Zur Story: der gut aussehende Tänzer Jay (Hritik Roshan) lebt in Las Vegas und jagt nur einem Traum hinterher: reich zu sein. Dafür würde er fast alles tun - zum Beispiel gegen Bezahlung Frauen aus Mexiko heiraten, damit diese die amerikanische Green Card bekommen. Für die Liebe interessiert er sich nicht groß - selbst, als die schöne Gina ihn umwirbt. Erst, als er erfährt, dass sie die Tochter des steinreichen Casinobesitzers Bob (Kabir Bedi) ist, ändert er seine Meinung - des Geldes wegen. Als er dann Gina's Bruder Tony kennenlernt und dessen Verlobte Natasha (Barbara Mori), ist Jay wie vom Blitz getroffen. Natasha ist keine Geringere als Jay's 11. Scheinehefrau und gleichzeitig die einzige Frau, in die er sich ansatzweise verliebt hat. Und während Tony in Natasha einen Besitz sieht, ist sie mehr und mehr von Jay hingezogen. Doch Jay lebt damit gefährlich, denn Tony und sein Vater sind skrupellos im Umgang mit Menschen, die sie betrügen - und schrecken auch vor Mord nicht zurück.
Und nachdem Jay und Natasha bei einer Auseinandersetzung mit Tony fliehen müssen, werden sie quer durch die Wüste Nevadas gejagt, von der Polizei, von Tony und seinen Hintermännern und von Hijackern, die auf das große Geld hoffen, wenn sie die Beiden als Erste schnappen.
Mehr wird nicht verraten, nur soviel: der Film ist storytechnisch nicht gerade revolutionär, eigentlich sogar recht dünn für zwei Stunden, aber: er unterhält verdammt gut damit! Auch wenn ich persönlich Hritik Roshan eher gespalten sehe (in Filmen wie "Jodhaa Akbar" war er genial, in Filmen wie "Krrish!" konnte ich ihn gar nicht ertragen!), in diesem Film spielt er souverän, er ist der Sunnyboy mit Waschbrettbauch, anfangs berechnend und auf das große Geld aus, dann wird er zum Romantiker, später zum verzweifelten Geliebten, der seine große Liebe sucht. Zu seiner Partnerin Barbara Mori ist zu sagen, dass sie ihre Rolle gut spielt, optisch passt sie perfekt zu Hritik und die Chemie zwischen dem Paar, dass in zwei verschiedenen Sprachen spricht, stimmt einfach.
Es ist alles mit dabei, was das Bollywoodherz begehrt. Nur eins fehlt: die obligatorischen Tanzsequenzen, aber das ist dem Film eher nützlich als schädlich. Immerhin ist "Kites" bewusst darauf aus, westlich zu erscheinen, dass die Hauptfiguren (bis auf die weibliche Hauptrolle) aus Indern besteht, ist kein Garant für die typisch indischen Tanz- und Gesangseinlagen. Die Songs laufen im Hintergrund oder als kurze Einspieler, was auch folgerichtig erscheint, immerhin geht es um die Liebe zwischen einem Inder und einer Mexikanerin. Zu den Songs selbst ist zu sagen, sie sind nett, manche ein wenig verträumt, aber allesamt meiner Meinung nach schnell wieder vergessen und ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Fazit: Der Film ist auf jeden Fall empfehlenswert. Es gibt neben der Romantik und dem Melodrama spannende Verfolgsjagden bei der Flucht der Beiden, malerisch schöne Landschaftsbilder ob in der Wüste Nevadas oder unter Wasser. Allerdings glaube ich nicht, dass der Film wirklich für eine sehr viel breitere Masse als Bollywoodfans geeignet ist. Dafür ist er (bei allem westlichen Getue) doch zu sehr Bollywood. Deswegen und wegen der etwas dünnen Story vier von fünf Sternen.