"Retro" ist schwer "in" Mode. Da wo die White Stripes den Rock belebten und Amy Winehouse sich vor dem Soul der 1960er verneigte, werden nun die als spießbürgerlich erachteten 1950er beackert. Im Mainstream angekommen, reichten z.B. den unsäglichen Baseballs Pomade-Frisur und Playback, um ein Big-Brother-Event zu beschallen: Authentizität und musikalische Bandbreite Fehlanzeige!
"Die" ernstzunehmende Antwort auf solch billige Maskeraden hört auf den Namen "Kitty, Daisy & Lewis". Familiär verbandelte Multiinstrumetalisten schöpfen hier aus dem Vollen und kredenzen dem Hörer eine pointierte Melange aus Rock & Roll, Swing, Hillbilly und R&B: Hinweg mit dem herbstlichen Rückzug und her mit der Braut. Hier wird gewippt, geklatscht und getanzt!
Das was ab dem Canned-Heat-Cover "Going Up The Country" abgeht, ist verruchte Südsee-Koketterie ("Honolulu Rock-A Roll-A"), vom Banjo bestückte Americana ("Hillbilly Music") und astreiner Rock & Roll mit Surfgitarre ("Ooo Wee"). Geprägt durch die alte Aufnahmetechnik, traditionelle Instrumente und das feine Zusammenspiel des (Zweistimmen-) Gesangs entsteht in Windesweile eine Atmosphäre völliger Unbeschwertheit.
Ich vergebe volle fünf Sterne und sage: "Ein Knaller-Debut voller Herzblut!"