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Kinski spricht Werke der Weltliteratur. 20 CDs
 
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Kinski spricht Werke der Weltliteratur. 20 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Klaus Kinski , Francois Villon , Johann W. von Goethe , Arthur Rimbaud
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Universal Music; Auflage: Unveränd. Aufl. (29. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3829113668
  • ISBN-13: 978-3829113663
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 13 x 10,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 324.475 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Klaus Kinski
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Erstmals ist Klaus Kinskis vollständiges Rezitationswerk auf CD erhältlich. Das Box-Set umfasst 20 CDs und ist mit einem 48-seitigem Booklet ausgestattet. Die Liste der Autoren, deren Texte Klaus Kinski einst mit Leben füllte, ist lang: Villon, Goethe, Rimbaud, Strindberg, Baudelaire, Schiller, Hauptmann, Nietzsche, Büchner, Majakowskij, Dostojewskij, Oscar Wilde, Jack London, Stéphane Mallarmé, Kinski singt und spricht Brecht, er spricht aus der Amerikaballade und der Dichtung afrikanischer Völker, er spielt Shakespeares "Hamlet" und "Romeo & Julia" und "Wiedersehen mit Brideshead" von Evelyn Waugh. Als Bonus enthält die Box die beiden Hörspiele „Sechs Gramm Caratillo“ und „Die Nacht allein“, die bereits letzten Herbst mit großem Erfolg bei Random House Audio veröffentlicht wurden.

Der Verlag über das Buch

„Endlich die Ehre, die mir gebührt!“

„Ich steige auf den ersten besten Tisch und spreche, schreie, brülle, flüstere, hauche, keuche, weine, lache die Balladen des François Villon aus meiner Seele, barfuß, in zerrissenem Pullover und mit Schiebermütze, in der ich nach jeder Ballade Geld einsammle.“ So beschreibt Klaus Kinski seinen allerersten Rezitationsabend im Frühjahr 1952 im Berliner Cafe „Melodie“. Zehn Jahre später beendet er eine Karriere, die Ihresgleichen sucht, wendet sich endgültig von der Bühne ab und dem Film zu. Die zuvor erbrachte Leistung ist rekordverdächtig, umfasst mehrere hundert Auftritte in zumeist ausverkauften Sälen. In nur 5 Jahren, zwischen 1957 und 1962, nimmt er 30 Sprechplatten auf. Als „Deklamator“ schafft er es 1961 sogar auf die Titelseite vom SPIEGEL, dort will man wissen, dass „eine Million Deutsche ihn gehört haben“ und errechnet über 389 Vorstellungen für die vorangegangenen 3 Jahre. Danach versucht er die Steigerung seines auf der Bühne nicht mehr steigerbaren Erfolgs durch skandalöse Abbrüche seiner Vorträge zu erzielen. Er bricht bald öfter ab, als dass er seine Auftritte zuende führt, was schließlich den endgültigen Abbruch seiner letzten Tournee zur Folge hat. 1971 kommt er noch mal zurück, für zwei Abende, und scheitert an dem Skandalimage, das ihm seither sowohl in der negativen Erwartung des Publikums, als auch im eigenen Anspruch der Selbstinszenierung anhaftet. Die Ursprünge von Kinskis frühem Erfolg sind schwer auszumachen. Die Spurensuche führt uns zurück ins Jahr 1952, das wohl Kinskis eigenkreativste Schaffensphase markiert. Er schreibt eine Autobiographie, einen Gedichtband, das Drehbuch „Caspar Hauser“, bearbeitet „Romeo und Julia“ und „Schuld und Sühne“ fürs Theater, fertigt hierfür sogar Kostüm- und Bühnenskizzen an und malt Bilder. Er fühlt und inszeniert sich als unverstandenes, aussätziges Genie. Unterdrückt von Bürokratie und dem Unverstand deutscher Theaterdirektoren, ist er auf der Suche nach einem Weg, der ihn direkt und nach seiner Vorstellung zum Publikum führt. Sein Leid findet ihm Seelenverwandte. In seiner bis heute unveröffentlichten, in dritter Person über sich verfassten Autobiographie „,Leben‘ bis Sommer 1952“ klingt das so: „Im jagenden Fieber, in der zerreißenden maßlosen Unruhe seiner Seele, mit der er die ganze Welt durchpflügen will, ist er wie einst Rimbaud und in der blutigen Zerschlagenheit, seinem rasenden Lebenshunger, in der rastlosen Kritik an allem, in der Enttäuschung, in seinem Kampf um die Wahrheit der Gerechtigkeit, der ihn immer wieder zurückstößt in die trostlose Einsamkeit des Geächteten, in der immer wieder völligen Verarmung und Obdachlosigkeit eines Bettlers, in der revolutionären Raserei gegen die Stumpfheit und Verlogenheit der Menschen, die er auch zum Inhalt seiner Gedichte macht, und zugleich in der zerschmetterten, traurigen aber gläubigen Kindlichkeit ist sein Schicksal das von Villon.“

An anderer Stelle im gleichen Text schreibt er: „Ihm geht es nicht um den Begriff der ‚Kunst‘, sie dient ihm lediglich als Mittel zum Zweck. ‚Ich würde am liebsten auf die Straße gehen und den Menschen helfen, indem ich ihnen die Schmerzen abnehme. Da ich aber weiß, dass man in den wenigsten Fällen dazu fähig ist, möchte ich ihnen wenigstens von einem Podium aus sagen, was ihnen als Gleichnis zur Wahrhaftigkeit zurück verhelfen kann.‘“ Verknüpft man die beiden Textstellen miteinander, so erklärt sich der Auftritt mit Gedichten von Villon beinahe als logische Konsequenz, befruchten sich zwei Motive des jungen Kinski zur Geburtsstunde von Deutschlands erfolgreichstem Rezitationskünstler. Villon erlaubt ihm, sich einerseits als ungerecht behandelte Kreatur darzustellen und das andererseits der Welt ins Gesicht zu schreien. Die Grenzen zwischen Autor und Rezitator verschwinden. Er selbst beschreibt die Symbiose wie folgt: „Als er in einer zotigen Kneipe drei Nächte lang Balladen von Villon spricht, kann er nachts oft nicht weiter sprechen vor Tränen. Es war, als hätte er Blut auf den Lippen gehabt von seinem zerrissenen Herzen, denn auch er hatte wieder den höchsten Grad seiner Verzweiflung erreicht, jedes Wort von Villon ist das Bekenntnis seiner eigenen Seele, eine Auseinandersetzung mit der Welt der Menschen, aber in dem eindeutigen Aufschrei der gequälten Kreatur. Sein Ausdruck ist Revolution, Revolution gegen jede Unterdrückung und gegen die kleinste Einschränkung der Freiheit eines jeden Wesens, Revolution gegen kleinliche menschliche Gehässigkeit und Verrohung, Revolution gegen Gleichgültigkeit und Apathien, Revolution gegen das Verruchte und Verlogene, Revolution für die Hingabe der Liebe und für das große Mitleid, Revolution für die Schmerzen.“ ...

Auszug aus dem Booklet.

Von Peter Geyer, Klaus Kinski Productions.


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Genie und Wahnsinn 15. November 2006
Format:Audio CD
Kinski spricht Werke der Weltliteratur
Kennen Sie Nikolaus Günther Nakszynski? Nein? Zumindest allen, die jemals einen der Krimis aus der 'Edgar Wallace Reihe' gesehen haben, müsste dieser Mann ein Begriff sein, trägt er doch einen großen Anteil daran, dass diese Filme heutzutage unter Cineasten Kultstatus genießen. Allerdings trat er dort unter seinem Künstlernamen Klaus Kinski auf. Heute wäre der im November 1991 gestorbene Exzentriker 80 Jahre alt geworden. Neben seinen fast 200 Filmrollen unternahm er zahlreiche Vortragsreisen, bei denen er Werke der Weltliteratur vortrug, die teils von ihm neu übersetzt wurden wie seine berühmt gewordene Übertragung von Villons Balladen, deren bekannteste wohl 'Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund' sein dürfte. Anlässlich der Jährung seines Geburtstags veröffentlicht Deutsche Grammophon Literatur die schon als Rarität gehandelte Sammlung 'Kinski spricht Werke der Weltliteratur' neu.

Zu Lebzeiten wurde Klaus Kinski weit ambivalenter betrachtet als heute, 15 Jahre nach seinem Tod. Dies mag daran liegen, dass man sich heute mehr mit seinem Werk als mit der Person auseinander setzt. Damalige Zeitzeugen beschreiben ihn als Egomanen, Choleriker, Berserker, der alles und jeden niederschrie, ordinär bis zur Obszönität, Erotomanen ja kurz gesagt als den Prototyp des Psychopathen. Heute blendet man seinen gesellschaftlichen Krawall weitestgehend aus und beschäftigt sich überwiegend mit ihm als Hauptdarsteller in Werner Herzogs Filmen sowie mit seinem Rezitationswerk. In seiner Biographie 'Ich brauche Liebe' beschreibt er, wie seine Passion entstand: 'Da ich es in München zu nichts bringe, muß ich zurück nach Berlin. Elsa schenkt mir zum Abschied "Die Balladen des Francois Villon". Ich lese sie im Reiseautobus. Als wir im Morgengrauen aus der Avus fahren, weiß ich: Villon, das bin ich! Im Café Melodie am Ku'damm spreche ich das erste Mal die Balladen des Francois Villon. Die Studenten der Kunsthochschule schreiben mit bunter Kreide in riesigen Lettern auf die Fahrbahnen des Kurfürstendamms KINSKI SPRICHT VILLON. Eintritt ist frei. Ich werde Geld mit der Mütze sammeln. "Café Melodie" ist so überfüllt, daß die Leute sich gegenseitig auf die Füße treten. Diejenigen, die keinen Einlaß finden, schlagen die Fensterscheiben ein, um gewaltsam einzudringen. Als sich ein Polizist einmischt, verdreschen sie ihn.
Ich steige auf den ersten besten Tisch und spreche, schreie, brülle, flüstere, hauche, keuche, weine, lache die Ballade des Francois Villon aus meiner Seele. Barfuß, in zerrissenem Pullover und mit Schiebermütze, in der ich nach jeder Ballade Geld einsammle. Sasha wirft mir einen Hundertmarkschein in die Mütze, andere von ein bis zwanzig Mark, arme Studenten fünfzig Pfennig oder einen Groschen, einer sogar seinen letzten Pfennig. In weniger als einer Viertelstunde habe ich die Mütze voll gesammelt.
(entnommen aus "Ich brauche Liebe, Heyne, ISBN3453045793)'

Obwohl er sich selber als Ausnahmeerscheinung des Kulturbetriebes sieht, verwendet er bei seinen Bühnenauftritten Techniken der ganz großen Darsteller wie beispielsweise Gustav Gründgens rollendes 'R' oder Gerd Westphals an Jazz-Terzen erinnernde Rezitation von Heinrich Heines Gedichten. Natürlich musste er auch dabei übertreiben und schrie, brüllte, tobte, geiferte auf der Bühne war also mehr das, was man heute als 'Aktionskünstler' bezeichnet denn der konventionelle, gesittete, schon im Tonfall den Texten Hochachtung entgegenbringende Vortragende. Er selber sagt dazu: 'Wenn ich einen Text sehe, weiß ich im ersten Augenblick, ob ich ihn spreche und wenn ich weiß, daß ich ihn spreche, weiß ich auch, wie ich ihn spreche... Ich kenne meine Stimme und meine Ausdruckskraft, deren Skala grenzenlos ist. Der Rest wird aus dem Instinkt, aus der Situation entstehen, aus dem Schock des erlebten Augenblicks.'

Kinski steht mit seiner Sicht der Rezitation nicht alleine da; andere große Sprecher wie Gerd Westphal, Rolf Boysen, Christian Brückner, Ulrich Matthes, Eva Mattes und Sophie Rois, um nur einige zu nennen, rezitieren nicht nur, sondern interpretieren, spielen förmlich ihre Textvorlagen als befänden sie sich monologisierend auf einer großen Bühne vor kritischem Publikum.

Da viele klassische Texte der Weltliteratur in Aufnahmen unterschiedlichster Sprecher und Vortragsweisen vorliegen (siehe Hörbeispiele), hat heutzutage der interessierte Hörer die Möglichkeit, diese Vielfalt zu nutzen und gemäß seinem Gusto auszuwählen. Das Hörwerk 'Kinski spricht Werke der Weltliteratur' nimmt dabei, nicht nur rezitationsgeschichtlich, eine Sonderstellung ein, eben weil Kinski diese Werke auf sehr eigene, extreme doch auch interessante Weise interpretiert, die so manchen ehrwürdigen Text in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Gerade für Literaturwissenschaftler, Studenten und ambitionierte Hörbuchliebhaber bieten diese 20 CDs einen großen Fundus für vergleichende Studien.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Deklamator Kinski ! 2. Mai 2004
Von Jim Rink
Format:Audio CD
Endlich gibt es das vollständige Rezitationswerk des Multitalents auf CD ! Auf 20 Audio-CDs spricht Kinski Werke der Weltliteratur, u.a. von: Villon, Goethe, Rimbaud, Strindberg, Baudelaire, Schiller, Brecht, Hauptmann, Nietzsche, Büchner, Wilde, Shakespeare und vielen anderen mehr. Die Aufnahmen, die z.T. aus den 1950er- und 1960er-Jahren stammen, sind alle in einer hervorragenden und "CD-würdigen" Tonqualität, die alle Feinheiten und Nuancen gut hörbar macht: Das lustvolle, tiefe und intensive Hauchen beim "Erdbeermund" genauso wie der (übrigens antrainierte) schnarrende 50er-Jahre-Theaterton vieler früher Texte. Ebenso beeindrucken Kinskis Brecht-Interpretationen. Komplette Theaterwerke wie "Hamlet" oder "Romeo und Julia" runden das Bild dieser äußerst gelungenen CD-Sammlung ab. Fazit: Sparen und kaufen !!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Format:Audio CD
Als Klaus Kinski in den 1950er Jahren seine Bühnenkarriere begann, avancierte er in kürzester Zeit zum umstrittensten Künstler der jungen Bundesrepublik. Mit der gleichen Inbrunst, mit der ihn manche liebten, verabscheuten ihn die anderen. Auf einen Schauspieler, der die Bühne nicht nutzte, um zu spielen, der vor Publikum trat und seine "Gefühle prostituierte", war man in Deutschland nach zwei verheerenden Kriegen nicht vorbereitet. Gerade erst war alles wieder in einigermaßen geregelte Bahnen gelenkt worden, da kam er, Klaus Kinski, und wirbelte alles durcheinander. Er hielt der vermeintlichen Ruhe, noch bevor die Zeit der Studentenproteste sie endgültig aus den Angeln hob, die emotionale Inszenierung des ganzen Menschen entgegen.

Sich dem Publikum mit Haut und Haaren auszuliefern, war Klaus Kinskis Welt. Schon früh entdeckte er im Film das Medium, mit dem er diesem Anspruch am ehesten gerecht werden konnte. Als Haupt- und Nebendarsteller in zahlreichen großen Produktionen erlangte er schließlich internationales Ansehen und wurde zu dem berühmt-berüchtigten Klaus Kinski, wie man ihn noch heute kennt.

Jedoch war Klaus Kinski damals, was heute oft vergessen wird, in Deutschland schon längst eine bekannte Persönlichkeit. Ebenso umstritten wie sein Schauspiel, gehasst und geliebt, waren seine Rezitationen literarischer Werke lange vor dem cineastischen Erfolg legendär. In nur fünf Jahren, von 1957 bis 1962, entstand ein ebenso umfangreiches wie brillantes Rezitationswerk mit Lesungen, hörspielartigen Dialogen und Gesängen zur Gitarre. Mit dem Hörbuch "Kinski spricht Werke der Weltliteratur" liegen diese akustischen Eskapaden, gespickt mit teils seltsam sanften Tönen, nun erstmals auf 20 CDs in einer Gesamtausgabe vor.

"Sein oder nicht sein": Literatur war bei Klaus Kinski eine existenzielle Angelegenheit, dementsprechend herrschen in seinem Werk die großen, pathetischen Schriften vor. Shakespeare steht hier gleich an erster Stelle: Auf den CDs findet sich natürlich "Hamlet", mit einem hervorragenden Ensemble im Dialog gesprochen und dem Meister in der Hauptrolle. Gelegentliche hörspielartige Toneffekte verleihen dem Stück theatralische Tiefe. "Romeo und Julia" liefert den emotionalen Gegenpart. Gedichte von Nietzsche und Baudelaire folgen, die alle die für die Autoren und wohl auch für den Sprecher typische Gradwanderung zwischen revolutionärem Tatendrang und Verzweiflung an dem Gefängnis Welt inszenieren. Klaus Kinski ist voll in seinem Element, wenn er solchen Gefühlen Ausdruck verleiht. Seine Sprache findet wie von selbst den lamentierenden Tonfall in Baudelaires "Der Albatros" oder die heroische Pose aus Nietzsches "An den Mistral". Klang und Rhythmus sind entscheidend, und so ist es nur konsequent - und ein wahrer Hörgenuss - wenn Klaus Kinski Balladen von Brecht zur Gitarre singt, eine bisher unveröffentlichte Live-Aufnahme aus dem Jahre 1959.

Die CD-Sammlung, die jüngst als "Hörbuch des Jahres 2003" ausgezeichnet wurde, enthält all die Autoren, die den großen Künstler Zeit seines Lebens beschäftigten. Darunter natürlich Villon und Rimbaud, aber auch Goethe, Schiller, Büchner und Dostojewski. Und auch sanfte, melancholische Töne mischen sich zwischen Ausbrüche von Raserei und Verzweiflung: Oscar Wildes Märchen "Der glückliche Prinz" scheint zunächst kaum zu den übrigen Werken zu passen. Doch Klaus Kinski wäre nicht Klaus Kinski, wenn es ihm nicht gelänge, auch hierfür die passende Stimme zu finden. Beachtenswert ist auch das 48-seitige Booklet, mit zahlreichen Fotos, Zitaten aus den Werken und einem ausführlichen Lebenslauf Klaus Kinskis.

Die Stücke auf "Kinski spricht Werke der Weltliteratur" sind ein wahrer Schatz, den es in all seinen Übertreibungen, Stimmungswechseln, von Hass zur Verzweiflung, von Lieb zum Schmerz, mit jedem Hören neu zu entdecken gilt. Ein monumentaler, eindrucksvoller und unvergleichbarer Hörgenuss!
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