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Der Plot als solcher ist nur in groben Zügen vorhanden und zeichnet das Leben Paganinis wie es tatsächlich war (oder von Kinski interpretiert wurde): ein stetes Auf und Ab eines missverstandenen Künstlers, der von den Frauen geliebt und von deren Männern verachtet wurde und als Künstler die Kritiker in zwei Lager spaltete -- ein Spiegelbild von Klaus Kinskis Leben selbst.
Kinski Paganini missachtet gänzlich die gängigen Erzählweisen und geht konsequent seinen eigenen Weg. Hin- und hergerissen zwischen Armut und Anerkennung zieht Paganini von Station zu Station, verliert sich in intensiven, aber oberflächlichen Liebesabenteuern, um letztlich die wahre Erfüllung in der Beziehung zu Sohn Achille Paganini zu finden (in Kinski Paganini gespielt von Kinskis Sohn Nikolai).
Kinski hatte kein Interesse daran, das Publikum zu unterhalten. Er wollte die Leidenschaft, sowohl die positive als auch die negative, einfangen und das Leben von Niccolo Paganini auf einer Ebene darstellen, die sich fernab von künstlerischen Zwängen präsentiert. Die bloße Tatsache, dass das gesamte Bildmaterial in Kinski Paganini ausschließlich unter Verwendung natürlicher Lichtquellen gefilmt wurde (was das Werk bereits zu einem Unikat werden lässt), ist eine der unzähligen Eigenheiten des Films, über die Kinski in seinem zweiten Buch Paganini ausführlich spricht.
Nach einer Wartezeit von über zehn Jahren ist es nun möglich, einen Kinski-Film zu erleben, wie Klaus Kinski ihn erträumt hat -- ohne Zugeständnisse an Regisseure und Publikum. Kinski Paganini ist purer Narzissmus, dieser allerdings mit einer an Wahnsinn grenzenden Leidenschaft bis zur Selbstaufgabe gespielt. --Daniel Hofmann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trip in die tiefe Psyche eines Nichtverstandenen,
Von Thorsten (Rheda) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kinski Paganini (2 DVDs) (DVD)
Kinski taucht ab in seine eigene erschaffene Welt. Da er seit jeher polarisiert, ist dieser Kinski Film Fans oder Freunden von Filmen, die einen gewissen künstlerischen Anspruch haben, ans Herz zulegen. Ich habe in den letzten Tagen 3 mal die "Versione Originale" gesehen und entdeckte bei jeder "Vorstellung" etwas neues. In den Bildern, in der Musik, an den Frauen im Film. Ein Werk am Rande zum Trash (produktionstechnisch gesehen), mit drogengeschwängerten Untertitel und einem Kinski, den mann nur lieben oder hassen kann. Land ho!
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36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich spiele Paganini nicht ich bin Paganini.,
Von Harry Haller "Lukutus23" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kinski Paganini (2 DVDs) (DVD)
„Nie wäre mir in den Sinn gekommen, das, was ich ausdrücken wollte, in die Zwangsjacke einer dieser idiotischen, fürs Publikum zurechtgeschusterten Filmhandlungen zu verschnüren, mit ihrer pedantischen und diktatorischen Logik und ‚Continuity'. Der Versuch, Paganini in die übliche Form eines Filmes einzuzwängen, hieß, ihn lebendig einzumauern. Denn er lebte - in mir", schreibt Klaus Kinski über seinen Film „Kinski - Paganini", der schon jetzt die DVD-Sensation des Jahres ist!Ein biographischer Film über den italienischen „Teufelsgeiger" Nicolò Paganini (1782 - 1840), dessen virtuoses Geigenspiel die Damen der feinen Gesellschaft angeblich zum Orgasmus zu bringen vermochte. Ein wunderbar surrealer Film voll intensiver Musik und wilden Bildern. Die letzte Arbeit des großen deutschen Ausnahmekünstlers Klaus Kinski ist gleichermaßen eine Parabel auf sein eigenes Leben und Werk. Die Essenz seines Wirkens und Schaffens: In ihr finden sich Reminiszenzen an seine expressionistischen Villon- und Rimbaud-Rezitationsabende, da ist das Karnevaleske der Edgar-Wallace-Filme und das Opernhafte seiner Italo-Western - der Kitsch von Exploitation-Filmen und die Erfahrungen mit Regisseur Werner Herzog. Private Momentaufnahmen aus dem Leben Paganinis, im Alleingang furios in Szene gesetzt von Klaus Kinski. Ungefähr 25 Jahre vor der Realisierung des Films sieht Kinski in Wien in einem Schaufenster ein Bildnis von Paganini und ist überzeugt davon, selbst die Reinkarnation des Geigers zu sein. Wie ein Besessener glaubt er an eine derartige Seelenverwandtschaft, woraus die Idee zu diesem Film entsteht. Kurzerhand schreibt Kinski ein Drehbuch. „Die Struktur meines Films ergab sich aus dem Instinkt: Noten. Noten der Musik. Noten der gefilmten Bilder und Dialoge. Noten der Gefühle. Alles andere würde ich während des Drehens entscheiden." Er verhandelt und streitet mit Produzenten, führt Regie, verkörpert die Rolle des „Teufelsgeigers" Paganini. Entwirft Titel und Filmplakat, beschreibt den Kampf um das Projekt in einem Buch. Lange Zeit liegt das Projekt brach, weil Kinski keine Geldmittel auftreiben kann. 1987 gelingt ihm schließlich die Umsetzung in Zusammenarbeit mit italienischen und französischen Produktionsfirmen. In einer Drehzeit von nur 46 Tagen und einem dilettantischen Stab am Set schreibt Kinski Filmgeschichte. Abseits jeglicher konventioneller Erzählform inszeniert er ein Bild Paganinis, das nur bei bedingungsloser Identifizierung mit den Charakteren als möglich erscheint. Eine lebendige und dynamische Fotografie - von Pier Luigi Santi durchweg ohne Kunstlicht gefilmt - des Mythos Paganini, voller Poesie und Leidenschaft, animalisch und zärtlich zugleich, mit eindeutigen autobiographischen Parallelen. Schon lange glaubte Kinski ähnliche Erfahrungen gelebt zu haben wie der legendäre „Teufelsgeiger" Paganini, der das gesamte Europa des 19. Jahrhunderts in Taumel versetzte, und durch dessen Persönlichkeit Klaus Kinski ein letztes Mal, mit der ihm eigenen tiefen Ehrlichkeit und Konsequenz, die ganze Bandbreite auch seines eigenen Lebens offenbart - einem Leben der Extreme. Kinski selbst hielt sich für die Reinkarnation Paganinis: „Wenn ich in den Spiegel sah, wusste ich, dass die Metamorphose sich vollendet hatte. Ich dachte und fühlte, ich handelte wie Paganini. Seine sexuelle Gier war ohnehin die meine. Ich lebte sein Leben, das mein eigenes war." In „Kinski - Paganini" verschmelzen Form und Inhalt zu einer Melange von bemerkenswerter Vollkommenheit, die man nur bestaunen oder verachten kann. Ein Bannstrahl von einem Film, der einen entweder bis in den Schlaf verfolgt oder im Regen stehen lässt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
gewaltiger Bilderrausch,wunderschön und fremd zugleich,
Rezension bezieht sich auf: Kinski Paganini (2 DVDs) (DVD)
Wer seine letzte Autobiographie gelesen hat weiß,dass Kinski-Paganini sein Lebenstraum war.Er trug den Film jahrelang bereits fertig in seinem Kopf herum.Immer auf der Suche nach Geldgebern und Interessenten für seinen Film zu gewinnen,ließen ihn das Warten zur Qual werden.Er ließ sich ein letztes Mal auf einen schwachsinnigen Filmdeal(Nosferatu in Venedig)ein,um SEINEN Film verwirklichen zu können.Nachdem Herzog ihm die Regiearbeit verweigerte,entschied er sich alles allein zu machen.Und wieder ist bei Kinski der schmale Grad zwischen Genie und Wahnsinn deutlich sichtbar.Er spielt und lebt Paganini bis zur völligen Selbstaufgabe,so intensiv wie man es vielleicht nur noch im "Woyzeck" sehen konnte.Das Experiment alles in Naturlicht zu drehen ist voll aufgegangen.Wir sehen einen gewaltigen Bilderrausch,wunderschön und fremd zugleich.Paganinis Musik zieht sich wie ein überlanger Musikclip durch den gesamten Film und führt uns zu einzelnen Stationen aus dem Leben des Geigenvirtuosen bis zu dessen Tod.Ich gebe zu,vielleicht kein Film für das breitgefächerte Publikum,aber ein großes Gesamtkunstwerk eines Genie unserer Zeit,der Zeit seines Lebens gegen den Strom schwamm und zuletzt ausgebrannt,enttäuscht und einsam wohl den Frieden mit sich selbst gemacht hat.
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