...dieses Buch über Martin Kippenberger, der immer wieder auf den Feuilleton-Seiten erwähnt wird, obwohl, oder vielleicht auch "weil" er schon seit 1997 nicht mehr lebt und seine Kunst mit dem "hype" des Kunstmarktes in Berührung kam. Ich lese dann mal schnell nach, in welchen Zusammenhängen sein Leben sich abgespielt hat und vergleiche es mit meinen Erinnerungen: als Zeitgenossin und gute Freundin aus den "frühen Jahren". Es handelt sich um ein liebevolles Portrait, welches Susanne Kippenberger da von ihrem Bruder zeichnet, ein aus meiner Sicht zutreffendes. Dass er ein Rowdy im Tweedsakko war, daran besteht allerdings kein Zweifel, sanft ging er mit den Frauen nur um, wenn ihm danach war....Frauen, die neben Intelligenz auch noch Schönheit boten behandelte er mit Respekt, die anderen wurden schon mal mit einer gemeinen Bemerkung bedacht. Er hätte auch statt Maler Mode-Designer sein können, nur zum Schriftsteller hätte es wohl nicht gereicht. Das Buch über ihn zeigt nicht alle Facetten, wie könnte es auch?, aber es ist im großen und ganzen schön lesbar, ein Zeit- und Szene-Zeugnis und damit eine Bereicherung des Bücherschrankes all der Leute, die mit Kunst der "Beat"-Epoche aufgewachsen sind. Auch Martins wohl erbärmlicher Tod kommt in dieser seelenvollen Beschreibung nicht zu kurz, es handelt sich nicht um eine "hyperisierende Lebensdarstellung", die so manch anderem Künstler hinterhergeworfen wurde.