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Kitchen
 
 
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Kitchen [Gebundene Ausgabe]

Banana Yoshimoto
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 202 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag AG (März 1994)
  • ISBN-10: 3257019378
  • ISBN-13: 978-3257019377
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 256.098 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Banana Yoshimoto
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Bunte Seltsamkeiten

Die japanische Erzählerin

Banana Yoshimoto

Banana Yoshimotos Geschichten sind bunt und voller Seltsamkeiten. «Kitchen» und «Tsugumi», die zu den meistverkauften Büchern der vergangenen Jahre in Japan gehören, kreisen in sanft schrägem, doch tröstlichem Ton um die Themen Liebe, Tod und Einsamkeit. Sie bewegen sich in einer Welt, in der «Kentucky Fried Chicken» und der ständig laufende Fernseher ebenso ihren Platz haben wie Überbleibsel japanischer Traditionen. Sie sind aus Neon- und Pastellfarben gemischt, aus Elementen eines lyrischen und eines comichaften Stils. Plakative Offenheit und die Kunst des Verhüllens und Weglassens gehen eine Verbindung ein. Manchmal wird eine herzhafte Naivität und Direktheit in umgangssprachlichen Formulierungen zur Schau getragen. Doch die Schlichtheit ist trügerisch, wer sich gerade in der Ruhe scheinbar eindeutiger Beschreibungen und gesicherter Erkenntnisse wiegt, dem wird im nächsten Moment der Boden unter den Füssen weggezogen.

«Kitchen», das beste von ihnen, ist die Liebeserklärung einer jungen Frau an einen scheinbar banalen und unpoetischen Platz: die Küche. Sie wird gefeiert als Ort, an dem Kunst und Leben, die Kochkunst und das Essen, zusammenkommen, als Stätte häuslicher Geborgenheit und alchimistischer Prozesse, der faszinierenden Werkzeuge und der kreativen Arbeit. Sie erscheint als Lebenskraft spendender Gegenpol zu dem die Erzählerin vielfach umgebenden Tod: Hier kommt die Welt, und sei es für eine Weile nur, wieder in Ordnung.

Zu Beginn ist die heile Küchenwelt alles andere als intakt. Mikage, Vollwaise, hat die Grossmutter, ihre letzte Angehörige, verloren. Wie alle Hauptfiguren in «Kitchen» und «Tsugumi» erlebt auch sie einen bitteren Abschied von der Kindheit: «Zum erstenmal in meinem Leben machte ich mit meinen eigenen Händen und Augen die Erfahrung, wie gross die Welt und wie tief ihre Dunkelheit ist, erlebte ich, von welch unendlicher Faszination, aber auch grenzenloser Einsamkeit sie ist.» Als plötzlich ein junger, ganz flüchtiger Bekannter vor der Tür steht und Mikage im Namen seiner Mutter einlädt, mit ihm und ihr zusammenzuleben, ist das unerwartet, fast unwirklich. Doch gerade der spielerisch anmutende Umgang mit der Glaubwürdigkeit ist typisch für Banana Yoshimotos Erzählweise. Sie schafft leichtes Befremden, sät leisen Zweifel. Die Art ihres Erzählens entspricht zugleich ihren Themen. Liebe und Tod: Sie enthält etwas von der verstörenden Macht, dem Aufreissen der alltäglichen Wirklichkeit, die diesen Erfahrungen innewohnt.

Mikages neue Wohnstätte ist anders als alle Wohnungen, die sie kennt. Die Pflanzen wuchern üppiger als woanders, das grotesk grosse Sofa steht an einer Stelle, wo niemand sonst ein Möbel hinstellen würde. Auch die Mutter des jungen Bekannten, Eriko, umgibt etwas leicht Phantastisches. Zunächst wird sie als charismatische Schönheit beschrieben; dann entdeckt die Erzählerin kleine Zeichen der äusseren Unvollkommenheit; schliesslich stellt sich heraus, dass sie einmal ein Mann war. Nichts ist, was es scheint; doch wird auch nicht jedes Geheimnis gelüftet. Beiläufig wird bemerkt, Eriko habe nach dem Tod seiner Frau eine Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen. Die Erklärung ist weit entfernt von der naheliegenden Annahme sexueller Selbstverwirklichung. Vielmehr wird ein märchenhaft tragisches Motiv suggeriert: Eriko schlüpft mit den Kleidern in die Rolle seiner verstorbenen Frau.

In «Tsugumi» ist der Tod zwar als Bedrohung allgegenwärtig, aber er manifestiert sich nicht. Tsugumi ist der Name eines Mädchens, dem die Ärzte von Anfang an kein langes Leben prophezeit haben. Ihre schwächliche Gesundheit kompensiert sie mit eisernem Willen, Frechheit und Nervensägertum. Sie ist von engelhafter Hübschheit, aber verwöhnt und die panisch aufgereizte Dreistigkeit in Person. Tsugumi lebt mit dem Tod, nimmt sich deshalb heraus, was sie will, und duldet keinen Einspruch.

«Tsugumi» ist geradliniger und konventioneller erzählt als «Kitchen», das Spiel mit der Illusion ist zwar als Thema noch vorhanden, aber der Text selbst enthält es nicht mehr: Banana Yoshimoto legt hier ihre Karten auf den Tisch. «Tsugumi» ist vorwiegend in einem kleinen Küstenstädtchen angesiedelt, bespiegelt Menschen und die Natur und erscheint fast zeitlos. Die Grossstadtgeschichte «Kitchen» hingegen verweilt mit Hingabe auf Gegenständen und Alltagsdetails; sie wirkt zeitgenössisch. Die Konzentration auf die nervös energetische Hauptfigur verleiht der Geschichte grössere Geschlossenheit, es fehlt die Traumschwere der Débuterzählungen. Wiederum erleben eine Ich-Erzählerin und Tsugumi den Übergang zum Erwachsenenleben, dieses Mal aber in leichter konsumierbaren kleinen Episoden. «Tsugumi» ist eine hübsche, sentimentale, bittersüsse Geschichte, und es nimmt nicht wunder, dass sie 1989, bei ihrem Erscheinen in Japan, ein «Yoshimoto»-Fieber auslöste. Überhaupt gilt die 32jährige Autorin mit dem selbsterfundenen Namen in ihrer Heimat als Phänomen: sieben Bücher in kaum mehr als zwei Jahren, über sechs Millionen verkaufte Exemplare, zwei Verfilmungen, Preise und Anerkennungen.

Marion Löhndorf -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

"Kitchen", der Roman einer jungen japanischen Schriftstellerin, hat in Japan Millionen von Lesern gefunden und steht auch in Spanien und Italien seit Monaten auf den Bestsellerlisten. Eine ganze Generation identifiziert sich mit diesem Buch, dessen Schauplatz Tokyo ist, das aber auf der ganzen Welt spielen könnte. Es erzählt von jungen Leuten, die der Großstadt verfallen sind und zugleich unter ihrer Anonymität leiden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Küche als Raum der Geborgenheit, der Zuflucht und der Ruhe. Und schließlich auch als Neuanfang. Es ist sehr erstaunlich; immer wenn man sich mit den Dingen und Personen in diesem Buch vertraut fühlt, passiert etwas Fremdartiges, das einem die andere Kultur, in der die Geschichte spielt, wieder vor Augen führt. Themen wie Selbstmord und Geschlechtsumwandlung kommen wie selbstverständlich vor. Für wen ist Selbstmord schließlich nicht eine durchaus akzeptable Lösung für Probleme und Schmerz?! Und über allem das große Thema: Wie das Leben weiterleben, wenn man die wichtigste Bezugsperson verloren hat? Wie "Abschied" nehmen, kann man das überhaupt? Dieses Buch mit seinen zwei Geschichten hat mich sehr in seinen Bann geschlagen. Zum einen wegen seiner Thematik, aber auch wegen seines Einblicks in die Lebensphilosophie der östlichen Kultur. Meiner Ansicht ein Lesegenuß, den man nicht verpassen sollte. Und wer die Möglichkeit hat, die japanische Verfilmung der Geschichte "Kitchen" zu sehen, sollte die Chance nutzen. Sie ist genauso fremdartig wie das Buch und sehr schillernd. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wunderbares Buch 5. August 2004
Von "eerised"
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Freund hat mir dieses Buch gegeben mit den Worten: Das musst du unbedingt lesen! Das habe ich auch gemacht und zwar fast an einem Stück. Dieses Buch hat so viele Gefühle in mir geweckt. Von Himmel hoch jauchzend bis zu tode betrübt! Ich glaube es ist egal in welchem Alter man ist, dieses Buch ist wirklich für jeden geeignet. Es geht in diesem Buch über den Tod, Abschied, Liebe, Einsamkeit. Das sind sicherlich alles Gefühle die man kennt. Es ist sehr interessant zu sehen wie diese Frau mit diesen Gefühlen in ihrem Buch damit umgeht. Teilweise war es so traurig das ich feuchte Augen bekam und ein anderes Mal machte es mir so wahnsinnigen Mut.
Das Buch ist auf jeden Fall ein Buch das man gelesen haben sollte.....
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ela Flury
Format:Taschenbuch
Als Hörbuch habe ich mir diese Geschichte von Jessica Schwarz bis zum Ende vorlesen lassen, ob ich das als Selbstleser auch geschafft hätte, weiß ich nicht.
Obwohl die Geschichte von der Sache her etwas zu Herzen gehendes hat (liegt natürlich auch an der passenden Stimme) und philosophisch interessante Gedanken aufwirft, blieb ich seltsam unberührt.
Dabei frage ich mich, woran das gelegen haben mag.

Einen geliebten Menschen zu verlieren ist verständlicherweise etwas Schreckliches, ich kann als Leser die Reaktionen und Gedanken von Mikake, der Hauptfigur, auch verstehen.
Das Potpourri aus der weiteren Handlung (sie gerät in eine seltsame Familie, bei der wirklich alles individuell und fernab jeder Normalität abläuft) empfand ich aber immer wieder als theatralisch und ich fragte mich dabei, was soll das eigentlich alles?

Was vom Roman zurück blieb? --- Es lohnt sich, sein Leben in Eigeninitiative zu gestalten, es zu verändern, wenn man in eine Sackgasse geraten ist, und auf seine Gefühle zu hören, die einem sagen können, was man braucht, um eine persönliche Zufriedenheit zu finden. Für dieses Fazit gibt es vier Sterne, die für den Unterhaltungswert aber für meinen Geschmack zu viel wären.
Es hat einfach nicht k l i c k gemacht, schade!
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