Chris Corner, Frontmann der Sneaker Pimps, auf den Gefilden des euphorisierenden scratchy Elektropop. Wurden die Sneaker Pimps mit ihrem Debut „Becoming X" (1996) als der neue Stern des damals gerade erst geborenen Genres Trip-Hop gehandelt, so veränderte sich ihr Stil mit den beiden Folgealben entschieden. War „Splinter" (1999) ein mehr rockig-orientiertes Gitarren-Album, nahm „Bloodsport" (2002) das Gesicht eines elektrisierenden Popalbums an. Mit seinem Solo-Debut knüpft Chris Corner an das letzte Album der Pimps an und geht noch viel weiter. Das Album wirkt in sich stimmig und ist sehr intim, da Chris' Stimme immer wieder den Nerv des Hörers erreicht. Das Ergebnis ist eine berauschende Reise zwischen bewährten Themen wie Leidenschaft, Lust, Obsession, Sexualität, Drogen und Selbstliebe. Mit Songs wie „Your Joy is my Low" oder der Ballade „I like Pretending" schafft er einen ganz neuen Sound, der durch seine Stimme, und wirklich nur dank seiner Stimme so extrem schön klingt, auch wenn sie düster angehaucht sind.
Die Beats sind sehr einfach gestrickt, aber so eingesetzt, dass sie Chris' Gesang vollkommen unterstützen. Im Vordergrund steht hier eindeutig seine Stimme, die Beats und Melodien bauen sich darum auf. Chris ist einer der wenigen Sänger, die an den Grenzen ihrer Stimme, der Überheblichkeit, arbeiten und kaum auf diese stoßend, unterhalb dieser Zone fortfahren. Mit diesem Album beweist Chris Corner endgültig welch großer Künstler er ist und was er musikalisch so alles auf dem Kasten hat, ohne seine Verbundenheit zu den Sneaker Pimps zu verleumden. Im Stile ganz großer Solokünstler im Elektropopgeschäft wie Patrick Wolf (der auch ein ganz großer seiner Zunft ist, zählt ja eigentlich in die Riege Elektro-Folk).
Diese entrückten, raffinierten Sounds sind einfach sterilisierend und fesselnd und diese Liebe zu diesem Album wächst mit jedem Hördurchgang mehr und mehr.