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Kinsey - Die Wahrheit über Sex
 
 

Kinsey - Die Wahrheit über Sex

Liam Neeson , Laura Linney , Bill Condon    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Rezensionen

Movieman.de

Bill Condon, der schon mit "Gods and Monsters" ein Meisterwerk vorgelegt hat, wartet auch hier mit einem hochinteressanten Stoff auf. Sensibel und mit viel Gespür für den Zeitgeist inszenierte Condon einen Film, der zwar vor 50 Jahren spielt, aber noch immer aktuell ist — und das gilt besonders für das puritanische Amerika, wo Sex noch immer verpönt ist und Lächerlichkeiten wie Janet Jacksons entblößte Brust zum Skandal werden. "Kinsey" lebt nicht nur von seinem Drehbuch und der filigranen Inszenierung, sondern auch von Liam Neeson, der einmal mehr alles in seine Darstellung packt und Alfred Kinsey vor dem Zuschauer zum Leben erweckt. "Kinsey" ist sicherlich kein Film für die große Masse, aber ein Kleinod für jeden Filminteressierten. Fazit: Großartiges Biopicture

Moviemans Kommentar zur DVD: Ein großartiger Film, großartig in Szene gesetzt, mit einer hochwertigen Bildqualität und adäquatem Ton. Auch die Extras sind gut gelungen, nur leider wurde wichtiger Bonus der US-Disk nicht auf den deutschen Release importiert.

Bild: Das Bild stellt sich als recht gut dar. Von Rauschen ist nur selten etwas zu sehen, am ehesten fällt es bei den kurzen Schwarzweißszenen auf (00:04:05). Die Farben sind natürlich und kräftig, wirken mitunter jedoch auch ein wenig gedämpft. Das alles trägt dazu bei, den Film stärker seiner Zeitperiode zuzuordnen. Einziger Mangel, wenn man es so nennen will, ist die Schärfe des Films. Hin und wieder wirken Gesichter etwas zu weich, aber es bleibt auch zu konstatieren, dass die Kanten sehr schön und sauber gehalten sind (00:54:37). Die Kompression ist sehr gut, der Kontrast sehr markant (01:09:04).

Ton: Der Ton ist gut, allerdings muss man auch sagen, dass dies der wohl überflüssigste DTS-Track ist, denn es jemals gegeben hat. Denn "Kinsey" ist einer jener Filme, die vor allem von ihren Dialogen zu leben. Selbst Massenszenen in der Universität oder bei Kinseys Begegnungen mit der Presse sind Centerlastig. Die Dialoge sind klar und sauber, ohne jede Störung. Die Musik ist gut eingesetzt und hin und wieder auch mit leichtem Bass vernehmbar. Insgesamt ein absolut adäquater Audio-Track für einen Film wie "Kinsey".

Extras: Es gibt 20 entfallene Szenen inklusive eines alternativen Endes, das simpler gestaltet ist als das im Film zu sehende Ende. Einige der Szenen sind hochinteressant, so etwa die Kinsey-Sex-Report-Momente mit Kinsey und Clara, die weiteren Einblick in die Figuren geben. Das Gag-Reel ist kurz, aber witzig, was insbesondere des Filmthemas zu erwarten ist. Der Audiokommentar von Bill Condon ist interessant. So erzählt er, dass er beim Schreiben des Drehbuchs daran dachte, einen Erzähler für die Geschichte zu benutzen, wobei er hierfür gerne Ian McKellen engagiert hätte, doch entschied er sich, seine Story lieber im Präsens zu erzählen. Warum es trotz der interessanten Extras nur für fünf Punkte reicht, liegt daran, dass 20th Century Fox nur eine abgespeckte Version anbietet. In den USA ist der Film als 2-Disk-Set erschienen und wartet u.a. mit einer mehr als 80-minütigen Dokumentation auf. Das Weglassen eines solch essenziellen Extras erfordert natürlich drastischen Punktabzug. --movieman.de

VideoMarkt

Probleme beim ersten Geschlechtsverkehr führen die Kinseys zum Arzt, der ihnen erklärt, dass solche Schwierigkeiten nicht ungewöhnlich seien - nur würde darüber nicht laut geredet. Kinsey kommt ins Grübeln, bietet fortan Eheberatungskurse an und entwickelt einen dicken Interviewkatalog, um Informationen über das Beischlafverhalten der Amerikaner zu sammeln. Finanziert von der Rockefeller-Stiftung, bereist der Wissenschaftler die USA, stellt 18.000 Akten über sexuelle Verhaltensweisen zusammen, die schließlich in Buchform erscheinen.

Video.de

So schlüpfrig, so gewagt das Thema, so sauber, so sorgfältig handelt Bill Condon ("Gods and Monsters") es ab. Elegant, flüssig und manchmal auch humorvoll kommen die Dialoge, während die in warmen, gedeckten Farben gehaltenen Bilder von Kameramann Frederick Elmes ("Der Eissturm") die Handlung neutral illustrieren. Groß spielt Liam Neeson als Titelheld auf, macht die "sexuelle Revolution", die Kinsey seinerzeit auslöste, begreifbar. "Aufklärungsunterricht" der besonderen Art.

Blickpunkt: Film

Obwohl oder vielleicht gerade weil 'Das sexuelle Verhalten des Mannes' sich häufig auf eine Minutenaffäre reduziert, war es Alfred C. Kinsey die gleichnamige Marathon-Studie wert. Sie und vor allem der Pionier, der sie im repressiven Klima der Vierzigerjahre veröffentlichte, stehen im Mittelpunkt eines Films, der sensibel und mutig den Weg eines nicht unumstrittenen Wissenschaftlers nachzeichnet. Kinsey öffnete Amerika und dem verklemmten Rest der Welt die Augen, war Wegbereiter der sexuellen Revolution und bietet auch im neuen Jahrtausend Reizthemen genug, um nach dem Kinobesuch zu diskutieren, ob seit Kinseys Studie wirklich über 50 Jahre vergangen sind oder die Zeit in mancher Hinsicht stehen geblieben ist.

Obwohl der neue Film von Bill Condon wie sein Vorgänger 'Gods and Monsters' mit einem kleinen Budget unter dem Event-Radar Hollywoods blieb, erregte er bereits Aufmerksamkeit, wurde für drei Golden Globes nominiert, darunter auch als Bestes Drama. Ebenfalls vorgeschlagen wurden Liam Neeson und Laura Linney, die als Alfred und Clara Kinsey die Inkompatibilität von Verstand und Gefühl deutlich machen. Das schlägt sich vor allem im Konzept der freien Liebe nieder, das als Befreiung von Zwängen eine theoretische Sehnsucht ist, in der Praxis aber an emotionalen Empfindlichkeiten scheitert. Das gilt für Kinseys Ehe wie auch für die Beziehungen seiner Mitarbeiter. Diese Unvereinbarkeit ist genauso Teil der menschlichen Natur wie das Lustempfinden selbst, formuliert der Film eine seiner Thesen, ist dabei aber nicht akademisch-spröde, sondern zeigt oft auch Humor.
Kinseys Interviewstrategie, die mit einem ausgefeilten Fragenkatalog sexuelles Verhalten wertfrei durchleuchtete, von den biographischen Hintergründen bis hin zu den Details der Ausübung, integriert Condon in sein Drehbuch. Der Forscher selbst wird Gegenstand der Untersuchung, womit der Zuschauer die prägenden Ereignisse seines Lebens kennen lernt. Die Kindheit unter einem bigotten Vater. Die frühen sexuellen Wünsche, die verdrängt oder bei Auslebung mit Selbstvorwürfen bestraft wurden. Die Abnabelung durch berufliche Neuorientierung. Die akademische Karriere als Zoologe, der spät in der menschlichen Natur ein weitaus bedeutenderes, von der Wissenschaft total vernachlässigtes Forschungsgebiet entdeckte. Die Ehe mit Clara McMillen, eine Affäre mit Mitarbeiter Clyde Martin (Peter Sarsgaard), mit dem später auch seine Frau experimentierte. Das Beziehungschaos im Kinsey-Umfeld, das die freie Liebe anrichtete. Die überraschend positive Reaktion über den ersten Kinsey-Report und der vernichtende konservative Konter, als Kinsey Amerika auch die Frau als sexuelles Wesen mit eigenen Wünschen vorstellt. Das alles ist Gegenstand einer Biographie, die sich nicht frecher gibt, als es die Zeit, in der sie spielt, oder auch die Kontrollinstanz der MPAA erlaubt.
Mit guten Dialogen sorgt Condon für verbale Eleganz, mit dosiertem Humor für Entspannung, mit Einfallsreichtum für Auswege aus einem beschränkten Budget (ein Highlight: die mit Köpfen übersäte 'sprechende' Landkarte). Die kontroversen Aspekte von Kinseys Untersuchung, die etwa im Dienst der Wissenschaft auch Extremfälle wie Pädophilie einbezog, werden teilweise angesprochen, aber nicht vertieft. Condon geht es um Versöhnung mit einem oft missverstandenem Pionier, nicht um Diskussion seiner wissenschaftlichen Fragwürdigkeiten. Am Ende lässt er in einem 'Vertigo'-Zitat (selbst ein Film über eine sexuelle Normabweichung) Kinseys Frau hinter mächtigen Sequoias verschwinden. Die Natur definiert und dominiert den Menschen, nicht umgekehrt. Ein schöneres Bild lässt sich für ein solches Fazit nicht finden. kob.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Sensibles Porträt des umstrittenen, aber wegweisenden Sexualforschers Alfred C. Kinsey.

Kurzbeschreibung

Unter seinem bigotten, freudlosen Vater leidet Alfred C. Kinsey als Kind schwer. Als Erwachsener befreit er sich, entdeckt als akademische Koryphäe in Insektenkunde ein neues Forschungsgebiet und wird mit einer Studie zum sexuellen Verhalten des Mannes weltberühmt. Doch dann erhebt sich das konservative Lager gegen ihn, muss er sein Plädoyer für die freie Liebe mit Beziehungschaos und Ehekrise bezahlen.

Produktbeschreibungen

Fox Kinsey - Die Wahrheit Ãber Sex, USK/FSK: 12+ VÃ--Datum: 01.08.05
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