"Kitchen Stories" ist ein herrlich in Szene gesetzter Film über Einsamkeit und Freundschaft männlicher Singles im Norwegen der 50er Jahre. Gerade die stille Atmosphäre, gepaart mit einer Menge skurrilem Humor, macht diesen feinsinnigen Film zu einem Genuss.
Schon allein die abgefahrene Idee hat für mich fünf Sterne verdient: Marktforscher, die auf Hochstühlen in der Küche ihrer Probanden sitzen, und diese bei ihren Küchengewohnheiten beobachten sollen - wobei jeglicher zwischenmenschlicher Kontakt untersagt ist. Natürlich hält sich im Lauf der Zeit keiner der Beobachter an die Vorgaben, und so wird der Film zu einem stillen Hohelied auf den Sieg der Menschlichkeit über die stoisch-anonyme Datenerhebung der Forschung.
Auch wenn die Idee zunächst skurril und überzogen erscheinen mag, ihre Aussage über den Wert des Individuums innerhalb der Konsumgesellschaft ist es nicht. Im Gegensatz zu den Beobachtern im Film thront die Marktforschung noch viel höher über uns, wertet uns zu Konsumenten ab und reduziert den Inhalt unseres Daseins auf Kaufverhalten, Zahlen und Statistiken. "Kitchen Stories" ist ein augenzwinkernder Seitenhieb auf dieses System, und zeigt, dass der Mensch trotz aller Statistiken und Profile dennoch ein Mensch bleibt. Besonders berührt hat mich dabei die Figur des Isak, der, wie sich herausstellen soll, gar nicht so kauzig ist, wie es anfangs scheint.
Rührend ist auch das Ende, das mich mit feuchten Augen und einem Lächeln zurück ließ.
Fazit:
Für Liebhaber stiller Komödien unbedingt sehenswert! Ebenso wie die beiden Original-Werbespots aus den 50ern im Bonusteil der DVD ("damit die Frau weiß, was gut für sie ist").