Natürlich stimmt die Geschichte nicht. Jeder Beethoven-Kenner wird darin viele Ungereimtheiten ,ja Unrichtigkeiten erkennen können. Aber muss sie auch nicht. Es ist KEIN Dokumentarfilm.
Wie manche andere Filme über Beethoven leidet auch dieser daran, dass er nicht konsequent mit der Taubheit Beethovens umgeht und dadurch Brüche schafft.
Aber es ist eben keine Dokumentation, sondern ein Spielfilm.
Ebenso wie das grossartige Buch von Dieter Kühn, Der schwarze Geiger, ist es frei erfundene Kunst, die sich aber dem Menschen Beethoven nähert, seiner misstrauisch misanthropischen Art, sicher aufgrund der Hör-Erkränkung, seiner dadurch bedingten Einsamkeit, seinen Grobheiten gegenüber Frauen aufgrund zahlreicher selbst geschaffener Enttäuschungen im Liebesleben.
Wir bekommen auch hier eine Ahnung, wieviel unglaubliches Gefühl dieser Mann hatte, das in quälte, weil es ein unerfülltes Gefühl war.
Ed Harris vermag sich sehr in eine solche Rolle einzufühlen. Ein eigentlich Liebender, eine Sehnender, der alle eigene Verletzung hinter dem Zaun seiner Grobheiten versteckt. In diesem Film wird der unbedingte künstlerische Anspruch eines Beethoven in eindrucksvollen Scenen deutlich. Auch, wie weit er mit seiner Kunst, gerade seiner späten, der Zeit voraus war, die ihn nicht verstand, nicht verstehen konnte. Diese tiefe Einsamkeit verkörpert Ed Harris intensiv. Er bezeichnet im making of diese Rolle als eine seiner grössten Herausforderungen.
Gegenüber den peinlichen Heroisierungen, die Beethoven in dem ein oder anderen Streifen erfährt, eine durchaus interessante Bereicherung des Beethoven-Bildes,auch wenn es den realen Menschen vielleicht nicht richtig zeichnet, wird die Eigenart des Künstlers Beethoven beschrieben.