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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandioses Buch über Neuseeland und die Suche nach dem Paradies , 17. März 2009
Wir wissen nicht, was Igor Stein auf die Frage geantwortet hätte, wo das Paradies liegt. Vermutlich hätte der Russlanddeutsche aus Ingo Petz erstem Buch Kuckucksuhren in Baku" Kuckucksuhren in Baku: Reise in ein Land, das es wirklich gibt die Frage nur mit einem müden Lächeln beantwortet, vielleicht hat Stein dem Berliner Journalisten, Osteuropaexperten und Autor Petz aber auch geraten, sich mal auf der anderen Seite der Erde umzuschauen. Ingo Petz hat genau dies getan und ist auf der Suche nach dem Paradies nach Neuseeland gereist - ca. 15.000 Kilometer und acht Zeitzonen von den Kuckucksuhren in Baku entfernt.
Entstanden ist so ein wunderbares Buch, das irgendwo zwischen Bill Bryson, David Sedaris und Bruce Chatwin anzusiedeln ist. Zentrales Motiv ist die (ewige) Suche des Menschen nach dem Paradies, die Neuseeland nicht nur für viele Deutsche zu einem Traumziel macht, da sie glauben, dem Paradies dort zumindest näher zu sein, als "im geschichts- und damit bedeutungsträchtigen Europa, wo jeder herumliegende Stein potenziell eine archäologische Sensation" ist.
Es sind im Wesentlichen drei Dinge, die das Lesen zu einem Vergnügen machen: Petz hat ein treffsicheres Gespür für gute Geschichten, er verfügt über eine wunderbare Beobachtungsgabe und über das entscheidende Quäntchen Selbstironie. Scharfsinnig und mit immer neuen (Wort-)Bildern beschreibt er die häufig seltsam anmutenden Eigenheiten der ihn umgebenden Gattung Mensch. Nicht selten steht er dabei selbst im Zentrum seines nie verletzenden, immer sanften Spottes: Wunderbar die Schilderung seines Ausfluges in die "neuseeländische Wildnis", der beinahe in einem Fiasko endet und der ihn zu der Erkenntnis führt, dass 1. Wanderwege für sehr erfahrene Wanderer mit Vorsicht zu genießen sind, 2. "man sich der Natur als Wohlstandsverweichlichter in homöopathischen Dosen nähern sollte" und 3. dass "draußen zu sein ein feines Gefühl ist".
Daneben sind es die vielen Anekdoten, Geschichten und Porträts wie beispielsweise das des unlängst verstorbenen Mount Everest-Besteigers Sir Edmund Hillary oder die Seefahrt in sieben Stationen nach Tokelau, die das Buch auch zu einer sehr kenntnisreichen Lektüre machen, aus der der Leser mehr über das Land am anderen Ende der Welt und seine Bevölkerung erfährt, als aus den meisten Reiseführern. Und es ist das wunderbare Sprachgefühl und sein Talent für Aphorismen, die nicht selten beinahe Lichtenbergsche Qualität haben. Sei es nun der Südpazifik, der für Petz "ein Wackelpudding aus Klischees und Vorurteilen ist" oder die Erkenntnis, dass "keine Freiheit ohne Orientierung zu ertragen ist", auch "wenn doch jedes Kind weiß, dass die Freiheit lediglich ein goldener Käfig mit Aussicht auf das Meer ist."
Insgesamt zweifelsohne ein durch und durch lesenswertes Buch. Einziger Kritikpunkt ist der mit acht Seiten sehr spärliche ausgefallene Bilderteil: Die Fotografien überzeugen mit ihren bisweilen skurrilen Bildmotiven und zeigen ebenfalls das feine Gespür von Ingo Petz für das Besondere, Interessante und Absonderliche. Hier hätte der Verlag noch ein paar mehr Seiten im Vierfarbdruck spendieren können, aber vielleicht veröffentlicht Petz ja als Nächstes einen Bildband mit Fotografien seiner Reisen, ein Genuss würde das auf jeden Fall werden!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Reise in ein verdammt gelassenes Land, 16. November 2008
Jürgen Petz ist ausgewandert, hat alles verkauft und Verträge gekündigt und fand sich kurz später auf Neuseeland wieder - Hobbitland und das Reich des Herrn der Ringe, laut neuesten Erkenntnissen auch ohne Kriege, ohne Diktatoren und ohne Giftspinnen - das land in dem Milch und Honig fließen? KIWI PARADISE von Ingo Petz zeigt den ultimativen Reisekick Neuseeland auf - von spießig bis zur großen Gelassenheit.
Die Reise von Ingo Petz nach Neuseeland - das Land der Glücklichen und Zufriedenen (?) erscheint so manchem Träumer als das gelobte Land - was denken Sie, wenn sie das Wort Neuseeland hören?
Ingo Petz räumt gehörig mit dem Mythos Neuseeland in seinem Buch KIWI PARADISE auf und fügt doch den einen oder anderen Mythos wieder hinzu.
Das Land umgibt in der Tat ein gewisser Mythos, doch es ist ein Land wie jedes andere auch - nur mit ein paar Besonderheiten und diese hat Ingo Petz geschickt aufgespürt.
Mit viel Freude und Staunen habe ich das Buch gelesen und mich gefreut ob der Besonderheiten und Absonderlichkeiten auf die der Autor getroffen ist. Sei es die Stadt, welche nach Schwefel-Wasserstoff richt, denn ehemaligen DDR Bürger, welcher 1958 floh und in Neuseeland landete.
Ebenso die vielen Touristen, welche nach Hobbingen wollen oder die Russen, mit einem gesegneten Durst auf Wodka.
Dass die Maori Riten nicht leicht verständlich sind, verwundert nicht. Doch auch die Flüsse scheinen ein beständiges Eigenleben zu führen wie auch das ganze Land einer beständigen Polka gleicht, bei fast 14.000 Beben pro Jahr.
Das Land beherbergt schräge und ganz normale Menschen, die Landschaft ist wunderbar, die Berge hoch und weit und das Meer immer nah.
Ein Land so weit weg und so von positiven Vorurteilen besetzt, dass man ein Buch darüber schreiben musste - herausgekommen ist ein Reisebericht der Besonderen Art - sehr lesenswert weil ungewöhnlich und liebenswert.
Sehr empfehlenswert!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Auswandern ins Traumland , 4. Januar 2009
Quer durch Neuseeland geht die Reise, auf die Ingo Petz den Leser mitnimmt. Man lernt viel über das Land kennen, auch, weil mit so manchem Vorurteil aufgeräumt wird, während andere Mythen wieder unterstrichen werden. Neuseeland ist wirklich ein tolles Land, wenn auch die übergroße, zelebrierte Gelassenheit manchen schnell auf die Nerven fallen kann - eine Behauptung, die man gegenüber Neuseelandfans nicht unbedingt äußern sollte, da man damit schnell in Ungnade fällt.
Ingo Petz beschränkt sich nicht darauf, wie andere von der tollen Landschaft und der großen Gelassenheit dieses Landes zu schwärmen, sondern geht weiter: Er stellt liebevoll die kleinen Ticks der Bewohner vor - wie zum Beispiel die große Depression, die das ganze Land ergreift, wenn die All Blacks wieder verlieren, und zeigt damit, dass Neuseeland mehr ist als eine große grüne Insel mit vielen Schafen.
Alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ebenfalls in dieses Traumland auszuwandern, sollten vorher "Kiwi Paradise" lesen. Selten hat man das Gefühl, eine andere Kultur über ein Buch so gut kennen lernen zu können!
Und auch, wenn man lieber in heimischen Gefilden bleibt, kann man mit Hilfe dieses Buchs doch für eine Zeit lang entfliehen und das Gefühl haben, selbst das ferne Land und seine Menschen zu entdecken.
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