Welcher Fan des Homanx-Universums hätte nicht schon darüber fabuliert, wie die Allianz der Thranx mit den Menschen ihren Anfang genommen hatte. Wer hätte nicht gehofft, Foster nähme sich dereinst die Zeit und seine Fabulierkunst zusammen und dichtet über die Anfänge dieser seltsamen Symbiose?!
Nun also hat er es getan und eine große Chance billig verschenkt.
Stand in seinen frühen Homanx-Romanen noch das Abenteuer und die Schilderung der exotischen Außerirdischen im Vordergrund, hätte es nun in seinen drei Romanen des frühen Homanx-Commonwealth einer anderen schriftstellerischen Fähigkeit bedurft: Politische Zusammenhänge logisch und spannend anllegen und auflösen, die absolute Fremdartigkeit der auftretenden Arten plastisch und schillernd zu entwickeln, die handelnden Persönlichkeiten mehrdimensional und schlüssig darstellen.
All das, was eine Caroline Janice Cherryh oder eine Robin Hobb scheinbar nebenbei erledigt, an all dem scheitert Alan Dean Foster.
Die drei Romane Die Außenseiter, Klagelied der Sterne und Das Dorn-Projekt scheinen in aller Schnelle dahingeschrieben worden zu sein. Es entsteht niiemals der Eindruck, Foster hätte sich mit seinen Figuren ernsthaft beschäftigt. Thranx, Menschen, AAnn, Pitar, UnopPatha und wie sie alle heißen, alle scheinen irgendwie gleich zu sein. Die Unterschiede der diversen Arten sind allenfalls oberflächlich. Wo die reptilischen AAnn fast ausschließlich aus der Sicht der Thranx als hinterhältig geschildert werden, zeichnen sich die Thranx als anhängliche Insektoiden aus, die die Menschen aus Gründen mögen, die nirgendwo weiter erklärt werden. Im Gegenteil, für die Thranx riechen Menschen schlecht, sind aufgrund ihres weichen Äußeren eher abstoßend und zudem benehmen sich die Humanoiden im Allgemeinen in Anwesenheit der Thranx schlecht. Wieso also die Thranx sich beständig bemühen, sich den Menschen an den Hals zu werfen, bleibt ein nicht zu ergründendes Rätsel.
Die Pitar dagegen erscheinen auf der Bildfläche als hochgewachsene Idealbilder der Menschen und wir haben nichts Besseres zu tun, als und blind zu verlieben. Sämtliche Objektivität bleibt fast selbstzerstörerisch auf der Strecke. An keiner Stelle handeln Menschen wirklich sinn- und planvoll. Irgendwie hat man immer das unbestimmte Gefühl, Foster habe eine andere Menschheit im Sinne. Als er dann aber die UnopPatha auf den Plan bringt, wird es vollends blödsinnig. Eine Zivilisation kleinwüchsiger, tonnenförmiger Wesen, zu deren Aussehen ihr Verhalten nahtlos passt. Sie sind schüchtern bis ängstlich, können sich keine großen Sternenschiffe leisten - obwohl sie immerhin den KK-Antrieb entwickelt haben - kurven mit zerbeulten Schiffen durchs All und sind arm wie Kirchenmäuse. Das ist eindimensional und absolut unglaubwürdig. Ebenso natürlich wie das Verhalten der Pitar im zweiten Band, die sich lieber komplett ausrotten lassen als sich zu ergeben. Nicht zu vergessen die Menschen und die Thranx, die mal eben gemeinsam auf wenigen Seiten des Buches einen kompletten Genozid begehen, ohne auch nur mit der Wimper bzw. der Antenne zu zucken. Überhaupt verwendet Foster unglaublich viel Platz für fleisch- und blutlose Schilderungen der Umgebung und schlechte Versuche zur Schilderung seiner Protagonisten (immer steht mehr das Aussehen als die Persönlichkeit im Vordergrund), als dass er für ein raffiniertes Ende sorgt. Fast könnte man annehmen, er habe am Ende immer die Lust verloren und ein schnelles Finale herbeigeschrieben.
Ein Trost bleibt (auch wenn es nur der Trost für den Autor selbst ist): Im Gegensatz zum Universum von Dune, das von fremden Autoren zunehmend vermantscht wird und bei dem sich Frank Herbert nur noch fluchen in seinem Grab drehen kann, hat im Falle des Homanx-Universums der Schöpfer selbst für ein unwürdiges Ende (bzw. einen Anfang gesorgt.
Einen Stern gibt es dafür, dass es wenigstens spannend ist, obwohl am Ende stets ein leeres Gefühl bleibt.
Den zweiten Stern gibt es dafür, dass es endlich mal wieder was aus dem Homanx-Universum zu lesen gab.
Meine Empfehlung: Für Einsteiger entsteht ein völlig falsches, nämlich schlechtes, Bild von Alan dean Foster, deshalb: Nicht kaufen. Lest bitte die frühen Romane oder den Bannsänger-Zyklus.
Für Fans sind die Bücher natürlich ein Muss, doch wer es sich verkneifen kann und lieber weiter seine Phanatasie bemühen mag, der sollte sich diese drei Bände dringend sparen.