Viele Pfarrer plagen sich, Sonntag für Sonntag ein neues Gottesdienstthema zu fionden. Dabei hat das Jahr der Kirche doch längst seine feste thematische Struktur. Dieser Zyklus zeigt, daß es nicht darum geht, jede Woche sonntags neu sich selbst zu erspüren; sondern jeder Sonntag ist einem bestimmten Gedenken gewidmet, der Erinnerung als meist biblische, gelegentlich aber auch kirchengeschichtliche (z.B. Heiligentage) Gegebenheiten. Das Kirchenjahr stellt sich nun dar als Zyklus von einzelnen Festkreisen. Diese sind Gliedrungsprinzip von Bieritz' Buch er geht nicht Sonntag für Sonntag durch, sondern bedenkt größere Zusammenhänge. Dabei fördert er viel Vergessenenes zu Tage. Einer gründlichen Klärung des biblisch-historischen Hintergrunds folgt die Darlegung der kirchengeschichtlichen Entwicklung. Bräuch kirchlicher und profaner Herkunft werden ebenso dargelegt wie Terminfragen, z.B. an Weihnachten. Bieritz' Buch erweist sich dabei als handliches, informatives Kompendium, das zum Weiterforschen und Weiterdenken anregt. Es ist konsequent ökumenisch ausgelegt, indem es die Eigenheiten der einzelnen Konfessionen ernstnimmt und aufzeigt. Es wendet sich keineswegs nur an Theologen. Auch für kirchliche und kirchenferne Laien ist es verständlich. Nicht zuletzt macht es den Beitrag deutlich, den das Kirchenjahr zu unserer Kultur geleistet hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)