"Kizuna" unterscheidet sich in einem sehr wichtigen Punkt von den meisten anderen shonen-ai Mangas: es geht hier von Anfang an um eine bereits bestehende - ja! - schwule Beziehung. Die Story, wie sich Ranmaru und Kei kennengelernt haben, wird dann kurz im 2. Band nacherzählt, doch der 1. Band springt sofort ins Geschehen.
"Kizuna 1" geht tatsächlich damit los, dass es Kei und Ranmaru nach einer kleinen Auseinandersetzung auf dem Boden der Sporthalle "tun".
Nun ist es die Frage, wie man darauf reagiert. Und dazu muss ich sagen: ich bin erstaunt, warum manche shonen-ais lesen, wenn sie schwule Beziehungen, die natürlich Sex beinhalten, eigentlich abzustoßen scheinen. In vielen anderen Shonen-ais werden Männerbeziehungen völlig verniedlicht und verkitscht, angeblich erwachsene Männer benehmen sich schlimmer als Teenager. Ich persönlich kann daher so etwas wie z.B. "Fake" oder "Zetsuai" kaum ertragen. Auch an "Kizuna" wagte ich mich erst nach mehreren Empfehlungen heran und kann für mich sagen: diese Serie finde ich gelungen.
Natürlich wird es auch hier mal kitschig, doch Kodaka bekommt durch ihren schrägen Humer immer wieder rechtzeitig "die Kurve".
Was die Handlung betrifft: Ohja - die Serie hat eine Handlung. Sogar eine ziemlich gute Handlung. Nur... es ist hier so, als ob man anfängt eine neue, eher komplexe TV-Serie zu sehen: man muss die Charaktere und Verhältnisse erstmal durchschauen, DANN erst versteht man auch die tieferen Ebenen des Geschehens. Warum diese Szene in der Sporthalle? Weil 1. die beiden in dieser Rückblende ihre Beziehung gerade begonnen habe und daher eben echt scharf aufeinander sind 2. Ranmaru Kei seit Jahren damit verfolgt, endlich in den Kendo-Club zu kommen. Daher die Wette. 3. Weil... weil... weil... ja, findet es heraus.
Darum, Leute... Ja, das hier ist ein Schwulen-Comic. Bingo. Noch ein Schritt weiter und wir haben Ralf König und Co. Wer eher auf "chicks with dicks" shonen-ais steht - Hände weg.