Die KitchenAid haben wir seit gut 5 Jahren, inzwischen auch fast alles an Zubehör und sie ist mehrmals wöchentlich im Einsatz. Ich möchte daher meine Erfahrungswerte über diese Zeit hinweg und Tipps für Erstanwender weitergeben.
Ich mache mit der KitchenAid Brotteige von bis zu 1kg Mehl, Nudeln, Süßsspeisen und div. Kuchenteige, aber auch Hackfleisch und Rohkostsalate.
Sie arbeitet zuverlässig und ist robust. Das meiste an Zubehör ist durchdacht und nützlich, nur weniges, wie die Zitruspresse und die Getreidemühle würde ich nicht weiterempfehlen.
Wichtig ist allerdings, dass man sich eine Arbeitsweise angewöhnt, die zur Maschine passt und auch mal einen Blick ins Handbuch wirft, sonst wird man nicht glücklich damit.
Anfangs hatte ich öfters Probleme, weil mir der Teig zu fest geriet und ich das mangels Widerstand (anders als bei Handrührgerät und Handkneten)nicht bemerkt habe. Das ist Übungssache und gibt sich mit der Zeit. Heftigeres rödeln der Maschine innerhalb der Toleranzgrenzen für Mehlmengen ist ein sicheres Zeichen dafür, dass man zu wenig oder zu langsam Flüssigkeit zugegeben hat.
Im Gegensatz zum arbeiten mit dem Handrührgerät kann und sollte man nämlich wirklich guten Gewissens mit der "alles auf einmal" Methode aus dem Handbuch arbeiten, das geht schnell, liefert gute Ergebnisse und verhindert ein rumsauen der Maschine!
Mit den Ergebnissen bin ich soweit sehr zufrieden.
Mürbteige werden gut gemischt und lassen sich schön weiterverarbeiten. Hefe- und Rührteige werden besser als mit dem Handrührgerät. Auch Sauerteige schafft sie gut. Sehr gern mag ich die Nudelwalzen. Der Fleischwolf ist praktikabel und gut zu putzen, für große Mengen wäre aber vielleicht ein eigenes Standgerät sinniger. Auch mit den Reiben komme ich gut zurecht. Manchmal allerdings wünsche ich mir noch mehr Auswahl bei den Feinheitsgraden, z.B. eine dickere Scheibentrommel wäre toll.
Auch auf hier aufgeführte Kritikpunkte möchte ich eingehen, denn einige "Probleme" sehe ich eher vor als an der Maschine:
Wenn es staubt oder spritzt, Geschwindigkeit herunterdrehen bis alle Zutaten in der Schüssel sind und die Konsistenz halbwegs stimmt. Dann erst hochdrehen. Dann staubt es allenfalls ein kleines bisschen und man kann auf den Spritzschutz eigentlich komplett verzichten.
Je nach Teig kann es nötig sein, einmal mit dem Teigschaber seitlich entlang zu fahren. Ist dies öfters nötig, sollte der Rührhaken justiert werden, wie das geht, steht im Handbuch - gleiches gilt auch für Probleme mit kleineren Mengen a la 3 Eigelb oder 1 Becher Sahne - sie kann das - richtig eingestellt. Da auch die Firma KitchenAid die Schwerkraft nicht umgehen kann, sollte man auch dran denken, den Teigrührer kurz abzuschaben oder vor der Schüssel aus der Maschine zu nehmen. Wer dies nicht möchte, kann auf Maschinen mit Knethaken von unten arbeiten - diese haben dann aber Schüsseln mit Loch, deren Nachteile meines Erachtens nach überwiegen.
Wichtig ist, dass man sich selbst und alle anderen im Haushalt dazu bringt, Teile der Gebrauchsanweisung im Kopf zu behalten. Was darf in die Spülmaschine, welche Maximalmengen sind ok, welches Tempo für welche Teigart. Dies alles ist im Handbuch zu finden.
Wer das nicht kann/will, der wird mit der Maschine hadern, weil Teile eloxieren, weils dreckelt, oder einem unpraktisch vorkommt. Mein Erfahrungswert ist, dass das aber für andere Modelle (Kenwood, Braun) ebenso gilt.
Ich finde die KitchenAid sehr gut. Sie ist solide gebaut, eine Arbeitserleichterung, die Ergebnisse sind sehr gut, die Zubehörteile sind schnell montiert und vergleichsweise gut zu spülen.
Ich empfehle die Kitchenaid jedem, dem sie gefällt, und der innerhalb der maximalen Mengenangaben seinen Bedarf sieht. Man muss sich allerdings dessen bewusst sein, dass sie kein Allheilmittel ist, mit dem sich alle anfallenden Arbeiten in der Küche zu 200% erschlagen ließen. Gerade die Zubehörteile sind manchmal ein Kompromiss, eine Arbeit mit einem Gerät zu erledigen und keine 10 dafür im Schrank zu haben. Wer also viel am Fleischwolf etc. arbeitet oder komplett mit selbstgemahlenem Vollkornmehl arbeitet, der sollte trotzdem über eigenständige Geräte nachdenken. Ihre Kerndisziplinen, kneten, rühren, schlagen, führt sie sehr sehr gut aus. Auch die Nudelwalzen sind perfekt und den Reiben würde ich immer noch eine 2+ geben.