu ihr geführt haben. Regisseur Ilmar Raag erzählt diese Chronik, die lediglich 7 Tage dauert, in einer schockierenden, gleichzeitig aber auch absolut faszinierenden Art, die einem phasenweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Das ist ganz sicher auch in der extrem realistischen und authentischen Szenerie begründet, die sich dem Zuschauer offenbart, denn nicht selten entsteht der Eindruck, das man sich vielmehr in einem wirklich geschehenden Szenario befindet, als das man einen Spielfilm schaut. Das Geschehen fesselt einen auf seine ganz eigene Art, wirkt aber gleichzeitig auch abstossend und vollkommen schockierend. Man fühlt sich nicht selten einer Ohnmacht nahe, denn möchte man doch einerseits den beiden Mobbingopfern Jossep und Kaspar zur Hilfe eilen und sich mit ihnen zusammen gegen den restlichen Klassenverbund entgegenstemmen, der unter dem Befehl des Anführers Anders steht, muss aber andererseits die Hilflosigkeit akzeptieren, zu der man als Zuschauer verdammt ist.

Und gerade dieses ohnmächtige Gefühl der Hilflosigkeit ist es, das sich durch den gesamten Film zieht und eine unbändige Wut in einem selbst aufsteigen lässt. Das geschieht aber keineswegs nur deshalb, weil man selbst zur Untätigkeit verdammt ist, sondern auch deshalb, weil hier wirklich alle Personen wegsehen, oder genau die falschen Hilfeleistungen anbieten. So ist es die gesamte Schule, die hier im Prinzip über das vorherrschende Mobbing informiert ist, jedoch findet sich nicht eine Person, die wirklich etwas gegen die immer mehr eskalierenden Handlungen unternimmt. Und dann sind da noch die Eltern von Joseep, die selbst, als er mit mehreren Hämatomen aus der Schule kommt, noch von harmlosen Hänseleien sprechen. Vor allem sein Vater, der einem typischen Macho gleicht, hat keinerlei Verständnis für die Opferrolle seines Sohnes und rät ihm lediglich, das er umso fester zurückschlagen soll. Seine Mutter hingegen macht den grössten Fehler, indem sie die Schule informiert, das ihr Sohn mishandelt wird.

Nun ergibt es sich dadurch schon fast zwangsläufig, das sich das Mobbing immer weiter verstärkt und dabei Ausmaße annimmt, die nicht mehr zu kontrollieren sind. Selbst einige Mitschüler wenden sich angewidert von den Rädelsführern ab, da sie ihre Taten nicht mehr gutheissen können. Doch ist es mittlerweile schon viel zu spät und eine Situation am Strand, die vollkommen eskaliert und eine Demütigung sondergleichens an den tag legt, ist der Funke, der das Fass zum explodieren bringt. Die sich daraus ergebende Reaktion der beiden Opfer ist schon fast als logisch anzusehen und so nimmt das Unheil seinen Lauf und endet am nächsten tag in der Schule in dem finalen Showdown, der sich im Amoklauf der beiden Mobbingopfer äussert. Dabei ist es nicht nur die Tötung mehrerer Schüler, die einen absolut fassungslos macht, sondern insbesondere die mehr als tragische Reaktion von Joseep, kurz bevor die Polizei eintrifft. Denn in seiner Reaktion auf die Ereignisse liegt die gesamte Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit eines jungen Menschen, der innerlich schon längst gestorben ist und nicht aus seiner Hilflosigkeit heraus kann.

Ilmar Raag hat hier ein wirklich beeindruckendes Stück Film geschaffen, das mit einer ungeheuren Härte auf den Betrachter einschlägt und ihn in gewisser Weise selbst zu einem hilflosen Opfer macht, da er zum Zuschauen verdammt ist und trotz des vorhandenen Willens zu keiner Zeit in das Geschehen eingreifen kann. Die Intensität, die diese estnische Produktion entfaltet, ist extrem hoch angesiedelt und so manche Situation ist wie ein körperlicher Tiefschlag, den man förmlich spüren kann. Dazu tragen vor allem die herausragenden Jung - Darsteller bei, die dem Geschehen einen mehr als authentischen Eindruck verleihen. Ihr dargebotenes Schauspiel ist erschreckend realistisch und hält dem Zuschauer die Verrohung der heutigen Jugend auf erschreckende Art und Weise vor Augen. Begriffe wie Rücksicht, Anteilnahme oder Hilfe scheinen hier absolute Fremdworte zu sein. Ohne Rücksicht auf die gefühlslage eines anderen Menschen werden hier systematisch zwei junge Menschen zerstört und gedemütigt, bis sie im Endeffekt keinen anderen Ausweg mehr sehen, als das sie sich von ihren Peinigern für immer befreien.

Fazit:

"Klass - Chronik einer Katastrophe" sollte ein mahnendes Beispiel dafür sein, wie schnell aus anfänglichen Hänseleien eine Katastrophe entstehen kann, die eigentlich jederzeit hätte aufgehalten werden können, wenn sich einige Personen etwas intensiver mit den Vorfällen beschäftigt hätten. Gleichzeitig wird einem aber auch die teilweise vorhandene Gleichgültigkeit der heutigen Zeit vor Augen geführt, so das Situationen immer erst eskalieren müssen, bevor sich einem die Ernsthaftigkeit der Handlungen und deren Wirkung auf andere erschließt. Ein Film, der sehr nachdenklich stimmt und auch einen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlässt. Das hier gezeigte Geschehen ist absolut realistisch und zeigt einmal mehr, das wegschauen nicht immer die richtige Maßnahme ist, manchmal sollte man die innere Gleichgültigkeit überwinden und vielmehr eine ordentliche Portion Zivilcourage an den Tag legen, um eventuell deeskalierend einwirken zu können.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Während in der öffentlichen Berichterstattung stets Videospiele, Actionfilme, Psychosen und verantwortungslose und unfähige Eltern als Sündenböcke nach Amokläufen in Schulen herangezogen werden, zeigt dieser Film was einem Amoklauf wirklich vorausgeht. Kein Amoklauf ohne präzises und längjähriges Mobbing durch Mitschüler, kein Amoklauf ohne passive Lehrer die durch Wegschauen und den naiven Glauben an eine selbstregulierende Klassenkultur den Weg zur Katastrophe ebnen. Solange in der Öffentlichkeit nicht endlich angesprochen wird, das die Opfer vormals immer auch Täter waren bleibt dieser Film wichtig, so drastisch die Darstellung auch ist. Ich wünschte jeder Lehrer würde diesen Film sehen und ihn ggf. im Unterricht behandeln.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Am gestrigen Dienstag war ich wie desöfteren in der DVD-Abteilung eines namhaften Discounters ein wenig stöbern.
Zunächste habe ich nur das Cover gesehen. Als ich jedoch die Hülle drehte, laß ich mir die kurze Schilderung auf der Rückseite durch und muss sagen, dass ich diesen Film umbedingt sehen wollte.

Beim Film Klass musste ich direkt an eine ähnliche Szene in meiner damaligen Berufsschule denken, zwar noch lange kein Amoklauf, jedoch brutales Mobbing, wo ich selber einschritt.

Hauptcharaktere im Film Klass sind 2 Schüler Namens Kasper und Josep, Kaspers Freundin Thea und eine gewaltätige Clique welche sich in der Klasse bildete. Josep wird fast von der gesamten Klasse als Schwuchtel und Looser dargestellt. Kasper hingegen entschloss sich jedoch zu einem Ausstieg aus der Clique um Josep zur Seite zu stehen und Ihm in dieser schwierigen Situation zu helfen. Er hat verstanden, dass sein Handeln bzw. die der Clique grundlegend falsch und nicht tolerierbar ist. Dabei riskiert er nicht nur, dass ihm seine alten Freunde selber angreifen und verprügeln sondern auch die Beziehung zu Thea, welche jedoch nicht zur "Guten Seite" gezählt werden kann. Ihre Position im Film ist etwas fragwürdig, menschlich kann ich Thea nicht verstehen. Einerseits hat man schon das Gefühl, dass sie weiß, das Kasper das richtige tut, wenn man ihre Blicke gegenüber Kasper deutet, andererseits zerfällt der Glaube an das gute im Menschen, da sie tatenlos zuschaut, wie Kasper von den anderen, seiner damaligen Clique gedemütigt, geschlagen, mit Füßen traktiert wird nur um Josep zu helfen. Keiner der beiden spricht jedoch die täglichen Probleme und Erlebnisse an, Lehrer schauen weg, Joseps Vater versucht mit Parolen nd Gegengewalt seinen "fremden" Sohn, da er absolut nicht weiß wie es um Josep und Josep's Psyche steht, dazu zu bewegen gegen die Angriffe vorzugehen. Beide werden 6 Tage lang geschlagen, gefoltert und später noch zu abscheulichen Szenen gezwungen. Beide entschließen sich nun das Leiden ein für alle mal zu beenden allerdings nich wie erforderlich auf nonverbaler Ebene und Hilfe von außen, sondern mit Waffengewalt. Sie stürmen schließlich die Mensa, erschossen diejenigen, von denen sie Tagelang geqäult wurden. Am Ende entschlossen sie sich beide für einen Selbstmord, zählten bis 3, abgedrückt hat allerdings nur Josep.

Fazit:

Erstklassige Inszenierung einer der schlimmsten Ereignisse. Authentische Wirkung aller Charaktere.

Ein MUSS für jeden, der sich kurzzeitig einmal aus der Welt der erfundenen Geschichten ausklinken und in die Welt des schaurigen Realismus eintauchen möchte.

Dieser Film mahnt auch die fehlende Zivilcourage in unser Bevölkerung an. Mobbing ist psychisch als auch physisch einer der schwersten Demütigungen in unser Gesellschaft und sollte bekämpft werden.

ANSCHAUEN!

Gruß

Daniel
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