Der Titel klingt trotzig-provokativ und man erwartet, dass die Frauen, die da aus ihrem „richtigen Leben" (lt. Untertitel) erzählen, auch einiges zur Problematik zwischen Ost und West sagen können. Doch dem ist nicht so - die (übrigens sehr interessanten) Geschichten wirken in dieser Beziehung wie „chemisch gereinigt". Die Frauen, die da ihre Lebensgeschichte erzählen, sind durchweg taffe und fleißige Ost-Frauen, die sich - wendebedingt - umorientieren mussten und das auf sehr unterschiedliche Weise, aber immer gut, bewältigt haben. Über die Schwierigkeiten, die diese Frauen zweifellos allein schon daraus haben mussten, dass alles, was sie waren, gelernt und geschaffen hatten, plötzlich „nichts mehr wert" war, wird mit ein paar Halbsätzen, ein paar hingetupften Bemerkungen hinweggegangen. Insofern sind diese Geschichten nicht typisch und könnten - mit ein paar veränderten kleinen Details - auch heißen: „Klar bin ich eine West-Frau!" oder „Klar meistere ich auch als Frau mein Leben!". Es ist ein völlig unpolitisches Frauenbuch (und als solches auch in Ordnung) - wer „mehr" darüber erfahren will, wie Ost-Frauen die Wende verarbeitet haben, wird enttäuscht. Ob es irgend etwas damit zu tun hat, dass die Herausgeberin eine West-Frau ist, die aber - nach eigenem Bekunden - „Ost" denkt?