Pressestimmen
„Als Vielflieger und ausgewiesener Kinderwunschexperte rate ich vor diversen Eingriffen dringend zur Lektüre dieser lustvollen Schonkost.“ Herr Dr. Klasto, Klapperstorch
Kurzbeschreibung
Der Kinderwunsch ist unbändig groß, aber der ersehnte Nachwuchs will und will und will und will und will ... sich nicht einstellen? Natürlich gibt es nun diverse Möglichkeiten, die Befruchtung auf künstlichem Wege voranzutreiben. Klapperstorch-Autorin Anni König hat sie (fast) alle ausprobiert - ohne Erfolg. Dutzende Spritzen, Hormonampullen und niederschmetternde Nachrichten gingen in und an ihr vorüber bevor Anni lernte, wie frau am besten auf ihren Körper hört. Und heute gibt auch Klapperstorch Dr. Klasto den Tipp: "Lest dieses Buch, bevor ihr die Kinderwunschklinik aufsucht!" Denn Anni griff letztlich im richtigen Moment zu ihrem Mann Klaus und traf somit die beste, natürlichste aller Wunschkinder-Entscheidungen. Annis geheime Wunschkinder-Rezepte gibt es ab Februar 2010 rezeptfrei beim Salzburger Spezialverlag edition riedenburg, www.editionriedenburg.at (u.a. Verlag von "Luxus Privatgeburt", "Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht", Kindersachbuchreihe "Ich weiß jetzt wie!" für Kinder ab 2 Jahre). Dass schwanger zu werden so kompliziert werden würde, hätten sich Anni und ihr Mann Klaus wohl nicht gedacht. Ein paar Mal Liebe machen sollte reichen - doch weit gefehlt! Selbst das Probieren nach ärztlichem Plan fruchtet nicht, und was vielleicht noch schlimmer ist: Klaus' Spermiogramm besagt schwarz auf weiß, dass es mit dem Nachwuchs wohl nichts wird. Angeleitet von Herrn Dr. Wunsch bekommt Anni synthetische Hormone verabreicht und versucht nun, durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden. Doch weder Inseminationen (IUI) mit gewaschenen Spermien noch Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) führen zum erhofften Ergebnis. Gesunde Ernährung und hilfreiche homöopathische Globuli halten in einer schöpferischen Pause Einzug ins Königshaus, bevor sich die Kinderwunsch-Uhr nochmals ganz laut zu Wort meldet. Dem Zufall ist es zu verdanken, dass Anni endlich auf ihre innere Stimme und ihren Körper und nicht mehr nur auf die oft schmerzhaften Worte der Repromediziner hört. Als sie nach einer Auslandsreise zu ihrem Mann Klaus und überraschend einfachen Methoden greift, ist sie ruck, zuck schwanger. Heute kann Anni ein Lied davon singen, wie schön es sich anfühlt, wenn der Klapperstorch eben doch vorbeischaut. Fazit: Ein humorvolles Buch für alle mit dringendem Babywunsch! Manchmal nicht ganz jugendfreie Skizzen versüßen die graue Wartezeit bis zum nächsten Schwangerschaftstest. Kinderwunsch-Fragebögen mit Profil-Analyse und Frustseiten lassen den Status quo ans Tageslicht kommen und verraten, wie es um die Fortpflanzungswilligkeit bestellt ist. Verliebte Paare können außerdem im interaktiven Würfelspiel „EiSprung“ gleich auf die Jagd nach dem befruchtungswilligen Ei gehen. Die komplette Bastelvorlage für Spielfeld, Spielfiguren und Spermien-Würfel findet sich zum Ausschneiden im Buch. Mit dabei: zahlreiche freche Klapperstorch-Spermien-Illustrationen sowie Kopiervorlage zum original Klapperstorch-Zyklusblatt (sympto-thermale Methode): Temperatur messen, eintragen, Bescheid wissen, wann's drauf ankommt! Denn Klapperstorch Dr. Klasto sagt: "Wer nicht vögelt, wird auch kein Ei im Nest haben."
Über den Autor
Anni König ist 34 Jahre jung und Mutter eines zuckersüßen Schreihalses. Eigentlich ist Anni gelernte Reiseverkehrskauffrau, aber im Bekanntenkreis gilt sie schon längst als die Klapperstorch-Expertin schlechthin. Kein Wunder! Denn nach sieben unfruchtbaren Jahren war ihr angelesenes Kinderwunsch-Wissen mindestens so dick wie ein Bauch im neunten Monat. Hier also kommt Annis erstes Buch rund um das Thema Fortpflanzung. Frauen, haltet eure Männer bereit, wir heben ab!
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Also machten wir, am Rande eines Nervenzusammenbruchs, einen Termin in der Kinderwunschsprechstunde einer bekannten Uniklinik aus. Viel schlimmer konnte es ja nicht mehr werden, dachte ich mir. Oder etwa doch? Leider bekamen wir einen Termin erst in zwei Monaten. Zwischenzeitlich wollte ich schon mal sichergehen, dass alles mit meiner Gebärmutter stimmt und die Eileiter durchgängig sind. Hierzu machte ich einen Termin im Krankenhaus aus. Ich hatte mächtig Bammel. Der Bauchraum wird mit Gas aufgefüllt, damit die Ärzte mit den Werkzeugen, die durch die Bauchdecke geführt werden, alles genau sehen können. Ein Werkzeug wird zudem durch die Scheide in die Gebärmutter geschoben. Es war alles ok. Bis auf die schrecklichen Schmerzen danach. Aber auch die waren innerhalb von zwei Wochen weg. Also konnten wir weitermachen. In der Uniklinik wurden wir auf Herz und Nieren untersucht. Auch ein erneutes Spermiogramm beim Andrologen wurde gemacht. Dieses war zwar besser als beim Urologen, aber immer noch recht miserabel. Das Ergebnis sagte OAT 3, kurz gesagt: Die Spermien waren zu langsam, fehlgeformt und zu wenige. Nach diesem Ergebnis ging es mir nicht wirklich besser, denn der Androloge meinte, dass es keine Medikamente gegen unser Problem gebe. Da könne man einfach nichts machen. Wie man weiter vorgehen könnte, wollte er mit uns nach dem Kontrollspermiogramm in sechs Wochen besprechen. Es waren harte Wochen, übersät von Vorwürfen. Klaus fuhr Mountainbike, ich las im Internet, dass das zu Infertilität führen könne. Auch Rauchen sei nicht förderlich – Klaus tat es trotzdem. Klaus argumentiert, auch bekannte Rennradfahrer hätten wohl Kinder. Super Begründung! Naja, erst mal das Kontrollspermiogramm abwarten. Vielleicht hatte es sich ja gebessert. Klaus nahm in diesen Wochen Vitamin C, E und Zink ein. Wenigstens etwas, aber auch das musste ich aus dem Internet raussuchen. Mittlerweile war ich fit mit dem Computer. Die Enter-Taste ängstigte mich schon lange nicht mehr. Höchstens ein paar von den Sachen, die ich dort las. Ich nahm Klaus übel, dass er nicht selber nachforschte. Wollte er denn überhaupt ein Baby? Warum musste ich ihm „befehlen“, diese Dinge zu nehmen? Manchmal verstand ich die Männer einfach nicht. Dann das Kontrollspermiogramm: Bei der Besprechung fiel mir auf, dass der Leukozytenwert etwas erhöht war. Ich als Laie wusste nur, dass es sich um einen Entzündungswert handelte, und fragte den behandelnden Arzt danach. Darauf meinte er nur, das sei tatsächlich nicht gut, aber so sehr beeinflusse eine Entzündung das Spermiogramm nicht. Die weitere Behandlung aber wurde verschoben. Klaus bekam eine sechswöchige Antibiotika-Kur verschrieben. Hätte ich nichts gesagt, hätte der Arzt auch nichts unternommen. Innerlich konnte ich nur den Kopf schütteln. Aber alles Ärgern und Fluchen half nichts, ich war ja daran gebunden, was die Doktoren sagten. Doch dieses Erlebnis führte dazu, dass ich nicht mehr jedem Arzt vertraute. Ich las sehr viel im Internet, machte mich schlau und schlauer, kurz: Ich mutierte zum wandelnden Lexikon in Sachen Kinderwunsch. Nach der Kur wurde wieder ein Spermiogramm angesetzt und sechs Wochen später noch eins zur Kontrolle. Bis jetzt hatten wir mit dem ganzen Hin und Her mehr als ein halbes Jahr verplempert. Unglaublich, aber das Spermiogramm wurde ein wenig besser. Man konnte keine Wunder erwarten, aber das war doch schon mal ein Anfang. Wieder in der Kinderwunschsprechstunde rieten uns die Ärzte erst mal zu Sex nach Plan – wie romantisch. Ich bekam Ovulationstests verschrieben – damals ging das noch und wurde brav von der Krankenkasse bezahlt – und sollte diese ab dem zehnten Zyklustag durchführen. Wir taten wie geheißen, aber Liebe machen nach Vorschrift ist alles andere als toll. Genau wenn man soll, hat man überhaupt keine Lust drauf, muss aber trotzdem, sonst muss man wieder einen Monat warten. Vorher, selbst wenn wir wollten, durften wir nicht, da sonst die Spermien nicht ausreichend und zu langsam seien, also vor dem Eisprung etwa drei bis fünf Tage Abstinenz. Klasse, genau dann hatten wir aber Lust, zumindest am Anfang. Was wir nicht alles versuchten. Wenn ich im Rückblick darüber nachdenke, muss ich schon ein wenig schmunzeln. Kissen unter den Hintern während und nach dem Verkehr. Beine hoch nach dem Sex oder besser noch schön in die Kerze, damit auch die Erdanziehung ihren Job erledigen kann. Ich wäre fast in den Kopfstand gegangen. Immer schön brav liegen bleiben, mindestens für eine halbe Stunde, aber besser waren zwei Stunden. Unglaublich, ich habe fast nicht getraut mich zu bewegen. Sehr unpraktisch, wenn man auf Toilette muss, was nach Murphys Gesetz ja auch immer passierte. Hätte noch gefehlt, dass ich Geisterbeschwörung gemacht hätte. Da aber auch das nach drei Versuchen nicht klappte, mussten wir weiterdenken. Wir kamen zu dem Entschluss, der uns noch lange begleiten sollte, nämlich: nicht aufzugeben. Mit frischem Elan und voller Eifer wollten wir den nächsten Schritt wagen. Eine Pause gönnten wir uns nicht, es ging sofort weiter. Das Wunderkürzel IUI sollte es diesmal sein, das ist ja nichts Schlimmes, man hilft der Natur nur ein wenig auf die Sprünge. Dachte ich zumindest. Man kann sich so fast alles schönreden, wenn man nur will. Suggestion ist eine sehr wichtige Sache, wenn man auf Kinderwunschkliniken angewiesen ist. Man muss sich immer einreden, dass man nur etwas für seinen Kinderwunsch unternimmt. Schließlich wird man ja nicht jünger und wenn es doch nicht klappen sollte, hat man es zumindest versucht und kann sich dann irgendwann in ferner Zukunft nicht vorwerfen, dass man es nicht zumindest versucht hätte. Das waren zumindest meine Beweggründe. Wenn man hier sachlich bleibt und nicht emotional, dann hat man auch ganz gute Karten, nicht zugrunde zu gehen. Leider bin ich ein sehr emotionaler Mensch. Diese IUI, für die wir uns entschieden hatten, steht für Intrauterine Insemination. Dafür muss der Mann am Tag der Insemination eine kleine Spermaspende in der Klinik abgeben, nach einer Abstinenzzeit von mindestens drei bis vier, in manchen Kliniken auch fünf Tagen. Das Sperma wird dann „gewaschen“. In meinen Worten: In einem Labor werden die guten Spermien von den schlechten mittels eines Zentrifugators und Zugabe eines Kulturmediums getrennt. Durch diesen Vorgang schwimmen die guten Spermien oben, das sind die sogenannten „swim ups“. Diese werden in einer Kanüle abgesaugt und dann mittels eines langen Katheters komplett schmerzfrei der Frau in die Gebärmutter übertragen. Aber zuerst musste natürlich wieder der Eisprung festgestellt werden. Dazu waren wir an mehreren Zyklustagen zur Ultraschallkontrolle in der Uniklinik, wo man deutlich das Heranreifen eines Follikels – eines Eibläschens also – erkennen konnte, bis zum elften oder zwölften Zyklustag. Dessen Größe war immer so 14 bis 16 Millimeter, das war schon ganz gut, auch wenn so ein Follikel erst etwa bei 20 Millimeter reif ist und springt. Dann, am 13. Zyklustag war er auf einmal verschwunden, also gesprungen. Er konnte aber wohl kaum die richtige Größe erreicht haben. Dies wurde drei Zyklen lang genau so beobachtet, es konnte also nie eine IUI durchgeführt werden. Anstatt nach dem Warum zu forschen, verschrieben mir die Ärzte kurzerhand eine Spritze, die FSH beinhaltete. FSH steht für Follicle Stimulating Hormone. Es entsteht eigentlich natürlich im Lauf des Zyklus im Körper der Frau, kann aber in der ersten Zyklushälfte gespritzt werden. Dadurch wird der Follikel angeregt zu wachsen. Leider muss man sich diese Spritzen selber geben, Tag für Tag. Praktischerweise gibt es für diesen Vorgang einen Pen, das ist eine Art Stift, durch den die Hormongabe mengengenau mittels Knopfdruck in den Körper injiziert wird. Zum Glück habe ich keine Spritzenphobie, aber die Stecherei kostete stets Überwindung. Welch ein Wunder, nach den Hormongaben war dann der Follikel auch tatsächlich am Tag 13 noch da und groß genug. Jetzt wurde mittels einer HCG-Spritze der...
Auszug aus dem ersten Kapitel. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
** Süße Naivität** Als ich etwa sieben Jahre alt war, fragte mich meine Mutter eines Tages, wie viele Kinder ich denn mal haben möchte, wenn ich groß bin. Mutig hob ich beide Hände und öffnete die kleinen Ballen. Naja, ganz so einfach, wie ich mir das damals vorstellte, sollte sich mein Kinderwunsch nicht erfüllen, und mal ehrlich, zehn Kinder müssen es ja nun auch nicht unbedingt sein, aber das war meine kindliche Logik. Ganz viele Babys müssen her. Mit 25 Jahren lernte ich meinen Mann Klaus kennen. Recht schnell entschlossen wir uns eine Familie zu gründen. Also Pille abgesetzt, die ich eh nicht sonderlich gut vertrug – egal welche ich einnahm, immer gab es irgendwelche Nebenwirkungen –, und los ging es. Das erste Problem offenbarte sich recht schnell. Mein Körper wollte nicht so recht, zu sehr hatte er sich an die Hormone „frei Haus“ gewöhnt. Die Umstellung ist für sehr viele Frauen ein großes Problem. Der Körper muss nun selber wieder „denken“. Jetzt muss er erst mal wieder selber produzieren und zwar so, dass ein Eisprung stattfindet, denn ohne Eisprung kein Baby. ** Mens, Frau Dr. Weiß und andere Erkenntnisse ** Ja ja, die liebe Tante Rosa ... – bei mir kam die Menstruation nach Absetzen der blöden Pille, wie sie gerade Lust hatte. Mal alle sechs Wochen, mal alle acht, mal nach vier. So kann das ja nichts werden mit dem Nachwuchs, dachte ich mir. Bevor ich jetzt eine Ewigkeit damit rumexperimentiere, gehe ich doch lieber zum Profi, vielleicht kriegt meine Gynäkologin das wieder in den Griff. Der Begriff „Ewigkeit“ sollte mich noch ein wenig begleiten in meinem Kinderwunsch. Was wusste ich damals denn schon übers Warten, ein halbes Jahr war ja schon zu viel für mich. Heute kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln und schmunzeln. Meine damalige Frauenärztin Frau Dr. Weiß, eine etwa 50-jährige nette Frau, der ich übrigens sehr vertraute – schließlich hatte ich nun schon über Jahre hinweg auf ihre Kinder aufgepasst und befand mich seit 9 Jahren auch in ihrer medizinischen Obhut – untersuchte mich und gab mir allerlei Mittelchen. Unter anderem das bekannte Mönchspfeffer, welches meinen Körper wieder in seine natürliche Balance bringen sollte – sprich die Regel sollte pünktlich alle 28 Tage kommen. Das zweite Mittelchen war eines, welches meinen Eisprung fördern sollte, leider erinnere ich mich nicht mehr an den Namen. Beides sollte ich drei Zyklen lang einnehmen. Gesagt, getan. Die Mittel wirkten und meine Periode stellte sich auf „normal“ ein. Sie kam pünktlich auf die Minute. Ganze zwei Mal. Das dritte Mal kam sie nicht, also wartete ich zehn Tage, schließlich wollte ich unbedingt sichergehen ... Ich hatte keine Ahnung von irgendwelchen Schwangerschaftsanzeichen. Damals war das Internet noch nicht so verbreitet, wenigstens nicht in meiner Welt. So bemerkte ich ganz unabhängig von diversen Foren und Ratgeberseiten am zehnten Tag nach dem Tag X eine extreme Vergrößerung der linken Brust, außerdem zog es so komisch in der Leiste. Also kaufte ich einen Schwangerschaftstest. Die Marke schlug allerdings erst ab einem HCG-Wert von 50 an. Was das bedeutete, war mir zu dieser Zeit aber nicht bewusst. Mittlerweile weiß ich: Das ist ein Hormon, welches nur dann vom Körper oder später vom Embryo produziert wird, wenn man schwanger ist. Die Abkürzung HCG steht für Humanes Choriongonadotropin. Es wird ab dem Tage der Einnistung der Eizelle in der weiblichen Gebärmutterwand – bei einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus also etwa an Tag 21 – in der Plazenta produziert. Mit dem Wachstum des Embryos verdoppelt sich die nachweisbare HCG-Menge im Blut oder Urin der Mutter ungefähr jeden zweiten Tag. Dies gilt zumindest für den Anfang der Schwangerschaft. Das ist natürlich alles sehr vereinfacht dargestellt, der weibliche Körper ist schließlich kein Uhrwerk. Wann lohnt es sich also, einen Schwangerschaftstest zu machen? Wirklich eindeutig ist ein Test erst nach Ausbleiben der Mens. Egal, was auf der Packung steht. Nur dann ist er wirklich sicher, aber es bleibt dabei: die ersten drei Monate einer Schwangerschaft sind labil. Man muss ein wenig aufpassen und vielleicht sein Leben etwas ändern – aufhören zu rauchen, keinen Alkohol trinken, keine Drogen. Mir verriet leider niemand, dass man Tests lieber mit dem Morgenurin machen sollte, schließlich stand auf der Verpackung des Tests ja eindeutig „zu jeder Tageszeit anwendbar“. Die Neugierde packte mich und ich hielt es nicht mehr aus, bis ich zu Hause war. Ich machte mich in der Mittagspause auf den Weg in Richtung Toilette. Gebrauchsanweisung, nun gut: 5 Sekunden auf den Stick pieseln, dann 10 Minuten warten. Es gibt ein Kontrollfenster, das anzeigt, ob der Test richtig durchgeführt wurde, da muss auf jeden Fall ein rosa Punkt erscheinen, dann zwei Punkte für schwanger oder einer für nicht schwanger in einem anderen Kästchen. Alles verstanden, los ging’s. Der Test zeigte prompt zwei rosa Flecken an, natürlich plus den im Kontrollfenster. Sicherheitshalber schaute ich noch mal in der Gebrauchsanweisung, ob der Fleck auch am richtigen Platz war. Juhu, einfach unglaublich! Ich war schwanger. So schnell hatte das geklappt. Ein paar Minuten später – leider war ich aufgrund der Freude so durcheinander, dass ich nicht auf die Uhr schaute – war der Fleck auf einmal weg. Komisch. Was war ich nun? Ein bisschen schwanger? Völlig verwirrt machte ich einen Termin bei meiner Gynäkologin aus. Sie sollte mir die Schwangerschaft bestätigen. Für mich gab es keinen Zweifel. In einem Buch las ich nun auch, dass eine Vergrößerung der Brust und das Ziehen in der Leiste normal seien in der Schwangerschaft. Außerdem war mir den ganzen Tag übel, und zwar richtig. Warum hieß das denn Morgenübelkeit, wenn es den ganzen Tag anhielt? Doch dann musste die dumme alte Wohnung von Klaus dazwischen kommen, die er entgegen seiner Aussage noch immer nicht gekündigt hatte. Oh Mann, so hatten wir noch nie gestritten wie an diesem Abend. Verdammt, warum mussten Klaus und ich uns ausgerechnet jetzt fetzen? Tausend Fragen gingen mir durch den Kopf: Schadet dieses Gestreite meiner Schwangerschaft? Was mache ich nun?
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Leicht hatte es Anni König ja wirklich nicht mit ihrem Kinderwunsch. Selbst Frau Dr. Klasto und ich sowie unsere zahlreichen erfahrenen Klapperstorch-Kollegen konnten ihr anfangs nicht helfen. Wir waren komplett ratlos! Dabei ist eigener Nachwuchs bei zwei verliebten Schnabelmenschen eigentlich das Natürlichste auf der Welt, die Befruchtung alles in allem eine einfache Aufgabe – sollte man meinen. Doch bei Anni und Klaus gingen Wochen, Monate und Jahre ins Land. Sie zogen von Arzt zu Arzt und befragten viele sogenannte „Reproduktions-Spezialisten“, um ihr Kinderwunsch-Puzzle fertigstellen zu können. Aufgeben stand zwar nie zur Debatte, aber viele Tiefen galt es zu überwinden. Nicht selten vergaßen Anni und Klaus, auf den eigenen Körper zu hören. Sie folgten blind den ärztlichen Anordnungen, doch wie sich nach vielen Jahren herausstellen sollte, war das auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Ich sage euch, manche Ärzte versuchen doch glatt, den menschlichen Zweibeinern eine Fortpflanzung ohne viel Sex einzureden! Was haltet ihr von solchen Befruchtungsplänen? Ich kann bei so etwas nur vor Unverständnis mit dem Schnabel klappern und rate in der Nestbauphase dazu, das EiSprung-Spiel zu spielen, um anständig in die Federn zu kommen. Klapp klapp klapp, sonst wird das nichts! Ich soll mich nicht so aufregen, meint Frau Dr. Klasto. Also zurück zu Anni und Klaus. Die Achterbahn der Gefühle nagte an ihnen und ihrer Ehe. Sie mussten erst einmal wieder zusammenfinden, um weiter an ihrem Wunschkind zu arbeiten und, tja, um auf menschlichem Weg daran zu basteln. Ihr wisst schon, worauf ich hinaus will ... Wir Klapperstörche wollten ihnen ja wirklich helfen, aber diesen menschlichsten aller Puzzleteile, den durften die beiden selbst in ihr Puzzle schieben, da waren uns die Flügel gebunden. Und wisst ihr was? Ganz ähnlich wie bei uns Klapperstörchen fanden auch Anni und Klaus ihr Glück bei einer Reise in den Süden. Ach, war das schön! Aber lest selbst, wie Anni und Klaus es nach jahrelangem Martyrium doch noch hinbekommen haben, ihren kleinen, süßen Schreihals ganz natürlich herbeizuklappern. Ich brauche jetzt auf jeden Fall erst einmal Urlaub. Und meine Frau auch. Zum Glück ist nicht jede Wunschbaby-Zustellung so anstrengend! Es grüßen Euch Herr Dr. Klasto, Klapperstorch Frau Dr. Klasto, Klapperstorch Übrigens: Wir Klapperstörche wollen natürlich nicht auf uns sitzen lassen, dass wir manche Wunschbabys angeblich verspätet oder überhaupt nicht zustellen. Deshalb schreiben wir an einem Buch für Anni, Klaus und die vielen anderen Zweibeiner, die ihre Befruchtung verlernt haben. Wann es fertig sein wird, wissen wir noch nicht, denn wir haben schließlich auch noch andere wichtige Dinge zu tun. Aber stakst doch einfach regelmäßig ins Internet auf die Seite www.editionriedenburg.at Dort werden wir unser Buch dann ins Verlagskörbchen legen. Jetzt probieren wir zur Vorbereitung auf unser eigenes Klapperstorchbuch einmal verschiedene Flügel- und Schnabelstellungen aus, ihr Menschen liebt es ja abwechslungsreich, und wir Klapperstörche sind auch schon ganz neugierig ...