Erich Fried, am 6. Mai 1921 in Wien geboren und am 22. November 1988 in Baden-Baden gestorben, ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhundert. Vor allem mit seinen Liebesgedichten, am bekanntesten darunter das Gedicht "Was es ist", erzielte er große Wirkung bei Zuhörern und Lesern.
Seine letzten Gedichte widmete er dem Kampf gegen das Vergessen, dem Erinnern und letztendlich dem Bemühen um Klarheit. Diesem Buch folgte nur noch: Mitunter sogar Lachen. Das ist der Text eines Erich Frieds, der sein Werk und sein Leben noch einmal Revue passieren lässt.
Und weiss er, dass zu gründliche Gründlichkeit nur zu einem Verzeichnis führt, welches zu prüfen ist, dauerhaft, und diese Zeit dem wahren Leben nimmt. Denn "Was tue ich nur, wenn meine Welt sterben will? Wohin kann ich weiterreiten? Wie sitze ich noch im Sattel?"
Und diese Klarheit, in Fragen oder in Antworten findet er in Liebe, auch in der Liebe: "Nicht sich verstecken vor den Dingen der Zeit in der Liebe / Aber auch nicht vor der Liebe in die Dinge der Zeit."
Gegen das Vergessen: "Ich will mich erinnern, dass ich nicht vergessen will, denn ich will ich sein."
Wir aber mögen uns stärken sogar an den Schwächen eines klugen, mutigen und integren Menschen, der unser Zeitgenosse ist. So Christa Wolf über Erich Fried.