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Klarheit, Ordnung, Stille: Was wir vom Leben im Kloster lernen können [Taschenbuch]

Anselm Grün , Petra Altmann , Erol Gurian
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Immer mehr Menschen zieht es für eine Auszeit ins Kloster. Sie suchen dort genau das, was der Titel dieses Buches verspricht: Klarheit, Ordnung und Stille. Drei Dinge, die oft in unserem hektischen, lauten und überfrachteten Alltag fehlen. Das Buch von Pater Anselm Grün und Petra Altmann zeigt Wege auf, wie man sie auch außerhalb der Klostermauern zurückgewinnt und zu Bestandteilen des täglichen Lebens machen kann.

Dazu bietet Klarheit, Ordnung, Stille tiefere Einblicke in das monastische Leben und lässt Zisterzienserinnen des Klosters Waldsassen und Benediktiner des Klosters Münsterschwarzach zu Wort kommen. Es wird deutlich, dass jeder von den jahrhundertealten Ordensregeln profitieren kann, denn die feste Struktur von Tag, Monat und Jahr und der Rhythmus von Arbeit und Gebet, von Aktion und Kontemplation sind absolut zeitgemäß. Und die klösterliche Welt ist kein weltfremder Ort, an dem nur perfekte Menschen leben. Auch hier gibt es Schwächen, Konflikte und Probleme.

Das Buch ist wie ein Dialog zwischen Anselm Grün und Petra Altmann aufgemacht. Zu den Überschriften „Der Rhythmus des Lebens“, „Aus sich selbst schöpfen“, „Das Miteinander“, „Den Körper achten“ und „Leib und Seele Gutes tun“ berichtet zunächst der Pater aus der klösterlichen Erfahrungswelt. Anschließend überträgt die Journalistin dies ins profane Berufs- und Privatleben und stellt dabei auch Übungen vor, die helfen, das Gelesene praktische umzusetzen.

Wie in einem richtigen Dialog kommt es dabei vor, dass die gleichen Dinge zweimal gesagt werden, was dem Wert und dem Nutzen der Lektüre jedoch keinen Abbruch tut. Untermalt wird der Text von meditativen und inspirierenden Fotografien, die die Schönheit der Klöster zeigen und ihre Bewohner liebevoll porträtieren. -- Dagmar Rosenberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Der Leiter der Abtei Münsterschwarzach und die Journalistin stellen auf 208 anregenden Seiten vor allem eine Eigenschaft heraus: Selbstdisziplin." (Westfälischer Anzeiger)

"Inspirierend im besten Sinne des Wortes." (Oranienburger Generalanzeiger)

"…Der Autorin ist ein einzigartiger Blick hinter die Klostermauern gelungen, der durch zahlreiche Fotografien unterstrichen wird…" (Der Anzeiger)

"Pater Anselm Grün, zeigen Sie uns den Weg zum Glück!" (Bild)

Der Verlag über das Buch

Das Klosterleben mit all seinen Regeln und Weisheiten lässt sich als durchaus modern und alltagstauglich bezeichnen. Pater Anselm Grün beschreibt aus monastischer Sicht, wie wichtig z.B. Struktur und Rhythmus des Tages, das Miteinander, aber auch Bewegung und Ernährung sind. Genau dieselben Themen stellt die Klosterspezialistin Petra Altmann auf den Prüfstand und ergänzt konkrete Tipps und Anleitungen für unser weltliches Leben. Die intensiven Gespräche, die sie mit den Mönchen in Klosterschwarzach und den Nonnen in Waldsassen führte, zeigen: Es gibt vergleichbare Probleme in unserem Alltag - im Zusammenleben, bei der Arbeit, bei der Organisation des täglichen Lebens. Jeder hat seinen eigenen Weg; meist helfen Strukturen, Rituale, Meditation oder Bewegung. Und noch etwas macht das Buch klar: Jeder im Kloster übt (s)einen Beruf aus: vom EDVler über den KFZ-Mechaniker bis hin zum Bäcker oder Wäscher, damit ein Kloster - wie jedes andere Unternehmen auch - Erträge erwirtschaftet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

"Der Leiter der Abtei Münsterschwarzach und die Journalistin stellen auf 208 anregenden Seiten vor allem eine Eigenschaft heraus: Selbstdisziplin." Westfälischer Anzeiger

"In jedes Kapitel flechten sie (die Autoren) spezielle Ratgeber-Bereiche ein - stets zuvor überzeugend erläutert und vorgestellt an Vorbildern aus dem Alltag im Kloster." Offenbach-Post

"Inspirierend im besten Sinne des Wortes." Oranienburger Generalanzeiger

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Pater Dr. theol. Anselm Grün, geb. 1945, ist Benediktinermönch und Cellerar der Abtei Münsterschwarzach. Er ist bekannt durch eine große Anzahl erfolgreicher Publikationen, Vorträge im In- und Ausland. Als Seelsorger begleitet er Menschen auf ihrer Suche nach Spiritualität.

Dr. Petra Altmann arbeitet als freie Journalistin und Buchautorin. Sie beschäftigt sich seit langem mit der Ordensgeschichte und den monastischen Traditionen. Dazu liegen zahlreiche Buchveröffentlichungen von ihr vor. Regelmäßig verbringt sie selbst Tage im Kloster und schöpft aus dem reichen Erfahrungsschatz der Nonnen und Mönche.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Leben der Ordensleute - ist dies eigentlich eine ganz eigene Welt? Abgeschottet von allem, was außerhalb der Klostermauern passiert? Wissen die Nonnen und Mönche, was uns berührt? Und können wir uns das Miteinander in den Klöstern vorstellen?
Kloster - das ist für viele Menschen noch etwas Mystisches. Von dem man gewisse Vorstellungen hat, mit dem man aber keine konkreten Erfahrungen verbindet. Ein Ort der Stille und Abgeschiedenheit.
In den letzten Jahren hat so manches Kloster seine Pforten geöffnet für Gäste. Dabei hat man die Chance, mit Ordensmitgliedern in Kontakt zu kommen, aber tiefere Einblicke in das monastische Leben sind eher selten.
Wir haben uns ausgetauscht, der Benediktinerpater Anselm Grün und die Journalistin Petra Altmann. Im Dialog haben wir die Erfahrung gemacht: Es gibt viele Berührungspunkte.
Ordensleute wissen durchaus, was Menschen außerhalb der Klostermauern bewegt. In vielen Fällen haben sie sogar vergleichbare Probleme - im Zusammenleben, bei der Arbeit, bei der Organisation des täglichen Lebens. Das wird auch in den ganz persönlichen Gesprächen mit Benediktinern aus Münsterschwarzach und Zisterzienserinnen aus dem Kloster Waldsassen deutlich.
Klar wird auch, dass man von den jahrhundertealten Ordensregeln profitieren kann, und zwar nicht nur dann, wenn man die Ewigen Gelübde abgelegt hat.
Die Struktur des Tages, der Rhythmus zwischen Arbeit und Gebet, zwischen Aktion und Kontemplation, zwischen Miteinander und Rückzug, wie er im Kloster herrscht, ist etwas absolut Zeitgemäßes.
Nicht alles ist eins zu eins übertragbar, aber viele Regeln und klösterliche Lebenserfahrungen sind hilfreich, um das zu erreichen, was im Grunde alle Menschen anstreben - im Einklang mit sich selbst zu sein.
Pater Dr. Anselm Grün OSB und Dr. Petra Altmann

Der Rhythmus des Lebens
Den Tag und den Ablauf des Jahres nach einem festgelegten Rhythmus zu gestalten, gibt den Menschen Sicherheit und Zuverlässigkeit. Dies kann man aus der monastischen Lebensform lernen.

Der Jahreslauf
Anselm Grün

Das Jahr der Mönche ist in den Rhythmus des Kirchenjahres eingebunden, in dem die wichtigsten Ereignisse aus dem Leben Jesu gefeiert werden: seine Geburt, sein Leben und sein Wirken, sein Tod und seine Auferstehung. Die zentralen Kirchenfeste beruhen auf dem Lukasevangelium. Im Laufe eines Jahres - Lukas versteht es als Heilsjahr - hat Jesus den Menschen die wichtigsten Botschaften verkündet, hat Kranke geheilt und Entmutigte getröstet. Deshalb ist er der Anführer zum Leben oder der Anleiter zu gelingendem Leben, wie man die griechischen Worte "archegos tes zoes" auch übersetzen kann. Und deshalb feiern wir in der Liturgie die Erinnerung an seine Geschichte.
Gleichzeitig feiern wir aber auch unsere eigene Heilung, die uns die vielen biblischen Bilder deutlich machen. Etwa wenn wir davon hören, dass Jesus die gekrümmte Frau aufgerichtet und ihr neuen Mut zum Leben geschenkt hat. Und wir feiern in der Liturgie unsere unantastbare Würde, die uns keiner nehmen kann, selbst wenn er uns noch so sehr verletzt hat. Jesus ist gleichsam der Therapeut, der mit uns unsere eigene Lebensgeschichte durcharbeitet, indem er sie mit seiner heilenden und befreienden Geschichte konfrontiert.
Für die alten Griechen ist das Schauspiel ein therapeutisches Geschehen. Im Schauspiel - so sagt der griechische Philosoph Aristoteles - geschieht Katharsis, die Reinigung der Emotionen. Katharsis war auch für Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, das Ziel der Therapie. Indem wir unser Leben im Licht der Geschichte Jesu anschauen, erkennen wir den tieferen Sinn unseres Lebens. Und indem wir unsere Verletzungen im Licht der Heilungsgeschichten sehen, können wir Heilung erfahren.
In der Geschichte Jesu begegnen wir wichtigen Aspekten des eige
nen Lebens: unserem Erfolg und Misserfolg, unserer Einsamkeit und Verzweiflung, unseren Krankheiten und Gefährdungen, aber auch den Möglichkeiten, die in unserer Seele bereitliegen. Vor allem aber begegnen wir auch dem Phänomen des Leidens und des Sterbens, das wir am liebsten verdrängen möchten. Indem wir es im heiligen Schauspiel darstellen, werden wir von unserer Angst vor Krankheit, vor dem Scheitern und vor dem Tod geheilt.
Die Feste des Kirchenjahres greifen außer der Geschichte Jesu auch Naturfeste aus vorchristlicher Zeit auf und deuten sie auf neue Weise. Wichtige Ereignisse aus dem Leben Jesu werden mit kosmischen Festen verbunden. So wird beispielsweise Weihnachten am Fest des "sol invictus", des unbesiegbaren Sonnengottes, gefeiert. Mit Christus geht die wahre Sonne auf, die nicht mehr untergehen kann. Und Ostern ist ursprünglich ein Frühlingsfest, an dem der Sieg des Lebens über die Erstarrung des Winters gefeiert wird.
Sich auf den Rhythmus des Kirchenjahres einzulassen tut auch der Seele gut. Denn er bringt auch sie in einen gesunden Rhythmus.

Maria Verkündigung verdrängt das römische Fest der Aussaat. Gott selbst hat seinen göttlichen Samen in Maria ausgesät und sät auch in uns seinen Samen aus, damit göttliches Leben in uns zur Blüte kommt. Damit hat er der Aussaat der Bauern eine neue Bedeutung verliehen. Pfingsten (Seite 241) war im Judentum das Fest der Erstlingsfrüchte von der Weizenernte. Die frühe Kirche hat das Osterfest bis Pfingsten ausgedehnt, denn die Sendung des hl. Geistes wurde als Frucht des Ostergeheimnisses verstanden.
C. G. Jung, der Schweizer Psychologe, nennt das Kirchenjahr ein therapeutisches System. Die Feste beziehen sich auf archetypische Bilder, die in der Seele des Menschen bereitliegen. Archetypische Bilder bringen etwas in unserer Seele in Bewegung. Sie zentrieren die Seele auf ihren Mittelpunkt, auf das wahre Selbst, in dem wir ganz bei uns und deshalb authentisch sind. Da kommen wir mit dem ursprünglichen Bild in uns, mit unserem wahren Wesen, in Berührung. So tut es Leib und Seele gut, sich auf den Rhythmus des Kirchenjahres einzulassen. Er bringt unsere Seele in einen gesunden Rhythmus.
Es tut uns gut, wenn wir im Advent mit unserer Sehnsucht in Berührung kommen. Das vermag unsere Süchte zu heilen. Es tut uns gut, wenn wir an Weihnachten in uns hineinsehen und in der Stille Gott in uns entdecken. Weihnachten ist das Fest des neuen Anfangs. Wir sind nicht festgelegt durch die Vergangenheit. Gott wird in uns geboren, um uns von innen zu erneuern.
Es ist heilsam, sich in der Fastenzeit zurückzunehmen, Leib und Seele zu entschlacken, um sich für das neue Leben an Ostern vorzubereiten. Die Fastenzeit ist die Zeit körperlicher und seelischer Reinigung.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Leben der Ordensleute - ist dies eigentlich eine ganz eigene Welt? Abgeschottet von allem, was außerhalb der Klostermauern passiert? Wissen die Nonnen und Mönche, was uns berührt? Und können wir uns das Miteinander in den Klöstern vorstellen?
Kloster - das ist für viele Menschen noch etwas Mystisches. Von dem man gewisse Vorstellungen hat, mit dem man aber keine konkreten Erfahrungen verbindet. Ein Ort der Stille und Abgeschiedenheit.
In den letzten Jahren hat so manches Kloster seine Pforten geöffnet für Gäste. Dabei hat man die Chance, mit Ordensmitgliedern in Kontakt zu kommen, aber tiefere Einblicke in das monastische Leben sind eher selten.
Wir haben uns ausgetauscht, der Benediktinerpater Anselm Grün und die Journalistin Petra Altmann. Im Dialog haben wir die Erfahrung gemacht: Es gibt viele Berührungspunkte.
Ordensleute wissen durchaus, was Menschen außerhalb der Klostermauern bewegt. In vielen Fällen haben sie sogar vergleichbare Probleme - im Zusammenleben, bei der Arbeit, bei der Organisation des täglichen Lebens. Das wird auch in den ganz persönlichen Gesprächen mit Benediktinern aus Münsterschwarzach und Zisterzienserinnen aus dem Kloster Waldsassen deutlich.
Klar wird auch, dass man von den jahrhundertealten Ordensregeln profitieren kann, und zwar nicht nur dann, wenn man die Ewigen Gelübde abgelegt hat.
Die Struktur des Tages, der Rhythmus zwischen Arbeit und Gebet, zwischen Aktion und Kontemplation, zwischen Miteinander und Rückzug, wie er im Kloster herrscht, ist etwas absolut Zeitgemäßes.
Nicht alles ist eins zu eins übertragbar, aber viele Regeln und klösterliche Lebenserfahrungen sind hilfreich, um das zu erreichen, was im Grunde alle Menschen anstreben - im Einklang mit sich selbst zu sein.
Pater Dr. Anselm Grün OSB und Dr. Petra Altmann

Der Rhythmus des Lebens
Den Tag und den Ablauf des Jahres nach einem festgelegten Rhythmus zu gestalten, gibt den Menschen Sicherheit und Zuverlässigkeit. Dies kann man aus der monastischen Lebensform lernen.

Der Jahreslauf
Anselm Grün

Das Jahr der Mönche ist in den Rhythmus des Kirchenjahres eingebunden, in dem die wichtigsten Ereignisse aus dem Leben Jesu gefeiert werden: seine Geburt, sein Leben und sein Wirken, sein Tod und seine Auferstehung. Die zentralen Kirchenfeste beruhen auf dem Lukasevangelium. Im Laufe eines Jahres - Lukas versteht es als Heilsjahr - hat Jesus den Menschen die wichtigsten Botschaften verkündet, hat Kranke geheilt und Entmutigte getröstet. Deshalb ist er der Anführer zum Leben oder der Anleiter zu gelingendem Leben, wie man die griechischen Worte "archegos tes zoes" auch übersetzen kann. Und deshalb feiern wir in der Liturgie die Erinnerung an seine Geschichte.
Gleichzeitig feiern wir aber auch unsere eigene Heilung, die uns die vielen biblischen Bilder deutlich machen. Etwa wenn wir davon hören, dass Jesus die gekrümmte Frau aufgerichtet und ihr neuen Mut zum Leben geschenkt hat. Und wir feiern in der Liturgie unsere unantastbare Würde, die uns keiner nehmen kann, selbst wenn er uns noch so sehr verletzt hat. Jesus ist gleichsam der Therapeut, der mit uns unsere eigene Lebensgeschichte durcharbeitet, indem er sie mit seiner heilenden und befreienden Geschichte konfrontiert.
Für die alten Griechen ist das Schauspiel ein therapeutisches Geschehen. Im Schauspiel - so sagt der griechische Philosoph Aristoteles - geschieht Katharsis, die Reinigung der Emotionen. Katharsis war auch für Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, das Ziel der Therapie. Indem wir unser Leben im Licht der Geschichte Jesu anschauen, erkennen wir den tieferen Sinn unseres Lebens. Und indem wir unsere Verletzungen im Licht der Heilungsgeschichten sehen, können wir Heilung erfahren.
In der Geschichte Jesu begegnen wir wichtigen Aspekten des eige
nen Lebens: unserem Erfolg und Misserfolg, unserer Einsamkeit und Verzweiflung, unseren Krankheiten und Gefährdungen, aber auch den Möglichkeiten, die in unserer Seele bereitliegen. Vor allem aber begegnen wir auch dem Phänomen des Leidens und des Sterbens, das wir am liebsten verdrängen möchten. Indem wir es im heiligen Schauspiel darstellen, werden wir von unserer Angst vor Krankheit, vor dem Scheitern und vor dem Tod geheilt.
Die Feste des Kirchenjahres greifen außer der Geschichte Jesu auch Naturfeste aus vorchristlicher Zeit auf und deuten sie auf neue Weise. Wichtige Ereignisse aus dem Leben Jesu werden mit kosmischen Festen verbunden. So wird beispielsweise Weihnachten am Fest des "sol invictus", des unbesiegbaren Sonnengottes, gefeiert. Mit Christus geht die wahre Sonne auf, die nicht mehr untergehen kann. Und Ostern ist ursprünglich ein Frühlingsfest, an dem der Sieg des Lebens über die Erstarrung des Winters gefeiert wird.
Sich auf den Rhythmus des Kirchenjahres einzulassen tut auch der Seele gut. Denn er bringt auch sie in einen gesunden Rhythmus.

Maria Verkündigung verdrängt das römische Fest der Aussaat. Gott selbst hat seinen göttlichen Samen in Maria ausgesät und sät auch in uns seinen Samen aus, damit göttliches Leben in uns zur Blüte kommt. Damit hat er der Aussaat der Bauern eine neue Bedeutung verliehen. Pfingsten (Seite 241) war im Judentum das Fest der Erstlingsfrüchte von der Weizenernte. Die frühe Kirche hat das Osterfest bis Pfingsten ausgedehnt, denn die Sendung des hl. Geistes wurde als Frucht des Ostergeheimnisses verstanden.
C. G. Jung, der Schweizer Psychologe, nennt das Kirchenjahr ein therapeutisches System. Die Feste beziehen sich auf archetypische Bilder, die in der Seele des Menschen bereitliegen. Archetypische Bilder bringen etwas in unserer Seele in Bewegung. Sie zentrieren die Seele auf ihren Mittelpunkt, auf das wahre Selbst, in dem wir ganz bei uns und deshalb authentisch sind. Da kommen wir mit dem ursprünglichen Bild in uns, mit unserem wahren Wesen, in Berührung. So tut es Leib und Seele gut, sich auf den Rhythmus des Kirchenjahres einzulassen. Er bringt unsere Seele in einen gesunden Rhythmus.
Es tut uns gut, wenn wir im Advent mit unserer Sehnsucht in Berührung kommen. Das vermag unsere Süchte zu heilen. Es tut uns gut, wenn wir an Weihnachten in uns hineinsehen und in der Stille Gott in uns entdecken. Weihnachten ist das Fest des neuen Anfangs. Wir sind nicht festgelegt durch die Vergangenheit. Gott wird in uns geboren, um uns von innen zu erneuern.
Es ist heilsam, sich in der Fastenzeit zurückzunehmen, Leib und Seele zu entschlacken, um sich für das neue Leben an Ostern vorzubereiten. Die Fastenzeit ist die Zeit körperlicher und seelischer Reinigung.

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